Umstellung von Gasanschlüssen verzögert sich

02.04.2020

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Seit dem Jahr 2014 wird in Deutschland die Versorgung mit niederkalorischem L-Gas, das vor allem aus den Niederlanden stammt, nach und nach auf hochkalorisches H-Gas umgestellt. Das ist nötig, da die niederländische Gasförderung stetig abnimmt. Die Umstellung verzögert sich nun aufgrund der Corona-Krise, teilt das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Um auf H-Gas umzustellen, müssen in Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben die verbauten Gasgeräte an die veränderte Gasqualität angepasst werden. Seit 2014 ist das bei rund 500.000 Geräten bereits geschehen, im Jahr 2020 waren rund 400.000 Anpassungen vorgesehen.

Erschwerter Zugang und weniger Personal

Sowohl beim Wirtschaftsministerium als auch bei der Bundesnetzagentur gehen zunehmend Mitteilungen ein, dass in Haushalten und Gewerbebetrieben die notwendigen Arbeiten an den Gasgeräten wegen der derzeitigen Einschränkungen des täglichen Lebens immer schwieriger durchzuführen sind.

Viele Monteure hätten keinen Zugang mehr zu den anzupassenden Gasgeräten. Zudem seien die Unternehmen von einem höheren Krankenstand betroffen. Daher sei der Wunsch, den Umstellungsprozess an die aktuelle Lage anzupassen, nachvollziehbar.

Netzbetreiber sind für Umstellung zuständig

Da die gesetzliche Verantwortung für die Marktraumumstellung bei den Netzbetreibern liege, sei es ihre Entscheidung, ob eine Verschiebung der Umstellmaßnahmen angezeigt ist. Die Netzbetreiber schätzen die Situation in den einzelnen Regionen Deutschlands unterschiedlich ein. In manchen Gebieten könnten neue Umstellungen eingeleitet werden, in anderen nicht. Aus Sicht des Bundes sei es verständlich, wenn Netzbetreiber entscheiden, vorerst keine neuen Anpassungen mehr einzuleiten.

Es müsse sichergestellt werden, dass einmal begonnene Umstellungen geordnet zu Ende gebracht werden, um eine sichere Versorgung der Endkunden mit Gas zu jeder Zeit zu gewährleisten.