Umfrage: Über 70 Prozent finden, es gibt zu wenig Wohnraum

21.02.2020

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Mehr als zwei Drittel aller Deutschen (71 Prozent) ist der Ansicht, dass zu wenig Wohnraum geschaffen wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Statista-Umfrage im Auftrag des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp. Neben zu hohen Baukosten, einem Mangel an Bauland und zu strengen Bauvorschriften wurden auch fehlende staatliche Anreize und der Fachkräftemangel im Handwerk als größte Hindernisse genannt.

Nicht nur hohe Kosten hemmen die Bautätigkeit

"In der Wohnraumdebatte bleibt der Staat gefragt. Ob kommunal oder privat: Je mehr Wohnraum geschaffen wird, desto weniger Mietpreisregulierung ist nötig", sagt Jörg Utecht, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Wichtige Instrumente, um die Bautätigkeit zu fördern seine neben Förderdarlehen oder Zuschüssen auch der Abbau von Bürokratie und die Senkung von Baunebenkosten.

Laut der Studie sind vor allem Mieter und Städter der Auffassung, dass mehr gebaut werden sollte. 68 Prozent sehen die Bautätigkeit durch zu hohe Baukosten beeinträchtigt. Etwa jeder zweite Befragte (51 Prozent) sieht einen Mangel an Bauland in vielen Städten und Gemeinden als Hemmnis. 44 Prozent machen zu strenge Bauvorschriften dafür verantwortlich, dass nicht mehr Wohnraum entsteht. 41 Prozent finden, es gebe zu wenig staatliche Anreize wie Fördermittel.

Förderung erleichtert die Finanzierung

Wichtig sei, dass Bauherren die vorhandenen Fördermittel auch tatsächlich voll ausschöpfen und sinnvoll in ihre Baufinanzierung einbauen, so die Experten von Interhyp. Privatkunden-Vorständin Mirjam Mohr nennt das Baukindergeld als Beispiel: "Familien, die in unsere Beratung kommen, fragen in aller Regel nach Fördermitteln wie dem Baukindergeld. Wenn mit dem Baukindergeld Sondertilgungen geleistet oder Modernisierungen bezahlt werden können, erleichtert das die Finanzierung."

Bauverzögerungen durch Fachkräftemangel

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen auch die Auswirkungen des Fachkräftemangels auf die Bau- und Wohnungswirtschaft: Ob Tischler, Elektriker oder Installateur – je 36 Prozent der Studienteilnehmer finden, dass es zu wenige Handwerker gibt, wodurch es bei Bauvorhaben zu Verzögerungen kommen kann. Viele haben diese Erfahrungen selbst gemacht.

Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) benötigte im Vorjahr einen Handwerker. Davon gaben 31 Prozent an, keinen verfügbaren Handwerker gefunden zu haben, mehr als jedem Vierten (27 Prozent) war die verfügbare Fachkraft zu teuer, knapp die Hälfte (48 Prozent) fand Handwerker zu marktgerechten Preisen.

"Immobilienkäufer und Bauherren sollten den Fachkräftemangel bereits in der Immobilienfinanzierung berücksichtigen", rät Mohr. Verbraucher könnten schon bei der Auswahl des Baukredits auf eine möglichst lange bereitstellungszinsfreie Zeit beziehungsweise auf niedrige Bereitstellungszinsen achten. So laufen keine hohen Zinskosten auf, wenn es zu Bauverzögerungen kommt.