Strompreis: Ländliche Regionen zahlen mehr

Heidelberg - Verivox hat die Strompreise auf dem Land mit denen in der Stadt verglichen. Das Ergebnis lautet, dass die Preise der örtlichen Stromanbieter auf dem Land rund 5 Prozent höher sind als in städtischen Gebieten. Die Preisunterschiede ergeben sich allerdings nicht aus unterschiedlich hohen Abgaben, sondern sind auf die Preispolitik der Versorger zurückzuführen. „Wir können deutlich beobachten, dass die Grundversorger auf dem Land höhere Preise verlangen als in der Stadt. Mit unterschiedlichen Abgaben hat das aber nichts zu tun“, sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.

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Bild: Stromsteckleiste mit Euroscheinen Text: Verivox

Netznutzungsentgelte und Konzessionsabgaben gleichen sich aus

In ländlichen Gebieten sind die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze tendenziell höher, da weniger Haushalte mit einem größeren Netz verbunden sind. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.000 kWh bezahlt dort im Durchschnitt 238 Euro (netto) an Netznutzungsentgelten. In der Stadt liegt dieser Wert mit durchschnittlich 205 Euro deutlich niedriger.

Auf dem Land werden im Gegenzug allerdings niedrigere Konzessionsabgaben bezahlt, denn dieser Preisbestandteil richtet sich nach der Anzahl der Einwohner. Werden die Kosten für Netznutzung und Konzessionsabgabe addiert, verschwindet der Unterschied zwischen Stadt (290 Euro) und Land (293 Euro) fast vollständig.

Grundversorger verlangen auf dem Land mehr

Obwohl sich die regionalen Abgaben weitgehend ausgleichen, unterscheidet sich das Preisniveau der Grundversorger deutlich. In ländlichen Gebieten bezahlt ein Haushalt mit 4.000 kWh Jahresverbrauch in der Grundversorgung durchschnittlich 1.054 Euro (brutto), in der Stadt liegt dieser Wert bei 1.010 Euro.

Bei den günstigsten Tarifen der örtlichen Grundversorger zeigt sich ein ähnliches Bild. Auf dem Land betragen die Kosten hier 987 Euro, in städtischen Gebieten sind es lediglich 933 Euro.

Überregionale Angebote machen kaum Unterschiede

Auffällig ist, dass sich diese Preisunterschiede bei den überregionalen Stromversorgern kaum wiederfinden. Im günstigsten verfügbaren Tarif (mit vergleichbaren Konditionen) betragen die jährlichen Kosten für 4.000 kWh in der Stadt durchschnittlich 789 Euro, auf dem Land sind es 795 Euro.

„Die Preispolitik der überregionalen Anbieter zeigt deutlich, dass es keinen sachlichen Grund für die unterschiedlichen Preise in städtischen und ländlichen Gegenden gibt“, so Peter Reese. „Daher raten wir allen Verbrauchern zu einem Vergleich der Strompreise und zum Wechsel des Stromanbieters. Welche Anbieter verfügbar sind, ist mit Hilfe unseres Strompreisvergleichs schnell ermittelt. Der Anbieterwechsel ist einfach und braucht nur wenig Zeit. Alles weitere, beispielsweise die Kündigung beim alten Versorger, erledigt der neue Anbieter.“

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