Strom- und Funkmasten können Auswirkungen auf Umwelt haben

12.12.2019

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Einige Tier- und Pflanzenarten können elektromagnetische Felder wahrnehmen. Dies ist insbesondere wegen des geplanten Ausbaus des Stromnetzes und der Einführung des Mobilfunkstandards 5G von Belang. Ob die Zunahme der elektrischen und magnetischen Felder schädlich ist, lässt sich aber noch nicht abschließend klären.

Widersprüchliche Forschungsergebnisse

Bezüglich des Einflusses von Funk- und Stromnetz auf die Umwelt besteht noch hoher Forschungsbedarf. Dies ist das Ergebnis eines Workshops des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zum „Einfluss elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder auf die belebte Umwelt“. Die bisherigen Forschungsergebnisse sind widersprüchlich.

So kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass unter Laborbedingungen schwache Magnetfelder die Orientierung von Zugvögeln stören können, auch wenn die Belastung unter den Grenzwerten bleibt. Es handelt sich dabei aber um einen Frequenzbereich, der weder mit Stromleitungen noch mit Mobilfunk in Zusammenhang gebracht werden kann.

Eine weitere Studie jedoch konnte bei Zugvögeln, die vor dem Freilassen Magnetfeldern ausgesetzt waren, keinen Unterschied im Flugverhalten feststellen.

Wie passen Tiere ihr Verhalten an veränderte Magnetfelder an?

Welchen Einfluss neue Gleichstromtrassen infolge des Stromnetzausbaus auf die Orientierung von Tieren haben werden, ist daher noch offen. Die Forscher erwarten jedoch, dass die Tiere ihr Verhalten wie bei natürlichen Erdmagnetfeldanomalien anpassen und andere Orientierungsmöglichkeiten nutzen, zum Beispiel Sonne oder Sterne.

Keine schädlichen Folgen messbar

Auch die Auswirkungen des Ausbaus des Mobilfunks (5G) stehen im Fokus der Forscher. Der Workshop des BfS kam zu dem Ergebnis, dass hoch-frequente elektromagnetische Felder unterhalb der geltenden Grenzwerte keinen schädlichen Einfluss auf Tiere oder Pflanzen haben.

Doch auch hier ist die Datenlage widersprüchlich. So zeigte eine Studie im Labor, dass hochfrequente Felder bei Pflanzen Stress auslösen und das Wachstum hemmen können. Auch auf Insekten haben die Felder im Umfeld von Funkmasten zumindest Einfluss. Freilandstudien zeigten eine Änderung der Biodiversität und Häufigkeit von Bestäuberinsekten.

An dem Workshop des BfS nahmen 64 Fachleute aus 15 Ländern teil.