Social Distancing: Verhaltensregeln gegen die Virus-Ausbreitung

17.03.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Berlin/Köln – Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, die Ausbreitung des Coronavirus aufzuhalten, indem er die Regeln des Social Distancing befolgt. Denn je weniger Kontakt Menschen zueinander haben, desto langsamer verbreitet sich der Virus. Das sind die wichtigsten Regeln zum Social Distancing von Robert-Koch-Institut (RKI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Überblick.

Kontakte reduzieren

Auch ohne strikte Isolation oder Quarantäne gibt es genug Möglichkeiten, den Kontakt mit anderen auf ein Minimum zurückzufahren. Wer kann und darf, arbeitet im Homeoffice. Verabredungen mit Freunden, Verwandten und Bekannten sollte man absagen, große Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern möglichst verschieben. Und das eigene Auto und Fahrrad sind aktuell bessere Fortbewegungsmittel als Bus und Bahn.

Reichlich Abstand halten

Ganz lässt sich der Kontakt mit anderen Menschen sicher nicht vermeiden – sei es aus beruflichen oder aus privaten Gründen. Das RKI rät aber, diesen auf wenige und bekannte Personen zu beschränken. Dadurch lassen sich Infektionen im Zweifel nachverfolgen. Dabei gelten zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen: Also mindestens ein, besser zwei Meter Abstand halten und auf alle Begrüßungsrituale wie Händeschütteln und Umarmungen verzichten. Und natürlich gilt immer: konsequent Hände waschen!

Rausgehen: Antizyklisch oder gar nicht

Wer es kann, geht nicht zu Stoßzeiten einkaufen, sondern genau dann, wenn Supermärkte oder Apotheken eher leer sind. Von Besuchen in Restaurants und Cafés rät die BZgA generell ab. Vermehrt sind solche Orte ohnehin geschlossen. Gleiches gilt für alle öffentlichen Orte mit Menschenansammlungen, vom Sport- oder Spielplatz bis zum Einkaufszentrum.

Kinder separat betreuen

Kitas und Schulen zu, Mama und Papa im Homeoffice. Da liegt der Gedanke nahe, die Kinder gemeinsam zu betreuen und so wenigstens einen Teil der Eltern in Ruhe arbeiten zu lassen. Doch davon rät die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) ausdrücklich ab – vor allem, wenn die Betreuungsgruppe sich in ständig wechselnder Besetzung trifft. Wenn überhaupt, sollten die Privat-Kitas aus sehr wenigen und immer den gleichen Kindern und Eltern bestehen.

Gefährdete unterstützen

Menschliche Kontakte meiden – das gilt umso mehr für Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, also vor allem für Ältere und chronisch Kranke. Gleichzeitig sind diese in ihrer Bewegungsfreiheit am meisten eingeschränkt. Wer kann, sollte ihnen daher seine Hilfe anbieten, für Einkäufe und Besorgungen etwa.

Wichtig sei dabei, dass Helfer und Risikopatient keinen direkten Kontakt haben, so Prof. John Ziebuhr, Leiter des Instituts für Medizinische Virologie der Universität Giessen. Am besten organisiert man den Einkauf daher per Telefon und stellt die Tüten einfach vor die Tür. Eine Ansteckung auf diesem Weg – also über das Geld oder den Henkel einer Tasche – sei eher unwahrscheinlich.

Frische Luft

Sonnenlicht und Sauerstoff sind weiter wichtig. Schließlich profitieren davon die physische und die ebenfalls nicht unwichtige psychische Gesundheit. Der Virologe Christian Drosten rät daher, weiter ins Freie zu gehen – nur eben mit Vorsicht. „Es ist nicht so, dass man sich beim Spazierengehen, wenn man sich begegnet, infiziert“, sagte er am Freitag (13. März) in seinem NDR-Podcast.

Allerdings gilt auch und gerade hier: Abstand ist wichtig. Wer laufen will, macht das also am besten allein und nicht mit seiner Laufgruppe. Und wer in der Sonne seine Zeitung lesen will, sucht sich dafür am besten eine einsame Parkbank.