Schornstein nachrüsten: Welche Möglichkeiten gibt es?

15.02.2011

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox | dpa/tmn

Nachtspeicherheizungen werden nach und nach abgeschafft. Viele Hausbesitzer machen sich Gedanken über den Umbau des Heizsystems, denn Gebäude mit Nachtspeicherheizung und Anschluss ans Fernwärmenetz haben oft keinen Schornstein. Die Besitzer befürchten deshalb, dass neben den Kosten für den Einbau einer neuen Heizanlage noch weitere teure Investitionen und Umbauten auf sie zukommen. Aber Experten geben Entwarnung: Viele Häuser brauchen gar keinen Schornstein - und wenn doch, ist er schnell auf dem Dach.

Einfache Abgasleitung genügt häufig

Statt eines klassischen Schornsteins genügt für viele moderne Öl-, Gas- oder Pelletheizungen auch eine einfache Abgasleitung, sagt Frank Ebisch, Sprecher des Zentralverbandes Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) in St. Augustin bei Bonn. Diese werde oft in Form eines Edelstahlrohres an der Außenwand verlegt.

"Auch für die Abgase von Kaminöfen kann nachträglich ein Abgasrohr an der Fassade befestigt werden", sagt Michael Toplak von der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft in St. Augustin. Diese Lösung habe allerdings den Nachteil, dass der Ofen an der Innenseite der Außenwand platziert werden müsse.

Nachtäglicher Einbau eines Schornsteins

Soll der Ofen einen anderen Standort haben, muss doch ein Schornstein nachträglich eingezogen. Dies verändere aber nicht das Aussehen des Gebäudes, sagt Toplak. Und das geht auch recht schnell, wie Wolfgang Wegener, Geschäftsführer der Initiative Pro Schornstein im bayerischen Niederbergkirchen, versichert. "Schornsteine lassen sich in alten Häusern in ein bis zwei Tagen nachrüsten."

Obwohl der Schornstein durchs Haus führt und Geschossdecken und das Dach durchbrochen werden müssen, falle dank moderner Techniken dabei nur relativ wenig Schmutz an, sagt Wegener. Wer daran denke, jetzt oder später Solartechnik aufs Dach zu bringen, sollte gleich einen Schornstein mit nebenliegendem, leeren Schacht bauen. Dann könnte die Technik ohne Aufwand vom Heizungskeller zum Dach führen.

Schornsteinfeger in die Planung einbeziehen

Vor solchen gravierenden Eingriffen in die Architektur des Hauses und vor einer Entscheidung für ein bestimmtes Heizungssystem sollte aber der Schornsteinfeger zurate gezogen werden. Denn dieser könne beraten, welche Art von Schornstein oder Abgasleitung passe, sagt Achim Heckel vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks in St.
Augustin. Der Schornsteinfeger sollte auch gerufen werden, wenn in Häusern mit Nachtspeicherheizung noch stillgelegte Schornsteine existieren. Denn diese ließen sich nach einer Inspektion wieder nutzen.

Gefährliche Feuerstellen ohne Schornstein

Mit Katalytöfen oder Dekofeuer möchte mancher in Wohnungen ohne Schornstein Kamin-Atmosphäre genießen. Doch bei unsachgemäßem Gebrauch können diese mit Bioalkohol oder Ethanol betriebenen Öfen gefährlich werden, warnt der Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik in Köln. Denn auch hier entstünden bei der Verbrennung Kohlendioxid und oftmals weitere Schadstoffe. Diese gelangten in den Raum und würden nicht wie bei einer Feuerstätte mit Abgasleitung nach außen abgeführt.