RWE setzt auf Biomasse statt Kohle

13.09.2011

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Berlin - Der Stromkonzern RWE will in Deutschland verstärkt Biomasse in Kohlekraftwerken mitverfeuern, um sich für die Energiewende besser aufzustellen. "Man muss nichts Neues bauen und kann bestehende Kraftwerke und Infrastruktur nutzen", erklärt der Finanzchef der RWE-Ökoenergiesparte Innogy, Hans Bünting, der Nachrichtenagentur dpa. Bünting sieht dies auch als eine Alternative zu neuen Gaskraftwerken und als eine Ergänzung zu Offshore-Windparks, die erst noch gebaut werden müssen.

"Für uns als Großanbieter von erneuerbarer Energie ist das attraktiv, weil wir durch die Grundlastfähigkeit eine Garantie für unsere Stromlieferungen bieten können", erläuterte Bünting. Das deutschlandweite Potenzial bis 2020, Holzpellets mit zu verbrennen, könnte bei über 14 Millionen Tonnen jährlich liegen. Das wäre rund der 1,5-fache Pelletverbrauch in Europa 2008. Daher sei die Nachfrage nicht ohne Importe aus außereuropäischen Ländern zu decken.

Das Ganze solle aber auch über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. "Wir empfehlen die Abschaffung der Förderbegrenzung auf Biomasseanlagen mit einer Kapazität von maximal 20 Megawatt." Die schwankende Erzeugung im Wind- und Solarbereich könne durch regelbare Biomassekraftwerke ausgeglichen werden. Hinzu komme, dass man keine neuen Netze brauche, da die Kraftwerke an bestehenden Standorten bleiben, sagte Bünting. Zudem werde der CO2-Austausch stark reduziert.

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) sieht insbesondere eine Öffnung des EEG für eine solche Mitverbrennung skeptisch. "Ich habe das Gefühl, dass hier finanzielle Möglichkeiten gesucht werden, um in den alten Strukturen weiterzumachen und nur den Brennstoff auszutauschen", sagt BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. Die Konzerne hätten bei der Mitverbrennung schon dadurch Einsparungen, dass sie weniger CO2-Verschmutzungsrechte kaufen müssten.