Riesenpotenzial: Energiesparen macht Atomstrom fast überflüssig

Berlin - Konsequenteres Energiesparen könnte bis zum Jahr 2020 den Strom von zehn Atomkraftwerken überflüssig machen. Das ist das Resultat einer Untersuchung des Wuppertal Instituts zusammen mit der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). Die Studie wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt. In einem Zehn-Punkte-Programm wird unter anderem eine bessere Unterstützung der Hausbesitzer bei Sanierungsvorhaben empfohlen. Weniger Stromverbrauch könnte sowohl die Netze entlasten als auch den Ausbaubedarf in diesem Bereich mindern.

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Bild: Geldscheine stecken in Heizungsregler Bild: ©herreneck/fotolia.com / Text: dpa

Allein im Stromsektor könnten etwa durch den Austausch alter Pumpen, bessere Gebäudedämmung und effizientere Beleuchtung jährlich 68,3 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom bis 2020 eingespart werden. Das entspreche der Jahresproduktion von etwa zehn Atomkraftwerken. Durch Effizienzmaßnahmen im Wärmebereich können zudem jährlich 155 Mrd. kWh an Energie eingespart werden.

Die Unternehmensinitiative taxiert den finanziellen Einspareffekt auf bis zu 19,3 Milliarden Euro pro Jahr. Dem stünden Investitionen von 11,8 Milliarden Euro gegenüber - und zwischen 260 000 bis 500 000 zusätzliche Arbeitsplätze.

Die Bundesregierung sieht im Energiesparen ein Schlüsselprojekt bei der angestrebten grünen Energiewende. "Energiesparen ist nach wie vor unsere wichtigste Energiequelle", betont die Parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin Katherina Reiche (CDU). Allerdings hatte die Regierung die Mittel für das erfolgreiche Gebäudesanierungsprogramm, in dem ein Förder-Euro bis zu 16 Euro an Investitionen auslöst, in diesem Jahr auf knapp eine Milliarde Euro gestutzt. In der schwarz-gelben Koalition gibt es Forderungen, das Programm wieder auf mindestens zwei Milliarden Euro aufzustocken.

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