Photovoltaik vermeidet fast 29 Millionen Tonnen CO2 im Jahr

17.02.2020

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Neue Zahlen des Umweltbundesamtes belegen, wie effizient Solarstromanlagen im Kampf gegen den Klimawandel sind. Jede erzeugte Kilowattstunde Photovoltaikstrom vermeidet demnach in Deutschland derzeit 627 Gramm Kohlendioxid. Eine größere Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus spart der Behörde zufolge rund zehn Tonnen CO2 im Jahr ein. Bei einem Solarpark mit einer installierten Leistung von zehn Megawatt sind es bereits rund 6.300 Tonnen Treibhausgase jährlich.

Allein in Baden-Württemberg hat die Photovoltaik im Jahr 2018 den Ausstoß von rund 3,6 Millionen Tonnen CO2 vermieden, informiert das Solar Cluster Baden-Württemberg. Deutschlandweit seien es insgesamt fast 29 Millionen Tonnen gewesen.

Vergleich: CO2-Einsparung durch Solaranlagen und Bäume

Eine 16-Kilowatt-Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus vermeidet dem Verband zufolge genau so viel CO2, wie ein Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr verursacht. Bei einer vierköpfigen Familie reduzierten sich die Emissionen bilanziell folglich um 25 Prozent. Auch Unternehmen oder die öffentliche Hand könnten mit Photovoltaik ihre Klimabilanz erheblich verbessern: Eine mittelgroße Solaranlage auf Gewerbeimmobilien oder kommunalen Gebäuden mit 350 Kilowatt installierter Leistung vermieden rund 220 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. Größere Anlagen auf Industriedächern oder Verwaltungsgebäuden würden bei einer Größe von 750 Kilowatt installierter Leistung 470 Tonnen schaffen.

Um dieselbe Menge CO2 zu binden, die die 350-Kilowatt-Anlage vermeide, wäre ein Wald mit rund 18.000 Buchen erforderlich. Bei der 750-Kilowatt-Anlage seien es sogar 38.000 Buchen. Bei einer kleinen Balkonsolaranlage mit zwei Photovoltaikmodulen, rund 600 Watt installierte Leistung, liege die nötige Anzahl an Buchen immer noch bei 30.

Gute Klimabilanz bei der Herstellung von Solaranlagen

Der zur Herstellung erforderliche energetische Aufwand bei Solaranlagen ist heute nicht zuletzt aufgrund großer Fortschritte durch Forschung und Entwicklung mittlerweile deutlich kleiner als die während der Lebensdauer der Anlage erzeugte Ökostrommenge, so der Branchenverband weiter. Je nach Solarzelltechnologie seien es in Deutschland ein bis drei Jahre, dann habe sich der Energieaufwand zur Herstellung amortisiert. Die Laufzeit der Solarmodule betrage meist 30 Jahre oder mehr.

Photovoltaikstrom verdrängt fossile Energien

Der Strom aus Sonnenenergie verdränge in Deutschland fossilen Strom aus Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken aus dem Strommarkt. Infolgedessen sinke der der Ausstoß der Treibhausgase enorm. Der verdrängte Strom stammt laut der Studie des Umweltbundesamtes zu 61 Prozent aus Kohlekraftwerken und 39 Prozent aus Gaskraftwerken.

Politik und Wirtschaft müssen massiv in Forschung und Produktion für den Solarausbau investieren, erklärt der Verband. Aktuelles Ziel der Bundesregierung bis 2030 seien 55 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 – bislang seien erst rund 35 Prozentpunkte geschafft. Bis zu 500 Gigawatt installierte Photovoltaikleistung, zehnmal so viel wie aktuell errichtet, seien hierzulande nötig, um die Klimaziele zu erreichen.