Ohne EU-Nutzung: Streaming-Pass von Vodafone in Teilen untersagt

Bonn / Heidelberg. Die Bundesnetzagentur hat bestimmte Bedingungen der Roaming-Nutzung der Tarifoption „Vodafone Pass“ untersagt. „Vodafone Pass“ ist ein sogenanntes Zero-Rating-Produkt: Anwendungen wie Audio-, Video- und Chat-Dienste können genutzt werden, ohne dass das verbrauchte Datenvolumen auf das Inklusivvolumen des Tarifs angerechnet wird.

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Bild: Mit Smartphone im Urlaub Bild: ©Jacob Lund / Adobe Stock / Text: Verivox

Kritik: Unbegrenzte Nutzung nicht im EU-Ausland möglich

Laut Bundesnetzagentur seien für die Nutzung in der EU Anpassungen erforderlich: Denn der „Vodafone Pass“ ist derzeit nur im Inland unbegrenzt möglich. Seit Juni 2017 müssen Mobilfunkanbieter jedoch Roaming-Dienste im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen wie im Inland anbieten. Die Behörde wolle nun dafür sorgen, dass Vodafone Pass auf Reisen genutzt werden kann wie zu Hause.

"Aus Verbrauchersicht ist es klar zu begrüßen, dass Vodafone zur Lockerung seiner Fair-Use-Begrenzungen aufgefordert wurde", sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. "Der vergleichbare StreamOn-Service der Telekom wird sogar im Ausland komplett geblockt. Hier ist mehr Transparenz gefragt: Nicht allen Kunden ist diese Beschränkung klar, und so ist ruckzuck das Datenvolumen verbraucht."

Roaming-Anbieter dürfen die Nutzung von Daten im EU-Ausland mit einer angemessen Nutzungsregelung (fair-use-policy) begrenzen. Vodafone behält sich vor, das Roamingvolumen für die Nutzung im EU-Ausland auf 5 GB pro Vodafone Pass zu beschränken. Eine solche Beschränkung ist zwar grundsätzlich zulässig, das Volumen nach Auffassung der Bundesnetzagentur aber nicht ausreichend. Daher wird die Beschränkung auf 5 GB mit der heutigen Entscheidung untersagt.

Netzneutralität konnte gewährt werden

Kritikpunkte der Bundesnetzagentur zur Netzneutralität konnte Vodafone ausräumen. Die Bundesnetzagentur hatte das Angebot „Vodafone Pass“ zunächst auch unter Aspekten der Netzneutralität beanstandet. Vodafone hat das Angebot mittlerweile angepasst und die Bundesnetzagentur sieht derzeit keine Notwendigkeit, das Verfahren weiter zu verfolgen.

Anders als beim Zero Rating-Angebot „StreamOn“ der Telekom wird Videoverkehr bei „Vodafone Pass“ derzeit nicht gedrosselt. Vodafone behält sich aber vor, dass Videoverkehr auf SD-Qualität beschränkt wird, soweit dies rechtlich zulässig ist. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Vodafone insbesondere den Ausgang des StreamOn Gerichtsverfahrens berücksichtigen wird.

Zero Rating: Was ist der Vodafone Pass?

Bei der Tarifoption „Vodafone Pass“ handelt es sich um ein sogenanntes Zero-Rating-Produkt, bei dem das durch Partnerdienste verbrauchte Datenvolumen nicht auf das Inklusivvolumen des Grundtarifs angerechnet wird. Diese Dienste können Audio-, Video- und Chat-Dienste aber auch soziale Netzwerke umfassen. Die Bundesnetzagentur hat seit Oktober 2017 Ermittlungen durchgeführt, ob das Angebot „Vodafone Pass“ gegen die Roaming-, Netzneutralitäts- und Transparenzvorgaben verstößt.

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