Ökostrombranche: Flaute beim Kundenzuwachs

Herrsching - Die Atomkatastrophe von Fukushima bewegte viele deutsche Verbraucher. Zahlreiche Stromkunden wechselten zu einem Ökostromanbieter. Der Boom hielt jedoch nicht lange an. Wachstum verzeichnet jedoch auch die Ökogas-Branche.

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Bild: Stecker mit Blüte Bild: ©Benjamin Haas/fotolia.com / Text: Verivox

Knapp 4 Millionen Haushalte haben im vergangenen Jahr Ökostrom bezogen. Im Vergleich zu 2010 bedeutet das ein Plus von rund 30 Prozent. Den neuen Kundenrekord dokumentiert die achte Ökostromumfrage der Fachzeitung Energie & Management (E&M). E&M hat diese jährliche Studie 2005 ins Leben gerufen und bietet damit nach Einschätzung von Fachleuten die umfassendste und detaillierteste Übersicht über den Ökostrommarkt hierzulande.

Laut der Umfrage haben im vergangenen Jahr gut vier Millionen Privathaushalte sowie über 186.000 Gewerbebetriebe Ökostrom geordert. Insgesamt betrug der Absatz rund 21 Milliarden Kilowattstunden – ein deutliches Plus im Vergleich zur Erhebung für das Jahr 2010, die einen Gesamtabsatz von knapp 16 Mrd. Kilowattstunden ermittelt hatte. Zu den drei größten Ökostromanbietern bundesweit zählen im Privatkundensegment die LichtBlick AG mit 495.000 Kunden (Stand Ende 2011), Entega, die Vertriebstochter des HSE-Konzerns aus Darmstadt mit 392.000 Kunden, sowie lekker Energie, ein Gemeinschaftsunternehmen der Enervie-Gruppe aus Hagen sowie der Stadtwerke Krefeld mit 340.000 Kunden.

Weniger Wachstum als erwartet

„Nach dem Reaktorunglück in Fukushima im März 2011 haben die meisten Ökostromanbieter mit deutlich höheren Zuwächsen gerechnet, deshalb sind die neuen Rekordmarken mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu sehen“, bewertet der für die Umfrage verantwortliche E&M-Redakteur Ralf Köpke die Ergebnisse. In den ersten Wochen nach Fukushima hatten einige Unternehmen sprunghafte Kundenzuwächse verbuchen können. Diese Dynamik verflachte aber bereits drei Monate später. Auch derzeit ist keine große Dynamik im Ökostrommarkt auszumachen. Die führenden Unternehmen verzeichnen Wechselquoten, die auf dem Niveau „Fukushima“ liegen. Daher geht E&M für dieses Jahr eher von bescheidenen Zuwachsraten im Grünstromsegment aus.

Zuwächse verzeichnet auch der Markt für Ökogas. Mittlerweile beziehen rund 250.000 Haushalte bundesweit ein Erdgasprodukt, dem entweder teilweise Biomethan beigemischt ist oder das durch den Bezug von CO2-Zertifkaten als klimaneutral gilt. Das ergab die dritte E&M-Ökogasumfrage. Der Zuwachs basiert unter anderem auf einem größeren Angebot an Ökogasprodukten.

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