Neue Kooperation: ING vergibt Kredite an Amazon-Händler

01.07.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die ING Deutschland kooperiert bei der Kreditvergabe künftig mit Amazon. Der US-Versandriese vermittelt die Kredite der Bank an professionelle Händler, die ihre Produkte über die Plattform Tech-Konzerns anbieten. Zuerst hatte das Handelsblatt über die neue Kooperation berichtet.

Kreditangebot für etablierte Amazon-Verkäufer

Die ING Deutschland (früher: ING-DiBa) stellt teilnahmeberechtigten Amazon-Verkäufern künftig Kredite zwischen 10.000 und 750.000 Euro mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren zur Verfügung. Anträge für das Programm können etablierte Verkäufer mit Firmensitz in Deutschland stellen. Laut Handelsblatt sind Alter und Umsatz der Händler weitere Kriterien für die Teilnahme am neuen Programm.

„Unser Ziel ist es, etablierten Verkäufern zu helfen, ihr Geschäft auszubauen“, sagt Felix Kristl, Country Manager Amazon Lending Germany. Mehr als die Hälfte des weltweit über Amazon erwirtschafteten Handelsumsatzes stamme von unabhängigen kleinen und mittleren Unternehmen. „Mit dem frischen Kapital können die Unternehmen zum Beispiel Lagerbestände erhöhen, neues Personal einstellen, den Betrieb finanzieren und weitere Kunden erreichen.“

Wie viele Händler genau die Kredite in Anspruch nehmen können, dazu äußerten sich beide Unternehmen nicht. „Es handelt sich jedoch um eine signifikante Anzahl, ansonsten wäre eine solche Kooperation nicht zustande gekommen“, sagte Sven Foos, Head of Business Banking bei der ING, dem Handelsblatt.

„Steigende Nachfrage nach Lösungen dieser Art“

Die Bank erschließt sich mit der Kooperation einen neuen digitalen Vertriebskanal für Unternehmenskredite. „Wir beobachten eine steigende Nachfrage von kleinen und mittleren Unternehmen nach Lösungen dieser Art“, sagt Nick Jue, Vorstandsvorsitzender der ING Deutschland.

Amazon tritt bei dem Programm als Kreditvermittler auf und präsentiert den Verkäufern die Kreditangebote in seinem Verkäuferportal. Die Zinseinnahmen gehen komplett an die ING, wie Sven Foos dem Handelsblatt bestätigte. Die Bank trage auch das Risiko. Ob Amazon für die Vermittlung eine Provision erhält, kommentierte er nicht.