LG G5 mit Doppellinse: Mit der zweiten sieht man besser

15.04.2016

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - LG setzt auf eine Kamera mit zwei Linsen: Die erste Optik schießt 16-Megapixel-Fotos mit üblichem Bildwinkel, doch die zweite fertigt Weitwinkel-Aufnahmen mit 135 Grad an – ideal für Landschaften oder auch in kleinen Räumen. Auch die weitere Ausstattung haben die Koreaner massiv überarbeitet und präsentieren zudem ein Novum. Trotz Alu-Unibody lässt sich der Akku austauschen, weil die Unterkante geöffnet werden kann. Über diesen „Magic Slot“ lassen sich bei Bedarf Zusatz-Module für erweiterte Kamera- oder Audiofunktionen andocken. Ob all das in der Praxis wirklich Vorteile bringt und was es sonst noch über das LG G5 zu wissen gibt, sagt der ausführliche Test von Verivox.

Setzte LG letztes Jahr mit dem G4 noch auf ausgefallene Designs etwa mit Echtleder-Rückseite, so gibt sich das neue G5 deutlich konservativer in der Optik. Dafür steckt es in einem Unibody aus Metall. Speziell ist: Die Koreaner wollten die Unterbrechungen für die Antennensignale vermeiden, die bei anderen Herstellern als Linien in der Rückseite zu erkennen sind. Stattdessen hat man die Antennen direkt in die Rückseite eingelassen, doch dafür besteht der Rücken nur in der untersten Schicht aus einer speziellen Aluminium-Legierung, darüber findet sich eine Schicht Kunststoff und als Abschluss folgt die Oberflächenbeschichtung. Dafür fühlt sich das G5 wesentlich wärmer an als etwa die One-Telefone.

Magic Slot

Und noch eine Besonderheit weist dieser Metallmantel auf: Während andere Unibodys konstruktionsbedingt nicht die Möglichkeit bieten, den Akku mit wenigen Handgriffen zu wechseln, ist das beim G5 kein Problem. Denn die Unterkante lässt sich vollständig abnehmen. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt das folgende Video

LG G5 mit Tarif finden

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Über diesen so genannten Magic Slot lassen sich auch Zusatz-Module andocken, als erstes will LG in Kürze das „Cam-Plus“ für 99 Euro sowie das „Hi-fi Plus“ für 149 Euro auf den Markt bringen. Ersteres beherbergt einen eigenen Akku mit 1.200 Milliamperestunden sowie diverse Bedien-Elemente für die Kamera und taugt als Griff, das Zweitgenannte erhöht die Klangqualität am Kopfhörer-Ausgang dank 32-Bit-Unterstützung, eigenem DA-Wandler und separatem Verstärker. Eine durchaus clevere Idee. Allerdings fiel im Test auf, dass sich die rechte Seite der Unterkante mangels Verriegelungsmechanismus ein Stück weit herausziehen lässt. Nicht weit genug, um den Akku vom Kontakt zu trennen und somit das Telefon auszuschalten, doch dürfte die einseitige Belastung der Verriegelung auf Dauer nicht wirklich der Haltbarkeit zuträglich sein – stabiler wäre definitiv ein beidseitiger Verschluss. Vor allem dann, wenn das 55 Gramm schwere Kamera-Modul daran hängt, das ja gerade auch als Griff dienen soll.

Fingerabdruck-Sensor

Darüber hinaus hat sich LG vom Konzept abgewandt, die Lautstärkewippe auf der Rückseite zu platzieren, beim G5 sitzt diese wieder konservativ in der linken Flanke. Schade eigentlich, denn beim G4 und seinen Vorgängern war das Element haargenau dort, wo der Zeigefinger ohnehin ruht. Aber vermutlich ließ sich das nicht mit dem Fingerabdruck-Sensor vereinen, der sich nun stattdessen dort befindet und der gleichzeitig als Ein-/Aus-/Standby-Taster fungiert. Das Entsperren des Telefons klappt zügig, auch wenn sich eine geringfügige Verzögerung feststellen lässt; da sind einige andere Smartphones eine Spur schneller. Weil aber im Gegensatz zu Samsung und Sony nicht erst der mechanische Taster gedrückt werden muss, sondern es ausreicht, den Finger aufzulegen, spielt sich der Gesamtvorgang trotzdem schneller ab als beispielsweise beim Samsung Galaxy S7.

Weniger ist mehr

Auffällig außerdem, dass LG die Größe des Displays von 5,46 auf 5,3 Zoll (von 139 auf 135 Millimeter) reduziert hat – vorbei sind offenbar die Zeiten ständig wachsender Touchscreens. Auch Samsung hat sein aktuelles Flaggschiff, das Galaxy S7, bei 5,1 Zoll (129 Millimeter) belassen. Wer schon einmal versucht hat, das G4 oder andere XL-Smartphones mit einer Hand zu bedienen, der weiß, warum. Von den Maßen ganz zu schweigen: 74 x 150 x 7,9 statt 76 x 149 x 9,8 Millimeter misst das G5 nun, das Gewicht stieg allerdings von 155 auf 159 Gramm an, Stichwort: Metallgehäuse. Damit gehört zwar auch das neue LG nicht zu den kompakten Leichtgewichten, doch bei 5,5 Zoll wäre der Proband wohl wortwörtlich untragbar gewesen. Sicher eine gute Entscheidung. Zumal die Darstellungsfläche des G5 gerade mal sechs Prozent geringer ist als beim G4 – das dürfte so gut wie niemand bemerken.

Scharf und hell

Die Auflösung blieb mit 1440 x 2560 Pixel gleich, die Schärfe beträgt nun 477 statt 449 Pixel pro Quadratmillimeter (555 statt 538 ppi). Solche Unterschiede erkennt das bloße Auge nicht, die beiden LG-Mattscheiben gehören zu den schärfsten im Lande. Eine weitere Steigerung wäre allenfalls mit 4K-Displays möglich, doch da hat ja das Sony Xperia Z5 Premium bewiesen, dass diese Steigerung zu keiner zusätzlichen Schärfewahrnehmung beim Betrachter führt. Außer man verwendet das Telefon in einer VR-Brille, dann ist 4K klar von Vorteil. Die Steigerung der Helligkeit dürfte hingegen jeder bemerken: Wurden beim G4 bereits hervorragende 504 Candela pro Quadratmeter in der Bildschirmmitte gemessen, bringt es das G5 in hellen Umgebungen auf bis zu 665 Candela – ein neuer Rekord. Damit kann man die Anzeige sogar im Sonnenschein gut ablesen. Positiv ferner, dass der Sonnen-Turbo selbst dann aktiv wird, wenn die Beleuchtungsautomatik der Mattscheibe nicht aktiv ist. Nicht zuletzt handelt es sich wieder um ein Dual-Domain-IPS-Panel, dessen Darstellungsqualität und Blickwinkelstabilität prima ist.

Always-on-Display

Neu ist außerdem das „Always-on“-Display, das im Sperrbildschirm Datum, Uhrzeit und Ereignisse anzeigt. Das kennt man unter anderem von den Moto X-Telefonen von Motorola, und auch das Galaxy S7 setzt auf eine sehr ähnliche Funktion – wenngleich sich die Darstellung bei Samsung editieren lässt. LG hingegen bietet dem Anwender allein die Wahl, ob er anstelle der Uhr eine „Signatur“ sehen möchte, also einen kurzen individuellen Text. Doch werde würde das schon wollen? Ansonsten kann man die Funktion nur komplett ausschalten; da ist Samsung weiter.

Auf der anderen Seite zeigt Samsung (derzeit) keine Ereignisse von Dritt-Programmen wie WhatsApp an, nur eigene Anwendungen. Anders LG: Das G5 stellt alles dar, was das Benachrichtigungs-Center von Android hergibt, nur kompakt als Icon – ohne Details und ohne Zähler. Trotzdem versagt das LG-Konzept am Ende, denn die Darstellung erweist sich in der Praxis meist als viel zu dunkel, Spiegelungen im Deckglas erschweren die Lesbarkeit zusätzlich.

Falsche Bildschirm-Technologie

Das hat einen guten Grund: LG hat nämlich für das G5 auf ein LCD-Panel gesetzt, die Bildpunkte werden also von hinten illuminiert – auch wenn größtenteils nur Schwarz angezeigt wird. Das OLED-Panel von Samsung hingegen kann schwarze Pixel vollständig ausschalten, weil die Bildpunkte selbst leuchten. Allein die tatsächlich genutzten Pixel der „Always-on“-Anzeige verbrauchen beim S7 Strom. Deswegen kann Samsung bei der Helligkeit großzügig sein, während LG sie auf ein Minimum reduzieren muss. Negativ fiel im Test zudem auf, dass das G5 die Anzeige bei Dunkelheit deaktiviert: Damit fällt die Nutzung als Nachtuhr flach.

Snapdragon 820 Prozessor

Im LG G5 steckt als Prozessor der brandneue Snapdragon 820 von Qualcomm. Dieser besteht zwar aus nur 4 Kernen, doch beweist Apple ja immer wieder, dass sogar 2 Kerne mehr leisten können als 8. Qualcomm hat nach langer Zeit wieder selbst Hand angelegt und die Architektur optimiert, weshalb sich nun unter anderem jeder Kern einzeln Takten lässt, bis maximal 2,15 Gigahertz. Auch das neue Grafikmodul Adreno 530 soll wesentlich kraftvoller sein als seine Vorgänger. Beim G5 kommen außerdem noch stramme vier Gigabyte Arbeitsspeicher hinzu. Mit dieser Kombination erzielt der Proband in der Gesamtwertung aus zwölf der bekanntesten Benchmarks mit mehr als 50 erfassten Einzelwerten ein Ergebnis, das 78 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten 24 Monaten getesteten Smartphones liegt. Das G4 rangiert derzeit 16 Prozent darüber, macht ergo eine Steigerung von satten 62 Prozentpunkten. Das merkt man in der Praxis, spätestens wenn beispielsweise grafisch aufwändige Games oder mehrere Anwendungen im Multitasking-Betrieb laufen. Auch klappt das Scrollen durch Seiten und Listen ungemein flüssig auf dem G5. Das Galaxy S7 bleibt aber dennoch überlegen: 105 Prozent über dem Mittel, also 27 Prozentpunkte über dem G5.

Akkulaufzeit nur Mittelmaß

Der Akku fasst 2.800 Milliamperestunden und hielt im Laufzeittest mit der Videowiedergabe bei auf 200 Candela gedimmtem Display im Flugmodus 482 Minuten lang durch: lediglich 1 Prozent mehr als üblich. Das G4 liegt 4 Prozent unter dem Schnitt. Kein signifikanter Unterschied mithin. Otto Normalnutzer kommt mit dem G5 problemlos durch den Tag, Intensivnutzer dürften aber zwischentanken oder einen Zweitakku bemühen müssen. Ganz anders das S7, das sage und schreibe 696 Minuten im Test erzielte und damit 45 Prozent über dem Mittel liegt: Das sollte selbst an besonders arbeitsreichen Tagen mehr als genug sein.

Schnelles Laden

Das Aufladen klappt auf ähnlich hohem Niveau wie bei Samsung: Mit dem beiliegenden Netzteil zeigt der zuvor vollständig entladene Akku nach 15 Minuten bereits wieder einen Stand von 29 Prozent an, nach 30 Minuten sind es 57 Prozent und nach einer Stunde 89 Prozent. In Relation zur Akkukapazität ist das 53 Prozent schneller als üblich, das S7 liegt 66 Prozent über dem Durchschnitt. Drahtloses Laden unterstützen beide Koreaner nicht.

Fette Ausstattung

Auch hinsichtlich der restlichen Ausstattung liegen G5 und S7 weitgehend gleichauf: Der interne Speicher fasst 32 (netto: 21,5) Gigabyte und kann per Micro-SD-Karte erweitert werden – offiziell um 2 Terabyte, faktisch sind aktuell Chips mit maximal 200 Gigabyte erhältlich. LTE mit nominal 300 Megabit pro Sekunde, WLAN ac, Bluetooth 4.2. NFC: alles vom Feinsten. Das LG punktet zudem mit UKW-Radio und einer USB-Schnittstelle vom Typ C, bei der sich das Kabel beidseitig einstöpseln lässt. Dennoch wird lediglich das reguläre USB 2.0 unterstützt, nicht der aktuelle Standard 3.1 mit höheren Übertragungsraten. Des Weiteren sitzt in der Stirnseite des G5 ein Infrarot-Sender zur Nutzung des Telefons als Fernbedienung für TV & Co. Im Gegenzug ist das Galaxy S7 staub- und wasserfest nach IP 68. Dual-SIM beherrschen beide Boliden nicht.

Unterschiedliche Brennweiten

Bereits das G4 verfügt über eine 16-Megapixel-Kamera mit lichtstarkem f1,8-Objektiv, Laser-Autofokus und optischem Bildstabilisator – da hat LG offenbar wenig Raum für Verbesserungen gefunden. Stattdessen setzen die Koreaner beim G5 auf zwei Objektive, eines mit einem für Smartphones üblichen Bildwinkel von 78 Grad und ein anderes für Weitwinkel-Aufnahmen mit 135 Grad. Letzteres ist ideal für Landschaftsaufnahmen. Das Umschalten zwischen den beiden Objektiven erfolgt entweder durch entsprechende Icons direkt im Sucher oder stufenlos bei Nutzung der Zoom-Funktion. Diese zoomt nun nicht nur wie allgemein üblich in das Foto hinein, sondern auch hinaus, geht also nahtlos in Richtung Weitwinkel-Aufnahme über. Allerdings operieren beide Kameras mit unterschiedlichen Auflösungen, außerdem kann der Anwender zwischen dem Format 4:3 und 16:9 wählen. Das ergibt unterm Strich vier verschiedene Maximalauflösungen:

Format    Objektiv       Bildpunkte            Megapixel

16:9          Normal         5321 x 2988           15,9

4:3            Normal         3984 x 2988           11,9

16:9          Weit              3840 x 2160           8,29

4:3            Weit              2880 x 2160           6,22

Es empfiehlt sich mithin, das Format 16:9 zu wählen: Einen anderen Bildausschnitt kann man bei Bedarf immer noch hinterher festlegen, auch auf dem Telefon. Welche weiteren Funktionen die Doppel-Linse ermöglicht, demonstriert das Hands-on-Video des G5 (siehe oben).

Die Auslöseverzögerung geht gegen Null, und die Frontkamera nimmt Fotos mit maximal 8 Megapixel auf, also ebenso wie das G4. Die weiße LED auf der Rückseite leuchtet den Nachbereich lediglich mittelprächtig aus, da wirken die Aufnahmen des Galaxy S7 heller, weil dessen Objektiv mit f1,7 mehr Licht einfängt.

Bildqualität

Wie schon das G4, so besticht auch das G5 mit scharfen, detailreichen Fotos. Auch Farben, Belichtung, Kontraste und Dynamik sind wieder prima. Trotzdem kann das Galaxy S7 hier mit noch mehr Schärfe und vor allem präziseren Details punkten.

Bei stark bewölktem Himmel oder in geschlossenen Räumen macht sich das Bildrauschen bereits leicht bemerkbar. Das trifft zwar auch auf alle anderen Smartphones zu, einschließlich des S7, doch bleiben die Fehlpixel beim Samsung geringer, erneut wegen des lichtstärkeren Objektivs respektive wegen der daraus resultierenden niedrigeren ISO-Zahl. Wo das G5 beispielsweise mit ISO 200 operiert, reichen dem S7 ISO 160 – ergo geringeres Korn und weniger Bildrauschen.

Bei Aufnahmen am Abend zieht das S7 noch deutlicher am G5 vorbei: Das Bildrauschen ist dann zwar ebenfalls hoch, doch zeigen dunkle Bildbereiche mehr Details, weshalb die Fotos immerhin etwas brauchbarer sind als die des LG. Dennoch sei betont, dass es hier um Unterschiede auf höchstem Niveau geht: Auch das G5 liefert aufgrund des optischen Stabilisators noch knackige Fotos, wo andere Mobiltelefone mit lediglich digitalem Bildberuhiger schon längst verwackelte Aufnahmen produzieren. Deshalb erzielt auch das G5 locker ein glattes „Sehr gut“ in der Fotowertung. Aber das Samsung ist eben noch einen Tick besser, in sämtlichen Lebenslagen.

Im Vergleich zum G4 schneidet das G5 nur marginal besser ab, weil die Fotos meist einen Hauch schärfer geraten. Aber diese Verbesserung ist zu gering, um deswegen umzusteigen. Die Weitwinkelaufnahmen sind aber natürlich unbestritten von Vorteil – auch gegenüber dem Galaxy S7.

Gesteigerte Videoqualität

In Sachen Video hat sich bis auf die Doppel-Linse auf den ersten Blick nichts getan: Schon das G4 zeichnet Clips in 4K auf, also mit 3840 x 2160 Pixel. Allerdings haben die Entwickler die Datenrate von 30 auf 48 Megabit pro Sekunde angehoben, weshalb die Schärfe und vor allen Dingen die Detailtreue wesentlich besser ausfällt als beim Vorgänger. Trotzdem ist die Videoqualität nicht optimal, denn mitunter entgleitet dem Autofokus die Schärfe. Das ist kein regelrechtes Pumpen, stört aber trotzdem. Auch hier erweist sich das Galaxy S7 als deutlich besser: Der Autofokus ist stabil wie ein Stein. Darüber hinaus reagiert er noch eine Spur schneller, auch wenn das G5 bereits enorm fix ist. Die Videos des S7 sind aufgrund der höheren Lichtstärke zwar manchmal ein klein wenig milchig und die Kontraste des G5 kräftiger, aber mit seiner höheren Schärfe sowie dem besseren Autofokus gefällt das Samsung insgesamt trotzdem klar besser. Für ein „Gut“ reicht es aber auch dem G5 – ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum „Ausreichend“ des G4.

Erstklassiger Klang

Am Referenz-Headset, den Ultimate Ears Reference Monitors, produziert der Proband einen sehr kräftigen, harmonischen und natürlichen Klang. Die Höhen tönen kristallklar und präsent, die Bässe kräftig ohne zu dröhnen. Da lässt sich kein Fehler heraushören und auch kein Unterschied zur Klang-Referenz, dem Samsung Galaxy Note 4. Einen besseren Sound kann man derzeit also nicht finden bei einem Smartphone. „Sehr gut“. Auch dies ein wesentlicher Schritt nach vorn im Vergleich zum G4, das für seinen überraschend schlechten Klang ein „Mangelhaft“ kassiert hat.

Menü adé

Über Android 6.0.1 legt LG seine gewohnte Nutzeroberfläche, die mittlerweile bei Version 5.0 angelangt ist. Diese hat sich kaum verändert und bietet die ebenso bekannten wie geschätzten Funktionen wie „Knock on“ und „Kock Code“ zum Wecken und Entsperren des Telefons aus dem Standby-Modus. Um nur ein Beispiel von vielen zu nennen. Einen Unterschied gibt es aber zu vermelden: Das G5 kommt ohne Menü, alle Apps finden sich ausschließlich auf den Startbildschirmen. Dennoch lassen sich die Icons auf Wunsch alphabetisch sortieren, wobei dann allerdings die individuelle Anordnung verloren geht. Wer sein Menü zurück möchte, kann in der vorinstallierten App „LG Smartworld“ das Tool „LG Home 4.0“ herunterladen. Oder einen der zahllosen App Launcher im Play Store.  Nicht zuletzt hat LG ein Update für Ende April versprochen, welches das Menü direkt aus den Einstellungen heraus selektierbar macht. Nach dessen Installation soll dann unter „Einstellungen – Anzeige – Homescreen – Benutzeroberfläche wählen“ neben „Home“ und „Easy Home“ ein dritter Punkt namens „Home & App Drawer“ erscheinen.

Fazit

Im Vergleich zum G4 ist der Touchscreen des G5 sogar etwas kleiner, dafür aber deutlich heller geworden. Außerdem kam ein Fingerabdruck-Sensor hinzu – wofür aber leider die Lautstärkewippe von der Rückseite in die linke Front wanderte. Der Snapdragon 820 Prozessor ist bärenstark und liegt satte 78 Prozent über dem Durchschnitt, doch schlägt sich auch das G4 mit 16 Prozent über dem Mittel noch respektabel. Die Qualität der Fotos kletterte nur leicht – das Weitwinkel-Objektiv ist aber gerade bei Landschaftsaufnahmen von Vorteil. Videos gelingen mit dem G5 deutlich besser, der Musikklang ist endlich wieder spitze. Es gibt also durchaus gute Gründe, um auf das G5 umzusteigen.

Wenn da nicht auch noch das G3 wäre, welches sich multimedial beinahe ebenso gut schlägt und mit 32 Gigabyte internem, erweiterbarem Speicher aktuell ab 275 Euro zu haben ist. Weshalb der Urahn im Preis-Leistungs-Verhältnis satte 32 Prozent über dem aktuellen Durchschnitt liegt. Das G4 für rund 440 Euro rangiert hingegen 19 Prozent darunter, das G5 steigt mit knapp 700 Euro gar 45 Prozent unter dem Mittel ein. Kunden erhalten beim G3 also am meisten für ihr Geld.

Wer stattdessen das Smartphone mit der besten Leistung sucht, wäre mit dem Samsung Galaxy S7 besser beraten. Vor allem die Kamera schneidet besser ab, der Prozessor liefert noch einmal 27 Prozentpunkte mehr PS, der Akku hält ganze 44 Prozent länger durch und sollte damit selbst Intensivnutzer durch den Tag bringen. Außerdem ist es staub- und wasserfest nach IP 68.

Allerdings hat auch das LG G5 einige Vorzüge, die manchem Interessenten womöglich wichtiger sind: Diese betreffen die Weitwinkel-Linse, den austauschbaren Akku, das Metallgehäuse, das UKW-Radio, die USB-Buchse Typ C sowie den Infrarot-Sensor zur Nutzung des Telefons als Fernbedienung für TV & Co. Die restliche Ausstattung ist bei beiden Koreanern identisch. Und das „Always-on“-Display kann bei beiden noch nicht wirklich überzeugen. Sicherlich keine einfache Entscheidung.