Kunst richtig versichern: Hausratpolice allein reicht nicht

07.03.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: dpa/tmn

Nicht jeder hat einen echten Rembrandt zu Hause an der Wand hängen. Dennoch erbt der eine oder andere vielleicht ein wertvolles Stück von den Großeltern. Dieses sollte richtig versichert werden: Die normale Hausratversicherung reicht für wertvolle Schätze nicht aus.

Hausratversicherung setzt Grenzen

Wertvolles Gemälde, limitierte Fotoserie oder wertvolle Teppiche: Häufig gelten diese Gegenstände als Wertsachen. In der Hausratversicherung unterliegen sie damit bestimmten Entschädigungsgrenzen - meist 20 Prozent der Versicherungssumme.

Für die Versicherungssumme - also den Wert des gesamten Hausrates - werde häufig pauschal ein Betrag von 650 Euro bis 750 Euro pro Quadratmeter zugrunde gelegt, erklärt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Bei einer Wohnungsgröße von 100 Quadratmetern zum Beispiel beträgt die Versicherungssumme für den Hausrat 65.000 bis 75.000 Euro.

"Sammelt man eher unbekannte Künstler und der Wert der Sammlung ist überschaubar, kann der Schutz durch eine Hausratversicherung ausreichend sein", sagt Alexander Küsel vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Allerdings sind 20 Prozent der oben im Beispiel genannten Summe schnell erreicht.

Kunstversicherung für wertvolle Objekte

Versicherer bieten deshalb für wertvolle Kunstgegenstände, Plastiken oder Designermöbel eine spezielle Kunstversicherung - oft in Verbindung mit der Hausratversicherung. Eine solche Police lohne sich, wenn die Absicherung der Kunstschätze über die Hausratversicherung nicht ausreicht, erklärt Grieble.

"Der große Vorteil ist der individuelle Schutz, der geboten wird", erklärt Versicherungsexperte Küsel. Manche Versicherer bieten zum Beispiel eine Schätzung und kunsthistorische Einordnung der zu versichernden Werke an.

Versicherung greift auch bei Transportschäden

Bei der Kunstversicherung ist - anders als bei der Hausratversicherung - auch der Transport der Objekte mitversichert. Für Ausstellungen, Leihgaben und Restaurationen fallen Transporte an. Mit einer Kunstversicherung sind die Kunstwerke auch in solchen Fällen mitversichert. Der sogenannte All-Gefahren-Schutz verspricht zudem eine Absicherung bei Diebstahl und Verlust aber auch bei Schäden durch Feuer oder Leitungswasser.

Bei Kunstversicherungen wird der Versicherungsschutz oft aber noch weiter gefasst: Gedeckt sind auch Schäden, die man selbst oder ein Besucher ungewollt verursacht. Also auch wenn etwa beim Putzen die Zeichnung von der Wand fällt, greift die Police.

Versicherungen verlangen besondere Schutzmaßnahmen

Allerdings haben die Versicherten auch Pflichten. Denn Kunstgegenstände sind häufig empfindlich. Raumklima, Lichteinstrahlung und Hitze setzen Bildern und Antiquitäten zu. Hier können Unternehmen je nach Objektwert Vorgaben zu Lagerung und Pflege machen. So kann es sein, dass der Versicherer verlangt, dass etwa ein wertvolles Gemälde unter definierten Klimakonditionen gelagert wird.

Um auch durch Haustiere verursachte Schäden abzusichern, können individuelle Vereinbarungen mit dem Versicherer getroffen werden. Eine Vorgabe kann hier sein, dass die Katze beispielsweise nicht den Raum betreten darf, in dem das teure Gemälde an der Wand hängt.

An solche Regeln sollten Kunden sich halten. Wird das Raumklima vorsätzlich falsch eingestellt oder die Katze entgegen der Abmachung in die Privatgalerie gelassen, könne der Versicherungsschutz unter Umständen entfallen, warnt Grieble.

Schutz auch im Ausland

Zum Service einer Kunstversicherung gehört auch die Möglichkeit, Gegenstände im Ausland mitzuversichern. "Hat man beispielsweise einen Zweitwohnsitz in Spanien, kann ich die sich dort befindlichen Kunstgegenstände mitabsichern", weiß Grieble. Auch eine besondere Aufbewahrung bei längerer Abwesenheit kann unter Umständen Verhandlungspunkt bei Vertragsschluss sein.

Küsel ergänzt: "Die Sicherungsmaßnahmen hängen vom Wert der Objekte sowie den Räumlichkeiten ab." Oft reichten aber schon mechanisch gut sicherte Türen und Fenster für den Einbruchschutz aus. Darüberhinausgehend können aber eine elektronische Sicherung - zum Beispiel eine Einbruchmeldeanlage - ein Annäherungssensor oder ähnliches nötig sein.

"Sammler hängen an ihren Objekten", weiß Grieble. Da sei ein hohes Sicherheitsbedürfnis nicht überraschend. "Und weil jedes zu schützende Kunstobjekt einzigartig ist, ist auch individueller Schutz sinnvoll", resümiert der Experte.