Konjunktur kommt langsam wieder in Fahrt

30.07.2020

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Nach dem historischen Einbruch der Konjunktur im Zuge der Covid-19-Pandemie sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) inzwischen deutliche Zeichen für eine Erholung. Die Experten erwarten für das laufende dritte Quartal ein kräftiges Wachstum. Bis die Wirtschaftsleistung wieder Vorkrisenniveau erreicht, werde es aber wohl noch dauern.

Drei Prozent Wachstum im laufenden Quartal erwartet

„Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung, doch trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Für das laufende Vierteljahr rechnet das DIW mit einem kräftigen Wachstum der deutschen Wirtschaft drei Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. Die deutsche Wirtschaft hangele sich Stück für Stück aus dem tiefen Loch, in das sie im zweiten Quartal gefallen war.

Konjunktureinbruch war unvermeidbar

Bedingt durch den Lockdown dürfte das Bruttoinlandsprodukt zweistellig und damit in noch nie dagewesenem Ausmaß eingebrochen sein. Konjunkturforscher Simon Jung betont aber, dass am Ende nicht der Lockdown, sondern die Pandemie selbst die Ursache für den historischen Einbruch der Konjunktur war.

„Ein Blick auf die USA lässt erahnen, wie verheerend das Virus ohne weitgehende Einschränkungen hätte grassieren können“, so der DIW-Experte. Auch ein Verzicht auf den Lockdown hätte den Wirtschaftseinbruch nach seiner Überzeugung nicht verhindert, sondern allenfalls verzögert. Bis dahin hätte die ungehinderte Ausbreitung des Virus aber viel menschliches Leid verursacht.

Vorkrisenniveau wohl erst wieder im Jahr 2022 erreichbar

In ihrem Ausblick auf die nächsten Monate geben sich die Ökonomen vorsichtig optimistisch: Bleibe eine zweite Infektionswelle aus, dürften die Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen ein kräftiges Aufholwachstum in Gang setzen.

Allerdings belasten die Sorgen vor weiteren Infektionswellen ebenso wie die wirtschaftlichen Nachwirkungen der ersten akuten Phase die konjunkturelle Erholung. Insbesondere die wichtigen deutschen Exporte litten unter den teilweise gravierenden Folgen der Pandemie in wichtigen Abnehmerländern. Alles in allem geht das DIW davon aus, dass die deutsche Wirtschaft das Vorkrisenniveau erst im Jahr 2022 wieder erreichen wird.