Kfz-Versicherung: Rentner zahlen teils das Doppelte

21.11.2019

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Die Kfz-Versicherer verlangen von Senioren deutlich höhere Preise. Mit 80 kann schon der doppelte Versicherungsbeitrag fällig sein, wie eine Auswertung von Verivox zeigt. Ursache der höheren Preise sind die höheren Schadenzahlen bei den älteren Fahrern. Aber die müssen den Zuschlag nicht klaglos hinnehmen. Verivox zeigt die Alternativen.

Ab 70 steigen die Preise deutlich an

Seit einigen Jahren erheben Kfz-Versicherer teils drastische Zuschläge für ältere Fahrer. So zahlt ein 80-Jähriger mit Haftpflicht und Vollkasko in der Verivox-Auswertung 93 Prozent mehr als ein 50-jähriger Autofahrer. Wenn er nur Haftpflicht versichern möchte, erreicht der Zuschlag sogar 116 Prozent.

Für die Auswertung wurden über 300 Tarife verglichen und die jeweils günstigsten 10 Angebote in die Auswertung einbezogen. Bis 65 hält sich der Zuschlag noch in Grenzen und beträgt 15 Prozent mit Haftpflicht und Vollkasko und 18 Prozent bei Absicherung der Haftpflicht. Danach steigt der Zuschlag rasant an.

Die Auswertung wurde mit einem einheitlichen Schadenfreiheitsrabatt für SF-Klasse 30 gerechnet. „In der Praxis können sich unfallfreie Senioren einen höheren Rabatt erfahren. Einige Kfz-Versicherer haben sogar für etwas Entlastung gesorgt und vergeben mittlerweile für maximal 50 schadenfreie Jahre einen Bonus,“ sagt Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Dennoch können die älteren Fahrer auch mit dem höchstmöglichen Schadenfreiheitsrabatt den Seniorenzuschlag nicht ausgleichen.“

Statistisch verursachen Senioren mehr Schäden

Dass ältere Autofahrer tatsächlich höhere Schäden verursachen, zeigen die Zahlen der Kfz-Versicherer. Laut der Jahresstatistik der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) haben 5,1 Prozent aller Autofahrer zwischen 42 und 62 Jahren im Jahr 2017 einen Haftpflichtschaden verursacht. Bei den Fahrern ab 82 Jahren meldeten 9,8 Prozent einen Unfall – also fast doppelt so viele. Die durchschnittlichen Schadensummen waren dabei ähnlich – 3.405 beziehungsweise 3.230 Euro.

275 Euro sparen – mit Anmeldung auf die Kinder

An ihrem Alter können die Senioren nichts ändern. Aber sie können ihr Auto auf die erwachsenen Kinder zulassen – und teilweise die Hälfte der Kosten sparen. Dazu hat Verivox drei Szenarien gegenübergestellt: Ein 80-jähriger Autofahrer versichert sein Auto selbst. Er lässt das Auto auf ein 50-jähriges Kind zu. Oder er lässt das Auto auf sich zu und versichert es nur über den Nachwuchs.

Bei Zulassung auf die Kinder beträgt die Ersparnis im Haftpflicht-Modellfall 48 Prozent – über 200 Euro. Beim Fahrzeug mit Vollkasko waren es 43 Prozent oder rund 275 Euro. Läuft nur die Versicherung über die Kinder, sparen die Senioren immerhin rund ein Drittel.

Damit die Sparrechnung aufgeht, müssen die Familienmitglieder den Schadenfreiheitsrabatt übertragen. Das ist von Eltern auf Kinder in der Regel problemlos möglich. „Da die Versicherer die Übertragung unterschiedlich regeln, empfehlen wir dennoch vorab eine Anfrage“, sagt Wolfgang Schütz.