Ist der Herd wirklich aus? Nützliche Helfer für zuhause

Kiel/Berlin - Ist der Herd auch wirklich aus? Viele kennen dieses mulmige Gefühl, zuhause könnte sich in Abwesenheit eine Katastrophe anbahnen. Zum Glück gibt es für wenig Geld ein paar nützliche Helfer. Ein Überblick. 

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Bild: Küche Smart Home Herd Backofen Zuhause wohnen Smartphone Bild: © Victoria / AdobeStock / Text: dpa/tmn

Herdwächter

Man nimmt den Topf vom Herd, vergisst aber, den Herd auszuschalten. Oder der Topf mit dem kochenden Teewasser wird darauf ganz vergessen. Oder man verdreht beim Vorbeigehen aus Versehen den Schalter. Wer glaubt, dass so etwas doch nicht passiert, sollte die Zahlen des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer zur Kenntnis nehmen: 39 Prozent aller Hausbrände beginnen in der Küche. Die Hälfte davon entsteht am Herd - und nahezu alle gehen auf menschliches Fehlverhalten zurück. Zwei von drei Herdbränden entstehen durch ein versehentlich eingeschaltetes Gerät.

Hier kann ein Herdwächter helfen. Dieser Sensor wird über dem Kochfeld angebracht, erklärt die Initiative Elektro+. Er überwacht Zeit, Bewegung, Stromverbrauch und Temperatur des Herdes und Topfinhalts. Manche Geräte überwachen auch, ob es Bewegungen in der Nähe gibt und ob etwas Ungewöhnliches wie eine Tasche auf dem warmen Herdfeld liegt. Schlägt das Gerät bei Unregelmäßigkeiten Alarm und wird dieser nicht innerhalb von wenigen Sekunden deaktiviert, schaltet der Herdwächter die Stromzufuhr ab.

Einfache Geräte gibt es ab etwa 120 Euro, Markenprodukte liegen bei 350 Euro zuzüglich Montage. Sie lassen sich auch bei alten Kochfeldern nachrüsten.

Die beiden Bauteile müssen vom Elektrofachmann montiert werden. Die Leistungsüberwachungseinheit wird zwischen Anschlussdose und Kochfeld in die Herdzuleitung eingebaut, erläutert die Initiative Elektro+. Im Regelfall werde diese Einheit in den Sockelbereich der Küche oder in den Unterschrank montiert. Die Sensoren werden an der Dunstabzugshaube oder an der Wand befestigt.

Wärmemelder

Keinen echten Schutz der Geräte, aber der Bewohner bieten Wärme-, Hitze- oder Thermomelder in der Küche. Sie registrieren außergewöhnliche Hitze in der Küche, die etwa auf einen vergessenen Topf auf dem Herd zurückgeht, erläutert die Aufklärungskampagne "Rauchmelder retten Leben". Übliche Rauchmelder würden Rauch, Hitze und Dampf, der beim Kochen entsteht, nicht von einem beginnenden Brand unterscheiden können. Inzwischen gibt es jedoch auch Produkte, deren Sensoren auch hier eine Überhitzung wahrnehmen. 

Wärmemelder reagieren, wenn eine Temperatur von mehr als 60 Grad registriert wird oder wenn innerhalb kurzer Zeit die Umgebungstemperatur sehr schnell ansteigt. In anderen Räumen als der Küche raten die Experten zu gewöhnlichen Rauchmeldern, denn diese reagierten schneller. Sie sind in den meisten Bundesländern bereits Pflicht und gehören in Aufenthalts- und Schlafräume.

Wassermelder

Sie steigen bei jeder Werbeunterbrechung im Fernsehen sorgenvoll in den Keller, weil dort die alte Waschmaschine knattert? Der Angst vor einem Wasserschaden kann ein kleines Kästchen entgegenwirken. Wassermelder am Boden der Küche, im Badezimmer oder im Keller schlagen Alarm, wenn die Kontaktpunkte mit Flüssigkeit in Berührung kommen, erläutert die Initiative Elektro+.
Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Wasserschlauch platzt, ein Rohr bricht oder gar Starkregen den Raum flutet. Einfache Geräte gibt es ab sieben Euro.

Zeitschaltstecker

Das Bügeleisen, mit dem man die Hemden morgens auffrischt und das Glätteisen, das wirklich nach jedem Haarwaschen verwendet wird, sind Unsicherheitsfaktoren, wenn man das Haus verlässt. Steckdosen, an denen die Geräte üblicherweise hängen, lassen sich mit zwischengeschaltetem Adapter mit Zeitschaltuhr abriegeln. Einfache analoge Modelle gibt es schon ab zehn Euro.

Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, betont aber, die Helfer seien nicht für alle Situationen geeignet. Zum Beispiel werden für Demenzkranke und vergessliche Senioren die Herde gerne mit Zeitschaltuhren ausgestattet und etwa nur für ein paar Minuten zum Kochen freigeschaltet. "Es hat aber auch schon Fälle gegeben, dass in genau dieser Zeit eine Tüte mit Einkäufen auf der warmen Herdplatte abgestellt und vergessen wurde." Auch müsse man immer mit technischen Defekten rechnen.

Smart-Home-Lösungen

Smartphones können alles - sogar das Haus steuern. Mit vielen Anwendungen lässt sich auch aus der Ferne nachvollziehen, ob Geräte wirklich ausgeschaltet sind. Und manchmal lassen sich diese sogar nachträglich regeln. Das geht etwa, indem die Geräte selbst vernetzt sind. Bei den klassischen Haushaltsgeräten wie Wäschetrockner und -maschine hat fast jeder Hersteller mittlerweile Lösungen, die per App oder Netzwerk zu steuern sind, berichtet die Initiative Elektro+.

Alternativ lassen sich einzelne Steckdosen aufrüsten, so dass sie vom Smartphone aus überprüfbar und steuerbar sind. Dafür gibt es Unterputzmodelle, die in die Elemente integriert werden, oder etwa Zwischenstecker, die wie Adapter für Auslandsreisen genutzt werden. Sie kommen mit einer kleinen Basisstation, der sogenannten Bridge, die Smartphone und Steckdosen über den heimischen Router und das Internet miteinander verbinden.

Die Preise für Smart-Home-Systeme variieren nach Ausstattungsgrad im Haus. Da die meisten Systeme modular aufgebaut sind, kann man hier zunächst auch im kleinen Rahmen aufrüsten, erklärt die Initiative Elektro+. So kann man zum Beispiel erst mal nur Steckdosen aufrüsten und dann nach und nach die Beleuchtung integrieren.

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