Im Test: Das Alcatel One Touch Idol 3 hat den Dreh raus

19.06.2015

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Beim Alcatel One Touch Idol 3 spielt es keine Rolle, wie herum man es ans Ohr hält: Dank Lautsprecher und Mikrofon in beiden Enden sind Oben und Unten identisch. Außerdem ist es schick, flach, in vier Varianten erhältlich, kommt samt LTE sowie 13-Megapixel-Kamera und kostet maximal 300 Euro ohne Vertrag. Klingt spannend! Verivox hat das Alcatel One Touch Idol 3 daher ausführlich getestet.

Dieses Smartphone hat den Dreh raus: Beim Alcatel One Touch Idol 3 spielt es nämlich keine Rolle, wie herum man es zum Telefonieren ans Ohr hält. Denn oben wie unten sind jeweils ein Lautsprecher sowie ein Mikrofon verbaut. Auch die Optik von Front und Gehäuse ist vollständig symmetrisch. Der Inhalt des Touchscreens samt der Onscreen-Navigationstasten rotiert ohnehin mit. Clevere Idee! Zumal man nicht einmal den Ein-/Aus-/Standby-Schalter suchen muss: Ein Doppeltipp auf den Touchscreen reicht, um das Gerät aus dem Standby-Modus zu wecken. Allerdings muss diese Funktion erst einmal aktiviert werden.

Vier Modellversionen

Des Weiteren hat der Kunde die Wahl zwischen vier verschiedenen Modellen: einmal mit 4,66 Zoll (139 Millimeter) und einmal mit 5,46 Zoll (18 Millimeter) großem Display, außerdem sind beide sowohl als Single- als auch als Dual-SIM-Variante verfügbar. Wobei der Speicher Letzterer nicht erweitert werden kann und beim kleinen Modell 16, beim großen 32 Gigabyte fasst. Die Single-SIM-Geräte weisen einen Slot für Micro-SD-Karten auf, die mit bis zu 128 Gigabyte unterstützt werden, intern sind dann 8 beziehungsweise 16 Gigabyte verbaut. Das kleine Idol 3 kostet jetzt zum Start rund 230 Euro ohne Vertrag, für das große werden rund 300 Euro fällig.

Erstklassiges Display

Leider hat Alcatel darüber hinaus auch die weitere Ausstattung variiert: So verfügt der Bildschirm des 4,7-Zoll-Modells über 720 x 1280 statt 1080 x 1920 Pixel und kommt somit auf eine Schärfe von 315 statt 406 ppi. Damit liegt der kleine Bruder 32 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten zwölf Monaten getesteten Smartphones, während der große immerhin 13 Prozent darüber rangiert. In der Praxis macht das aber keinen allzu großen Unterschied, wie man im folgenden Vergleichsvideo sieht:

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Nur geringfügig fällt auch der Unterschied der Display-Helligkeit aus: Gemessen wurden 485 statt 578 Candela pro Quadratmeter, mit denen das kleine Idol 3 aber immer noch 23 Prozent über dem Mittelwert liegt und sich somit noch vergleichsweise gut im Freien ablesen lässt. Der 5,5-Zöller strahlt mit seinem Wert sogar heller als die iPhones! Am auffälligsten ist jedoch der Umstand, dass in der kleinen Version lediglich ein reguläres IPS-Panel steckt und nicht wie bei der großen eines mit Dual-Domain. So ist die Blickwinkelstabilität der Anzeige zwar passabel, aber nicht so erstklassig wie beim 5,5-Zöller. Helligkeit und Farben ändern sich stärker, je nach dem, aus welchem Winkel man das Display betrachtet, wie ebenfalls im obigen Video zu sehen. Qualitativ schneidet die Mattscheibe des großen Idol 3 also rundum besser ab, mit der kleinen Variante kann man sich aber ebenfalls arrangieren. Dort sind jedoch die Schriften des Menüs recht klein.

Mittelklasse-Prozessor

Darüber hinaus steckt im 4,7-Zoll-Modell der Snapdragon 410 als Prozessor, dessen vier Kerne mit 1,2 Gigahertz getaktet sind. Vollumfänglich getestet wurde das Idol 3 in der 5,5-Zoll-Variante, bei dem vier Kerne mit 1,5 und vier mit 1,0 Gigahertz getaktet sind. Außerdem verfügt es mit dem Adreno 405 statt 306 über das leistungsstärkere Grafikmodul und der Arbeitsspeicher fasst 2 statt 1,5 GB. Doch selbst in dieser Ausstattung erzielt der Kandidat in der Gesamtwertung von zwölf der bekanntesten Benchmarks mit mehr als 50 erfassten Einzelwerten ein Ergebnis, das 16 Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Kein Spitzenwert, aber angesichts des Preises liegt das Idol 3 damit immerhin 8 Prozent über dem Durchschnitt, liefert also eine ordentliche Leistung fürs Geld.

Ordentlicher Akku

Der Akku ist in beiden Modellen fest verbaut und fasst 2.000 respektive 2.910 Milliamperestunden. Im Laufzeittest bei der Videowiedergabe mit einer düsteren Displaybeleuchtung von 200 Candela pro Quadratmeter im Flugmodus hielt der Proband damit 505 Minuten durch: Ein gutes Ergebnis, mit dem das Idol 3 rund 6 Prozent über dem Mittel rangiert, in Anbetracht des üppigen Bildschirms sogar 18 Prozent darüber. Alles vollauf im grünen Bereich.

Gute Ausstattung

Die Ausstattung samt LTE mit Downloads mit nominal bis zu 150 Megabit pro Sekunde, DC-HSPA für 42 Megabit pro Sekunde in UMTS-Netzen, WLAN n inklusive des 5-Gigahertz-Bandes, Bluetooth 4.1 und NFC stimmt, lediglich der aktuelle Standard WLAN ac fehlt. An Multimedia-Schnittstellen unterstützt das Idol 3 ausschließlich Miracast. Dank der Infrarot-Schnittstelle lässt es sich aber als Fernbedienung für TV, Stereoanlage & Co. verwenden.

Intuitive Kamera-App

Die Kamera schießt Fotos mit 12,98 Megapixel, allerdings nur im Format 4:3 (4160 x 3120 Pixel). Im heutigen Standardformat 16:9 beträgt die maximale Auflösung 4096 x 2304 Bildpunkte. Das gilt analog für die Frontkamera mit 7,99 (4:3) beziehungsweise 5,1 (16:9) Megapixel. Die Kamera-App ist schlicht und intuitiv, weitgehend kommt Klartext statt kryptischer Icons zum Einsatz. Positiv auch, dass zwei separate virtuelle Auslöser für Fotos und Videos existieren, sodass man nicht permanent hin und her schalten muss – leider immer noch keine Selbstverständlichkeit heutzutage. Ebenso wie die Kennzeichnung erkannter Gesichter mit Hilfe eines weißen Rechtecks. Die Auslöseverzögerung geht gegen Null, macht sich in der Praxis somit nicht bemerkbar.

Mäßige Bildqualität

Qualitativ enttäuschen die Fotos allerdings: Da hat man schon schärfere Aufnahmen mit mehr Detailtreue gesehen. Außerdem nimmt die Schärfe zu den Ecken hin sichtlich ab und die Farben gelingen nicht immer zufriedenstellend natürlich. Kontraste und Dynamik fallen zudem mitunter etwas zu hoch aus, wenn das Motiv starke Helligkeitsunterschiede aufweist: Dann sinken dunkle Partien ab, während helle leicht überstrahlen. Hinzu kommt ein kräftiges Bildrauschen bereits tagsüber in geschlossenen Räumen, von Aufnahmen am Abend ganz zu schweigen. Nicht zuletzt erwies sich der rückwärtige LED-Blitz im Test als etwas schwach auf der Brust. Daher reicht es unterm Strich trotz der hohen Auflösung lediglich für ein „Ausreichend“ in der Fotowertung.

Videos fallen durch

Videos zeichnet das Idol 3 mit 1920 x 1080 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Auch mit der Frontkamera. Die Schärfe ist aber miserabel, die Detailtreue mager – da bleibt nicht mehr viel übrig. Außerdem wirkt der Stereo-Ton dumpf und verzerrt. Dafür setzt es ein „Ungenügend“. Trostpflaster: Der Klang des Audio-Player produziert am Referenz-Kopfhörer, den Ultimate Ears Reference Monitors, einen wunderbar präzisen, vollen, natürlichen Sound, für den der Proband ein „Sehr gut“ abräumt.  Dem Idol 3 liegt serienmäßig ein In-Ear-Headset von JBL bei, das eine vergleichsweise passable Qualität aufweist. Die ab Werk aktivierte Ton-Option „JBL“ hebt noch einmal die Bässe mächtig an, was dann aber mit einem natürlichen Klang nicht mehr viel zu tun hat.

Natives Android

Einen großen Vorteil weist die Miniatur des Idol natürlich auf: Dank Maßen von 66 x 135 statt 75 x 153 Millimetern ist sie erheblich kompakter, auch das Gewicht von 110 statt 141 Gramm sehr viel geringer. Wobei auch das große Idol überraschend leicht ausfällt für seine Größe, was die Zahlen belegen: Für ein Smartphone mit 5,5-Zoll-Monitor fällt es 22 Prozent leichter aus als üblich. Und dank der erstaunlich flachen 7,4 Millimeter (4,7 Zoll: 7,6 Millimeter) passt es sogar problemlos in Hosen- oder Brusttasche. Dennoch sind beide Modelle solide verarbeitet und stabil, die Kunststoff-Rückseite im Metallic-Look ansprechend. Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 5.0.2 zum Einsatz, das Alcatel weitgehend unberührt lässt. Das bedeutet aber auch, dass beispielsweise die Schnellzugriffe nicht bearbeitet werden können und die Icons im Menü zwangsweise automatisch nach Alphabet sortiert werden; individuelle Anpassungen müssen somit auf den Startbildschirmen erfolgen.

Fazit

Highlight des Alcatel One Touch Idol 3 mit 5,5 Zoll ist eindeutig der Bildschirm: groß, scharf, hell und qualitativ erstklassig – ein regelrechtes Schnäppchen für den Preis. Auch die Leistung des Octa-Core-Prozessors geht angesichts des Preises vollauf in Ordnung. Über Verarbeitung, Optik, Handhabung, Ausstattung samt LTE sowie DC-HSPA und den Klang des Musikplayers kann man ebenfalls nicht meckern. Selbst die Akkulaufzeit liegt leicht über dem Durchschnitt – für einen 5,5-Zöller ein hervorragendes Ergebnis. Nicht zuletzt haben Kunden die Wahl zwischen einer Dual- und einer Single-SIM-Version, letztere mit erweiterbarem Speicher.

Achillesverse des Idol 3 ist die Kamera: Trotz 13 Megapixel enttäuschen die Fotos, die lediglich ein „Ausreichend“ ernten, die Videos sind völlig unscharf und kassieren ein „Ungenügend“.

Wer jedoch auf Videos verzichten und bei der Fotoqualität ein Auge zudrücken kann, findet im Alcatel One Touch Idol 3 ein schickes, edles, cleveres Smartphone mit grandiosem Bildschirm für vergleichsweise wenig Geld. Bei einem aktuellen Straßenpreis von jetzt zum Start 300 Euro ohne Vertrag liegt das Preis-Leistungs-Verhältnis trotz Kamera-Schwäche 19 Prozent über dem Durchschnitt – üblich sind in dieser Preisklasse Startwerte von 10 bis 40 Prozent darunter. Deutlich attraktivere Schnäppchen finden sich meist nur in der Preisklasse um 100 bis 200 Euro.

Das kleine Idol 3 mit 4,7-Zoll-Display ist natürlich erheblich kompakter, weist aber ein qualitativ schlechteres Display, einen schwächeren Prozessor sowie einen halbierten Speicher auf. Der Preisunterschied beträgt dabei lediglich 70 Euro, weshalb das große Idol die bessere Wahl darstellt. Und für ein Zweitgerät sind 230 Euro bereits zu viel: da gibt es günstigere und doch ordentliche Kandidaten wie zum Beispiel das Honor Holly für knapp 100 Euro.

Ausstattung                 170 von 175

Foto                             15 von 25

Video                           9 von 25

Musik                          23 von 22

Handhabung                207 von 250

gesamt                        424 von 500