Hitzewelle lässt Stromproduktion heiß laufen

Heidelberg - Die Sommersonne befeuert die deutsche Solarproduktion und bringt einige Kraftwerke ins Schwitzen. Was bedeutet das für Verbraucher? Aktuell müssen viele Atom- und Kohlekraftwerke die Leistung drosseln, während Solarzellen so viel Strom produzieren wie noch nie. Das heiße Sommerwetter beeinflusst die Stromproduktion stark.

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Bild: Junge Frau mit Rechnung am Laptop Bild: ©WavebreakMediaMicro / Adobe Stock / Text: Verivox

Solarstrom mit Rekordwerten

Laut Fraunhofer-Institut haben die Solaranlagen in Deutschland allein im Juli 15 Prozent der Stromerzeugung ausgemacht und 6,7 Milliarden Kilowattstunden produziert. Das entspricht dem Jahresbedarf von knapp 2 Millionen Haushalten.

„Die Betreiber von Solaranlagen können sich ebenso wie die Winzer über ein Rekordjahr freuen“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. „In Verbindung mit dem niedrigeren Angebot wegen einer geringeren Windstrom-Ausbeute und gedrosselten konventionellen Kraftwerken haben die kurzfristigen Großhandelspreise allerdings ebenfalls Rekordwerte erreicht. An der Strombörse EEX sind die Spotmarktpreise für Strom zeitweise auf über 60 Euro pro Megawattstunde geklettert.“ 

Die durchschnittlichen Spotmarktpreise an der Strombörse liegen im Jahr 2018 rund 30 Prozent über dem Niveau von 2016.

Strompreiserhöhungen in Sicht?

Die Großhandelspreise für Strom machen weniger als ein Fünftel des Endpreises für private Stromkunden aus. Der Rest entfällt auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben. Ein bedeutender Posten ist die EEG-Umlage, mit der die Differenz zwischen den Einspeisevergütungen für die Ökostromproduzenten und den Erlösen aus dem Verkauf des grünen Stroms an der Strombörse bestritten wird. Sie macht inzwischen rund ein Viertel des Strompreises aus.

„Laut aktuellen Prognosen soll die EEG-Umlage im kommenden Jahr eher nicht ansteigen. Doch einige Energieversorger könnten angesichts der gestiegenen Einkaufspreise unter Druck geraten“, sagt Köster-Niechziol. „Wir raten bei der Auswahl eines Stromtarifs aktuell zu möglichst langfristigen Preisgarantien. Dann können die Kunden sicher sein, dass die Kosten während der Vertragslaufzeit nicht steigen.“

Große Einsparungen durch Anbieterwechsel möglich

Wer sich noch nie um einen günstigeren Stromanbieter gekümmert hat, kann den aktuellen Preistrend problemlos umgehen und die Stromkosten stark senken. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh bezahlt im Standardtarif des örtlichen Grundversorgers aktuell durchschnittlich 1.234 Euro. Im günstigsten verfügbaren Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen und Neukundenbonus ist die gleiche Strommenge für 777 Euro zu haben. Das entspricht einer Ersparnis von über 450 Euro.

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