Geldanlage: Kunden kommen mit neuer Regulierung gut zurecht

Frankfurt/Main - Seit der Einführung von neuen Regeln bei der Anlageberatung ist die Unzufriedenheit groß - zumindest bei den Banken. Eine aktuelle Umfrage kommt nun aber zu dem Ergebnis, dass die Anleger mit den neuen Vorschriften gut leben können.

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Bild: Paar mit Finanzberater Bild: ©contrastwerkstatt / Adobe Stock / Text: dpa

Die Unzufriedenheit über die seit eineinhalb Jahren geltenden Regeln für Wertpapiergeschäfte ist bei Bankkunden weniger ausgeprägt als oft behauptet. In einer von der Finanzaufsicht Bafin angestoßenen Umfrage, deren Ergebnisse die Behörde am Freitag veröffentlichte, gaben 60 Prozent von gut 3.800 befragten Wertpapierkäufern an, ihr Anlageverhalten trotz verschiedener Änderungen seit Januar 2018 nicht geändert zu haben. Deutschlands große Bankenverbände forderten erneut eine Überarbeitung der Regeln.

Neue Dokumentations- und Transparenz-Regeln seit Anfang 2018

Seit dem 3. Januar 2018 greift in Deutschland die EU-Richtlinie "Mifid II". Seither müssen Banken jedes Telefonat eines Kunden mit einem Wertpapierberater aufzeichnen und für mindestens fünf Jahre archivieren. Bei Rechtsstreitigkeiten soll sich so leichter nachvollziehen lassen, ob ausreichend über Risiken aufgeklärt wurde. Zudem müssen Kunden vor der Entscheidung für ein Finanzprodukt eine genaue Aufstellung erhalten, wie viel sie das Produkt kostet.

Die meisten Kunden bewerten die neuen Regeln positiv

Sowohl die Kostentransparenz als auch neue Informationsblätter bewertet die Mehrheit der Befragten in der Forsa-Erhebung als positiv- auch wenn jeder zweite Anleger (53 Prozent) nach eigenen Angaben die oft umfangreichen Informationen gar nicht durchliest.

Sogar die verpflichtende Aufzeichnung von Beratungsgesprächen halten fast drei Viertel (71 Prozent) derer, die seit "Mifid II"-Einführung mindestens eine Transaktion telefonisch getätigt haben, für sinnvoll. Allerdings meinen 72 Prozent, dass die vorherige Form der Dokumentation durch das Beratungsprotokoll ausreichend war.

Banken berichten von unzufriedenen Kunden

Banken berichten immer wieder davon, dass das neue Regelwerk Kunden abschrecke. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) erklärte, bei Banken und Sparkassen sei die Anzahl telefonisch erteilter Orders um die Hälfte eingebrochen, und drei Viertel aller Kunden würden am liebsten auf die Telefonaufzeichnung verzichten.

Die Chefin der Bafin-Wertpapieraufsicht, Elisabeth Roegele, sieht auf europäischer Ebene Nachbesserungsbedarf. Die Kosteninformationen etwa fielen "noch immer sehr unterschiedlich aus, was einen echten Kostenvergleich unmöglich macht", hieß es im Mai.

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