Festnetz-Telefon verliert Nutzer – vor allem unter Jüngeren
Stand: 24.08.2026
Text: Verivox
Die Nutzung des Festnetzes ist im Jahresvergleich deutlich zurückgegangen: 61 Prozent der Deutschen nutzen zumindest gelegentlich das klassische Telefon – das sind 14 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Vor allem junge Menschen wenden sich zunehmend ab; hier ist der Einbruch mit 26 Prozent noch deutlicher. Generationsübergreifend hat das Handy als wichtigster Gesprächskanal der Deutschen noch einmal zugelegt. Das zeigt der jährlich repräsentativ erhobene Festnetz-Monitor des Vergleichsportals Verivox.
Doppelt so viele Ältere wie Jüngere telefonieren klassisch
Übergreifend ist die Nutzung des Festnetzes um 14 Prozent (zehn Prozentpunkte) zurückgegangen: Heute geben 61 Prozent der Befragten an, das klassische Festnetz zumindest gelegentlich zu nutzen – 2024 und 2025 waren es noch 71 Prozent. 10 Prozent der Deutschen telefonieren täglich übers Festnetz (2025: 15 Prozent). Die Nutzung mehrmals pro Woche ging von 24 Prozent im Vorjahr auf nun 19 Prozent zurück.
Nur 42 Prozent der jungen Menschen bis 29 Jahre telefonieren zumindest gelegentlich über das Festnetz (Vorjahr: 57 Prozent), Menschen über 60 Jahre hingegen zu 81 Prozent (Vorjahr: 84 Prozent). Je älter die Befragten, desto häufiger und intensiver nutzen sie das stationäre Telefon. Befragt nach einer Nutzung mehrmals pro Woche sinkt die Zahl der jungen Nutzer auf 10 Prozent, die der älteren auf 29 Prozent. Ein rückläufiger Trend ist übergreifend zu beobachten, am stärksten jedoch in den beiden jüngsten Altersgruppen.
Landbewohner nutzen das Festnetz deutlich häufiger als Städter (71 zu 56 Prozent). Wer nicht berufstätig ist, telefoniert öfter über einen festen Telefonanschluss (73 Prozent im Vergleich zu 58 Prozent der Berufstätigen). Zudem steigt die Nutzung mit dem verfügbaren Haushaltseinkommen.
Multiple Ursachen für Festnetz-Rückgang
39 Prozent der Deutschen – und damit mehr als ein Drittel – nutzen keinen festen Telefonanschluss. Darunter hat die eine Hälfte gar keinen solchen Anschluss mehr. Die andere Hälfte hat zwar einen Anschluss, telefoniert aber nicht damit. Die Zahl der Nichtnutzer ist im Vergleich zu den Vorjahren um 10 Prozentpunkte gestiegen (2025 und 2024: 29 Prozent Nichtnutzer).
"Die merklich zurückgegangene Festnetz-Nutzung dürfte mehrere Ursachen haben", sagt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Zum einen werden die Handynetze besser; es gibt weniger Regionen, in denen nicht stabil mit dem Handy telefoniert werden kann. Zum zweiten ist die Mobilfunk-Tariflandschaft breiter geworden, etwa für unlimitierte Angebote. Doch auch die andauernden Krisenjahre machen sich bemerkbar: Wer aufs Geld achten muss, verzichtet häufiger auf einen Festnetzanschluss und erledigt so viel wie möglich via Smartphone."
Das Handy ist der bevorzugte Kommunikationsweg
Der übergreifend wichtigste Gesprächskanal bleibt wie in den Vorjahren das Mobiltelefon: 65 Prozent der Deutschen führen private Telefonate überwiegend per Handy (2025: 61 Prozent). Davon nutzen 51 Prozent das Handy ganz klassisch über Mobilfunk; 14 Prozent bevorzugen in der Regel einen Datendienst wie WhatsApp oder FaceTime. 20 Prozent der Deutschen geben an, hauptsächlich übers Festnetz zu telefonieren (Vorjahr: 19 Prozent).
Auch beim favorisierten Kommunikationsweg zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Generationen: Die Handynutzung nimmt mit dem Alter stetig ab, die des Festnetzes stetig zu. Für Seniorinnen und Senioren ist das Festnetztelefon doppelt so häufig erste Wahl wie im bundesdeutschen Schnitt (40 zu 20 Prozent). 10 Prozent der Deutschen haben nach eigenen Angaben keinen bevorzugten Weg beim Telefonieren – ältere Menschen sagen das häufiger als jüngere.
Methodik
Die verwendeten Daten basieren auf einer Online-Umfrage der Innofact AG im Auftrag von Verivox, an der im Juli 2026 insgesamt 1.000 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren teilnahmen. Beide Fragen wurden im Juli 2025 gleichlautend 1.016 Personen derselben Altersgruppen gestellt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit. Gefragt wurde: "Wenn Sie privat telefonieren, auf welchem Weg tun Sie das üblicherweise? – Telefonieren Sie zu Hause über einen stationären Telefonanschluss? Falls ja, wie häufig nutzen Sie den Anschluss?"
Der Begriff "Festnetz" wird in der Studie gleichgesetzt mit "stationärem Telefonanschluss". Streng genommen gibt es kein Festnetz mehr, seit die Anschlüsse IP-basiert sind.