Erhöhung der EEG-Umlage erwartet

13.10.2010

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: AFP

Berlin - Die Strompreise in Deutschland steigen wohl auch im kommenden Jahr weiter. Neben der Anbietermacht der vier großen Konzerne dürfte das dann auch an der sogenannten EEG-Umlage für erneuerbare Energien liegen, die von allen Verbrauchern gezahlt wird. Im kommenden Jahr dürfte diese Umlage stark steigen, die genaue Höhe wird am Freitag bekannt gegeben.

Wie funktioniert die Förderung von Erneuerbaren Energien?

Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse zu gewinnen ist bislang teurer als die Produktion mit Kohle oder Atomkraft. Damit die Erneuerbaren sich trotzdem durchsetzen, werden sie gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit dem Jahr 2000 staatlich gefördert. Für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine sogenannte Einspeisevergütung. Sie sinkt jährlich, um Erneuerbare nach und nach wirtschaftlich zu machen.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Das ist verschieden. So ist Strom aus Wind oder Wasser bereits billiger zu gewinnen als aus Sonne: Für Windstrom liegt die Vergütung daher je nach Standort etwa bei zehn bis 15 Cent pro Kilowattstunde, für Solarstrom bei mehr als 30 Cent. Der Börsenpreis für Strom liegt derzeit bei etwa vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde. Für alle Erneuerbaren ergab sich durch diese Differenz etwa im Jahr 2009 eine notwendige Förderung von rund acht Milliarden Euro.

Wer bezahlt die Förderung der Erneuerbaren?

Sie wird über die sogenannte EEG-Umlage von jedem Stromkunden bezahlt. Die-EEG Umlage wird jedes Jahr neu berechnet und beträgt derzeit ziemlich genau zwei Cent pro Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden kostet die Förderung erneuerbarer Energien sieben Euro monatlich inklusive Mehrwertsteuer.

Wie hoch wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr sein?

Die exakte Höhe wird am Freitag verkündet. Sie richtet sich nach dem Ausbau in diesem Jahr und einer Prognose für das kommende Jahr. In diesem Jahr war der Ausbau weit größer als erwartet - fast allein wegen eines Solarbooms. Deshalb gehen alle Seiten von einem Anstieg auf 3,2 bis 3,5 Cent aus. Damit würde die Förderung der Erneuerbaren bei dem dreiköpfigen Muster-Haushalt mit gut zwölf Euro pro Monat zu Buche schlagen, das wäre ein Anstieg um fünf Euro.

Warum war der Ausbau der Solarenergie in diesem Jahr so groß?

Bei der Solarenergie wurde ein Plus von rund 2000 Megawatt für das Gesamtjahr erwartet, Schätzungen gehen nun davon aus, dass es etwa das Vierfache sein dürfte. Zwei Gründe sind hierfür entscheidend: Die Kosten für Solaranlagen sinken, was eine Einspeisung lukrativer macht. Zudem beschloss die Bundesregierung für das laufende Jahr ein Kürzung der Förderung, weshalb sich viele Menschen noch schnell eine Solaranlage auf ihr Dach montieren ließen.

Wird die EEG-Umlage auch in Zukunft steigen?

Das ist anzunehmen. Die Bundesregierung hat in ihrem Energiekonzept für die kommenden Jahrzehnte den massiven Ausbau erneuerbarer Energien festgeschrieben. Wie stark sich dies auf die Stromrechnung auswirkt, hängt aber auch davon ab, auf welche Techniken gesetzt wird. Viele Experten raten etwa dazu, stärker auf Windenergie auf dem Meer zu setzen, weil dies günstiger ist als Solarstrom.

Was kann ich als Stromkunde gegen den Anstieg der Stromrechnung tun?

Wenig. Die EEG-Umlage ist bei allen Stromanbietern gleich hoch, egal, wie viel Strom sie aus erneuerbaren Energien beziehen. Nicht alle Versorger dürften aber die Umlage gleichermaßen an die Kunden weiterreichen. Stromkunden können daher wie immer Preise vergleichen und zu einem günstigen Anbieter wechseln.