Endlagersuche soll sich nicht wegen Corona verzögern

09.07.2020

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Die Frage, wo ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll gebaut werden kann, soll trotz der Corona-Krise nach dem bestehenden Zeitplan geklärt werden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) habe vergangene Woche zugesichert, dass der erste Zwischenbericht zu möglichen Standorten wie geplant bis 30. September vorliegen werde. Das sagte der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, Wolfram König, am Mittwoch. Ab Mitte Oktober bis Mitte Juni seien vier «Fachkonferenzen Teilgebiete» geplant, in denen die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt würden. Eine Vor-Festlegung auf einen Standort sei mit dem Zwischenbericht nicht verbunden, betonte er.

Bis 2031 soll ein Ort in Deutschland gefunden werden, an dem der strahlende Abfall aus Atomkraftwerken möglichst sicher unterirdisch gelagert werden kann. Derzeit wertet die Bundesgesellschaft für Endlagerung geologische Daten aus, anhand derer bestimmte Gebiete dafür ausgeschlossen werden. In Frage kommen Granit, Salzstein und Ton. Ausschlusskriterien sind etwa Erdbeben-Risiken. Dazu kommen Abwägungskriterien, etwa, ob Wärmestrahlung abgeleitet werden kann.

Konferenzen teilweise im Internet

Die Corona-Krise schränke zwar die Präsenz vor Ort bei Konferenzen ein, ermögliche aber auch neue Formate der Kommunikation im Internet, sagte König. Es gebe insgesamt eine Erweiterung, keine Einengung der Möglichkeit zur Beteiligung der Öffentlichkeit. Für die Phase der Fachkonferenzen seien nun neun Monate vorgesehen statt wie zunächst geplant nur sechs.

Auf den Fachkonferenzen erarbeiteten Vertreter der Kommunen, Wissenschaftler, Organisationen der Zivilgesellschaft und interessierte Bürger einen Bericht, der im weiteren Verfahren berücksichtigt werde, sagte Ina Stelljes, die die Beteiligung der Öffentlichkeit organisiert. Konferenzen sind am 17./18. Oktober und 4. bis 7. Februar in Kassel geplant, am 15. bis 18. April in Darmstadt und von 10. bis 13. Juni in Berlin.