Digitale Verwaltung: Sind die Daten der Bürger sicher?

06.02.2020

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Die digitale Verwaltung ist in Behörden in Deutschland auf dem Vormarsch. Immer mehr Vorgänge lassen sich inzwischen in etlichen Kommunen online erledigen, das persönliche Erscheinen beim Amt vor Ort ist in vielen Fällen nicht mehr zwingend erforderlich. Doch die Bundesbürger müssen den Behörden dazu ihre Daten anvertrauen. Laut der repräsentativen Studie "Digital Government Barometer" des Management-Beratungsunternehmens Sopra Steria, für die im September 2019 999 Deutsche befragt wurden, sind 58 Prozent der Bundesbürger überzeugt, dass ihre Daten auf den Servern der Behörden vernünftig geschützt sind.

Zweifel an ausreichendem Datenschutz

Immerhin jeder Dritte habe aber leichte Zweifel, ob Behörden die nötigen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Daten ergreifen. Und acht Prozent sehen ihre persönlichen Daten bei Behörden als nicht sicher an. 23 Prozent sorgen sich, dass ihre Daten in falsche Hände geraten könnten. 20 Prozent fürchten einen Missbrauch ihrer Daten.

Vor allem bei Unternehmern sei Skepsis gegenüber Behörden verbreitet. Lediglich 47 Prozent der Selbstständigen unter den Umfrageteilnehmern sehen ihre Daten bei Behörden ausreichend geschützt. Mit Blick auf den Datenschutz bleibt also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Dennoch seien 78 Prozent der Deutschen im Prinzip dazu bereit, mehr Behördenangelegenheiten online zu erledigen.

Plattform für digitale Identität: Staatliche Stellen als Betreiber bevorzugt

Die Einführung einer digitalen Identität, die das Identifizieren und das Bezahlen im Internet vereinfachen soll, hat in Deutschland aber noch einen schweren Stand. Nur 41 Prozent der Befragten würden ihre Daten zentral auf einer digitalen Plattform speichern. Wenn es eine solche Plattform geben sollte, so sprechen sich 92 Prozent der Befürworter eines solchen Angebots aber für den Staat als Betreiber aus. Nur acht Prozent vertrauen auf die Privatwirtschaft.

Für eine Bundesbehörde zur sicheren Verwaltung der digitalen Identitäten sprach sich jeder Zweite aus. In Frage komme etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). In staatliche Online-Dienste steckt die Bevölkerung offenbar doch mehr Vertrauen als in Angebote von privaten Unternehmen.

"Eine solche Plattform muss wie ein einfach zu nutzender Generalschlüssel funktionieren. Gleichzeitig müssen die schärfsten Vorkehrungen getroffen werden, dass dieser nicht in fremde Hände gerät", so Olaf Janßen von Sopra Steria.