Deutsche haben im Schnitt 1.364 Euro Bargeld zu Hause

28.07.2020

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Den Deutschen wird häufig eine besondere Vorliebe zum Bargeld nachgesagt. Die Bundesbank hat untersucht, wie viel Geld Verbraucher tatsächlich als Barreserve zu Hause oder im Schließfach vorhalten und wie dieses Geld verwendet wird. Die Bargeldbestände sind demnach sehr ungleich verteilt. Mancher Sparer bunkert bis zu 100.000 Euro.

Jeder Zweite hat höchstens 200 Euro in Bar zu Hause

Laut der Bundesbank-Studie bewahrt jeder Deutsche 1.364 Euro zu Hause oder in einem Bankschließfach auf. In dieser Summe nicht eingerechnet sind die Bargeldbestände, die Verbraucher in der Brieftasche mit sich herumtragen – im Schnitt etwa 107 Euro.

Für die Studie zur Bargeldverwendung in Deutschland wurden schon zwischen Januar und April 2018 2.000 Personen persönlich befragt. Die Ergebnisse hat die Bundesbank jetzt in ihrem aktuellen Monatsbericht veröffentlicht. Sie sind repräsentativ für die deutsche Gesamtbevölkerung über 18 Jahren.

Demnach ist das vorgehaltene Bargeld in der Bevölkerung sehr ungleich verteilt. Viele Personen hielten kein oder nur wenig Bargeld. Dagegen besaßen einige wenige sehr viel.

So hatte mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) überhaupt keine Barreserve. Die Hälfte der Befragten bewahrten nur bis zu 200 Euro zu Hause in Scheinen und Münzen vor. Nur ein Viertel der Deutschen hat mehr als 500 Euro in bar zu Hause, Beträge über 5.000 Euro finden sich nur bei 5 Prozent der Befragten. Der höchste angegebene Wert lag bei 100.000 Euro.

Bargeldbestände steigen mit dem Alter – bis zur Rente

Stark ausgeprägte Unterschiede in der Bargeldhaltung zeigten sich in der Studie unter anderem beim Alter. Ältere Personen halten im Durchschnitt mehr Bargeld. Allerdings steigt die vorgehaltene Geldmenge nur bis ins Alter von 65 und sinkt dann wieder. Die Bundesbank wertet dies als einen Hinweis darauf, dass viele Ältere sich bis zum Renteneintritt eine Barreserve zu Hause aufbauen, die sie dann als Rentner nach und nach verbrauchen.

Ostdeutsche horten doppelt so viel wie Westdeutsche

Auch regional gibt es deutliche Unterschiede bei der Bargeldhaltung. In den neuen Bundesländern bewahren die Menschen im Schnitt 2.281 Euro zu Hause oder in Schließfächern auf – mehr als doppelt so viel, wie die Verbraucher in Westdeutschland. Hier halten die Menschen durchschnittlich nur 1.130 Euro in Scheinen und Münzen vor.

Die Hälfte des Bargelds horten Privathaushalte

Insgesamt würden in Deutschland laut Bundesbank rund 200 Milliarden Euro gehortet. Rechnete man die Ergebnisse der Studie auf die erwachsene Gesamtbevölkerung hoch, entfielen circa 94 Milliarden und damit knapp die Hälfte der insgesamt gehorteten Bestände auf private Haushalte, der Rest auf Unternehmen. Die tatsächlichen Privatbestände könnten sogar noch etwas höher sein. Denn typischerweise geben in Umfragen nicht alle Teilnehmer sämtliche existierende Bargeldreserven im Haus an.