Der E-Commerce wächst immer weiter. Vielen Menschen fehlt heute schlichtweg die Zeit, zwischen Arbeit, Erledigungen und Haushaltsführung noch Geschäfte persönlich aufzusuchen. Eine Onlinebestellung kann stattdessen fast jeder wie nebenbei vom heimischen Sofa aus aufgeben. Neben der hohen Bequemlichkeit ist auch die meist einfache Bestellabwicklung nebst sicherer Bezahlmethoden einer der Gründe für den Erfolg von Onlineshopping. Für diejenigen, die sich bei Bestellungen im Internet gern doppelt absichern, ist die Verwendung der 3D-Secure-Technik eine gute Möglichkeit, sich vor Kreditkartenbetrug und -missbrauch besser zu schützen. Individuelle Passwörter lassen den Wunsch nach unkomplizierten und dennoch sehr sicheren Kreditkartenzahlungen real werden. Wie genau funktioniert das Verfahren? Welche Vorteile bringt es mit sich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Den Begriff „3D Secure“ entwickelte das Unternehmen VISA in Verbindung mit dem „Verified by VISA“-Verfahren.
  • Damit das 3D-Secure-Verfahren zur Anwendung kommen kann, muss auch der Onlineshop es in sein Shop-System einbinden.
  • Der größte Vorteil für den Nutzer von 3D Secure ist der Aspekt der höheren Sicherheit.

Was ist 3D Secure

Den Begriff „3D Secure“ entwickelte das Unternehmen VISA in Verbindung mit dem „Verified by VISA“-Verfahren. Dahinter steckt ein neues Authentifizierungsverfahren, bei dem Kunden eines Onlineshops Kreditkartenzahlungen noch sicherer abwickeln können. Dafür ist zuvor jedoch die Vergabe eines persönlichen Passworts seitens des Kunden beziehungsweise Karteninhabers erforderlich. Es sollte ausschließlich dem Karteninhaber bekannt sein, dadurch ist eine zusätzliche Sicherheitsbarriere gegeben.

Das persönliche Passwort kommt bei jedem Bezahlvorgang zum Einsatz. Unbefugten, denen es nicht bekannt ist, ist es demzufolge nicht möglich, die Kreditkarte für Internetbezahlungen zu nutzen. Zudem muss jeder Karteninhaber eine persönliche Sicherheitsfrage festlegen. Mittlerweile haben auch andere Kreditkartenunternehmen die 3D-Secure-Technik übernommen. Bei MasterCard heißt dieses Verfahren „SecureCode“ und bei American Express „SafeKey“.

Wie registriere ich meine Kreditkarte für 3D Secure?

Jeder Karteninhaber kann das zusätzliche Sicherheitsverfahren nutzen. Anders als bei der drei- bis vierstelligen Prüfziffer, die sonst zur Verifizierung des Karteninhabers ausreicht, ist das Passwort für das 3D-Secure-Verfahren nicht auf der Karte selbst aufgedruckt. Zur Nutzung von 3D Secure ist es deshalb auch nicht nötig, eine neue Karte zu beantragen.

Notwendig für die Nutzung ist lediglich die Freischaltung eines zusätzlichen Passworts bei der die Kreditkarte ausstellenden Bank. Da die Onlinebezahlung per Kreditkarte mit dem Onlinebanking der betreffenden Bank gekoppelt ist, erhalten Karteninhaber auch nur über die Bank Zugang zu 3D Secure – egal ob es sich um eine VISA-Card, MasterCard oder eine andere Kreditkarte handelt.

Wie funktioniert das Bezahlen mit 3D Secure?

Zunächst unterscheidet sich ein Bezahlvorgang im Internet mit 3D Secure nicht von der früheren Bezahlung mit einer Kreditkarte: Der Karteninhaber gibt also wie gewohnt die entsprechende Kreditkartennummer ein. Neu ist die anschließende Weiterleitung zur Seite des Kartenherausgebers. Dort gibt der Karteninhaber sein Passwort, den 3D-Secure-Code, ein. Nach erfolgreicher Eingabe kann die Kartenzahlung abgeschlossen werden.

Wichtig: Damit das 3D-Secure-Verfahren zur Anwendung kommen kann, muss auch der Onlineshop es in sein Shop-System einbinden. Heute trifft das auf fast alle Shops zu. Bei Onlineshops, die auf einer nicht verschlüsselten Website basieren, sollte der Käufer stutzig werden. Denn Betrüger können unverschlüsselt übertragene Daten leicht abfangen und manipulieren. Bei Websites dieser Art ist es zudem wahrscheinlich, dass MasterCard „SecureCode“ oder das „Verified by VISA“-System nicht integriert sind.

Daneben haben auch die Banken die Möglichkeit, bei einzelnen Transaktionen auf dem 3D-Secure-Verfahren zu bestehen, wenn beispielsweise während eines Bezahlvorgangs mit der Kreditkarte der Verdacht auf Betrug aufkommt.

Einige Banken nutzen zudem anstelle eines einmalig vergebenen, statischen Passworts die Authentifizierung über ein dynamisches Verfahren. Dazu gehört beispielsweise das mTAN-Verfahren. Dabei bekommt der Karteninhaber bei jeder Bezahlung einen Code per SMS oder App zugestellt. Der Nutzer kann den Code nur einmal verwenden – danach verfällt dieser. Sowohl die statische als auch die dynamische Vorgehensweise stellen sicher, dass der reine Besitz der Kreditkarte nicht mehr dafür ausreicht, eine Onlinebezahlung zu autorisieren.

Welche Vorteile bietet der 3D-Secure-Code?

Der größte Vorteil für den Nutzer von 3D Secure ist der Aspekt der höheren Sicherheit. Betrüger haben dadurch kein leichtes Spiel mehr: Unbefugte, die versuchen, mit der Karte zu bezahlen, werden spätestens bei der Eingabe des Passworts gestoppt. Eine Zahlung nach erfolgreicher Verifizierung ist nämlich so selbst mit bekannter Prüfziffer oder Kenntnis des Ablaufdatums der Karte nicht möglich.

Des Weiteren sichert das Kreditkartenunternehmen bei der Verwendung von 3D Secure alle getätigten Zahlungen ab, sollten diese einmal nicht korrekt beim Empfänger ankommen. Bei VISA besitzt jeder Karteninhaber zudem einen Schadensersatzanspruch, wenn über die Kreditkarte gekaufte Ware nicht oder beschädigt bei ihm als Käufer ankommt. Es sind also sowohl Käufer als auch Verkäufer abgesichert.