In erster Linie versteht das Bankwesen unter einem Lombardkredit ein Darlehen, welches durch die Hinterlegung von Wertpapieren besichert wird. Generell handelt es sich bei einem Lombardkredit jedoch um ein Darlehen, welches durch jede Art von Pfand abgesichert wurde. Die gesetzliche Grundlage für Lombardkredite bildet der Paragraf 488 BGB.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Geschichte des Lombardkredites
  3. Der Effektenlombardkredit
  4. Der Warenlombardkredit
  5. Der unechte Lombardkredit
  6. Die Rahmenbedingungen für einen Lombardkredit
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Effektenlombardkredit wird Bankkunden gegen die Hinterlegung börsenfähiger Wertpapiere seitens ihrer Hausbank eingeräumt. Er dient dem weiteren Ankauf von Wertpapieren.
  • Beim Warenlombardkredit muss der Kreditnehmer nicht die Ware selbst sicherungsübereignen, sondern ein sogenanntes indossiertes Traditionspapier abtreten.
  • Auch wenn der Begriff Lombardkredit in der Regel nur im Zusammenhang mit Banken aufgegriffen wird, fällt auch die Pfandleihe bei einem Pfandhaus unter diesen Begriff. Im Grunde handelt es sich dabei um den klassischen Lombardkredit schlechthin.

Die Geschichte des Lombardkredites

Der Begriff leitet sich aus der Lombardei ab. Hier finden sich erste Hinweise darauf, dass Kaufleute bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts Kredite an Feudalherren gegen die Überlassung eines Pfandes vergeben haben.

Lombardkredite gegen Pfänder jedweder Art können von Privatpersonen in Anspruch genommen werden. Der Lombardkredit gegen die Hinterlegung von Wertpapieren diente früher aber auch den Banken zur kurzfristigen Refinanzierung bei der Zentralbank.

Lombardkredit der Zentralbank

Dieses Refinanzierungsmittel konnten bis zur Gründung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 1998 die Geschäftsbanken bei ihren Zentralbanken in Anspruch nehmen. Voraussetzung für die Gewährung eines Lombardkredites war die Begrenzung auf eine Laufzeit von drei Monaten und die Tatsache, dass sich die Wertpapiere im Besitz der leihenden Bank befinden. Der zugrunde gelegte Zinssatz, der Lombardzins, war einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren. Mit der Einführung der EZB löste die Spitzenrefinanzierungsfazilität den Lombardkredit ab. Für diese Form der Liquiditätsbeschaffung gelten einheitliche Richtlinien bezüglich der zu stellenden Sicherheiten.

Der Effektenlombardkredit

Dieser Wertpapierkredit wird Bankkunden gegen die Hinterlegung börsenfähiger Wertpapiere seitens ihrer Hausbank eingeräumt. Er dient dem weiteren Ankauf von Wertpapieren. Entsprechend der Wertpapiergattung werden die Papiere allerdings nicht in vollem Umfang beliehen. Für Aktien gilt ein Beleihungswert von 60 Prozent, für Anleihen von bis zu 80 Prozent. Verändert sich der Wert der verpfändeten Papiere negativ, muss der Darlehensnehmer innerhalb einer gesetzten Frist entweder zusätzliche Sicherheiten stellen oder das Darlehen auf den neuen Beleihungsrahmen zurückführen.

Der Warenlombardkredit

Für diese Variante gilt, dass der Kreditnehmer nicht die Ware selbst sicherungsübereignen muss, sondern ein sogenanntes indossiertes Traditionspapier abtritt. Als Traditionspapiere gelten Ladescheine, Lagerscheine oder Konnossemente. Diese verbriefen das Recht an der Ware, welches mit der Abtretung an die Bank übergeht. Der Warenlombardkredit wird genutzt, um den Kauf einer Ware vorzufinanzieren. Die Tilgung erfolgt aus dem Erlös, nachdem die Waren weiterverkauft wurden.

Der unechte Lombardkredit

Während ein sogenannter echter Lombardkredit auf einem gesonderten Kreditkonto zur Verfügung gestellt wird und dort abgerechnet wird, handelt es sich bei einem unechten Lombardkredit um einen Kontokorrentkredit auf dem Girokonto, welcher durch bewegliche Sachen besichert wird.

Die Rahmenbedingungen für einen Lombardkredit

Lombardkredite sind mit einer Laufzeit von maximal zwei Jahren ausgestattet. Sie können entweder in einer Summe abgerufen oder innerhalb eines Kreditrahmens in Tranchen genutzt werden. Der Zinssatz ist davon abhängig, ob die verpfändeten Sachen in der Form ausreichend sind oder von der Bank im Rahmen der Kreditvorgaben eventuell noch Eigenmittel unterlegen muss. Die günstigste Konstellation für den Kreditnehmer stellt der Lombardkredit gegen Verpfändung von Bankguthaben dar. Für die Bank spielt es eine Rolle, dass mit Ausnahme des Warenlombardkredites die verpfändeten Sachen vom Darlehensnehmer nicht genutzt, aber auch nicht verkauft werden können.

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