Sprunghafter Anstieg der Studienkredite durch Corona

14.07.2021 | 15:04

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Die Zahl der Kredite, die zur Finanzierung eines Studiums aufgenommen werden, ist im Corona-Jahr 2020 deutlich gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Der wichtigste und größte Darlehensgeber in diesem Bereich war demnach die staatliche Förderbank KfW.

So viele neue Kredite gab es zuletzt 2015

Studierende in Deutschland haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Kredite abgeschlossen, um sich das Studium zu finanzieren. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Studienkredit-Test 2021 des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hervor.

Insgesamt wurden 2020 demnach 53.000 neue Kredite abgeschlossen – ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Laut den Studienautoren erreichte die Zahl der Neukredite damit wieder das Niveau aus dem Jahr 2015. Zwischen 2014 und 2019 hatte sich die Zahl der Neuabschlüsse halbiert.

Insgesamt beziehen derzeit 90.000 Studierende in Deutschland Gelder aus einem Studienkredit oder Bildungsfonds. Das entspricht einem Anteil von drei Prozent.

Die meisten Studienkredite vergibt die KfW

Haupttreiber des Anstiegs war laut Studie die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Mehr als drei Viertel aller neu abgeschlossen Darlehen entfiel auf die KfW. Damit ist die Förderbank mit großem Abstand Marktführer unter den Anbietern von Studienkrediten. Im Vorjahr 2019 gab es allein bei der KfW 18.000 Kreditabschlüsse, 2020 waren es mit rund 40.000 mehr als doppelt so viele.

Als Gründe nennt die Studie geänderte Vertragsmodalitäten. So konnte der KfW-Studienkredit bis Ende 2021 zinsfrei genutzt werden. Außerdem konnten wegen Corona erstmals Studierende aus dem Ausland befristet den Kredit in Anspruch nehmen. Dies nutzten 16.000 Studentinnen und Studenten ohne deutschen Pass. Das entspricht einem Anteil von 30 Prozent an den Neu-Verträgen.

Kreditangebote „seriös und gut gestaltet“

Insgesamt stuft der Test alle gängigen Angebote als durchgehend „seriös und gut gestaltet ein“. Bewertet wurden die Kategorien Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität. Viele der 51 untersuchten Studienkredite, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten Topergebnisse in mehreren Bereichen.

Nach Auskunft der Kredit-Anbieter werden derzeit von Banken und Bildungsfonds monatlich rund 48 Millionen Euro an Studierende ausgeschüttet – im Schnitt 528 Euro pro Person.