Ratenzahlungen drastisch gestiegen: Jeder Siebte bezahlt größere Online-Einkäufe in Teilbeträgen
Stand: 25.09.2026
Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox
Heidelberg. 15 Prozent aller Deutschen bezahlen einen Online-Einkauf im Wert von 1.000 Euro bevorzugt in Raten. Vor knapp zwei Jahren lag dieser Anteil lediglich bei 9 Prozent. Nur der Kauf auf Rechnung und die Zahlung mit Paypal sind bei dieser Einkaufssumme noch beliebter. Bei kleinen Beträgen ist Paypal für fast jeden Zweiten das bevorzugte Zahlungsmittel. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.
15 Prozent bezahlen 1.000 Euro bevorzugt in Raten
Die Ratenzahlung beim Online-Shopping wird immer beliebter. 15 Prozent aller Befragten würden einen Einkauf in Höhe von 1.000 Euro nach eigenen Angaben, wenn möglich, in Raten bezahlen. In einer früheren Umfrage aus dem Jahr 2024 waren es lediglich 9 Prozent.
29 Prozent würden eine Tausend-Euro-Bestellung bevorzugt auf Rechnung bezahlen (2024: 32 Prozent), für 21 Prozent ist Paypal die bevorzugte Zahlungsmethode (2024: 20 Prozent), 14 Prozent möchten mit der Debit- oder Kreditkarte bezahlen (2024: 15 Prozent). Somit hat unter den gängigsten Online-Bezahlverfahren nur die Ratenzahlung in der Beliebtheit der Konsumenten deutlich zugelegt.
Ratenzahlung bei Geringverdienern besonders beliebt
"Für immer mehr Menschen ist es inzwischen selbstverständlich, Online-Einkäufe nicht in einer Summe, sondern über längere Zeit in Teilbeträgen abzuzahlen", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Gerade für weniger finanzstarke Menschen ist das verlockend. Denn durch die niedrigen Monatsraten sind auch Waren erschwinglich, die sie sich sonst mitunter nicht oder nur schwer leisten könnten."
Unter den Befragten mit weniger als 2.000 Euro Nettoeinkommen würde fast jeder Vierte (23 Prozent) einen Internet-Einkauf in Höhe von 1.000 Euro bevorzugt in Raten bezahlen. Unter den Gutverdienern ab 4.000 Euro Einkommen liegt der Anteil nur bei 7 Prozent.
Strengere Regeln für Ratenfinanzierungen ab November
Laut Untersuchungen der Wirtschaftsauskunftei Schufa kommt es gerade unter den Nutzern von Kleinkrediten und sogenannten Buy-now-pay-later-Finanzierungen vermehrt zu Zahlungsschwierigkeiten. "Wer regelmäßig in Raten bezahlt, verschiebt einen beträchtlichen Teil der finanziellen Lasten des eigenen Alltagskonsums in die Zukunft", warnt Oliver Maier. "Das ist riskant, denn es erhöht dauerhaft die laufenden Kosten, was bei unvorhergesehenen Schwierigkeiten wie einem Jobverlust schnell zum Problem wird."
Um die Risiken einer Überschuldung für Verbraucher zu reduzieren, greifen ab 20. November strengere gesetzliche Regeln. Unter anderem werden die Pflichten zur Kreditwürdigkeitsprüfung ausgeweitet und die Anbieter müssen künftig noch transparenter über die Risiken und Folgen eines Zahlungsverzugs sowie über sämtliche Kosten der Finanzierung informieren. Abhängig vom Online-Shop werden für die Ratenzahlung nicht selten 10 bis 20 Prozent Zinsen fällig.
"Verbraucher können laufende Ratenfinanzierungen mit überteuerten Zinsen jederzeit und ohne Kündigungsfrist auf einen günstigeren Ratenkredit umschulden", sagt Oliver Maier. "Eine mögliche Gebühr für die vorzeitige Rückzahlung ist gesetzlich auf ein Prozent der Umschuldungssumme gedeckelt. Die mögliche Zinsersparnis ist oft wesentlich höher." Bei Verivox lag der mittlere Zins für Kreditnehmer mit durchschnittlicher Bonität im August bei 6,26 Prozent.
Jeder Zweite bezahlt kleine Online-Einkäufe mit Paypal
Bei kleineren Online-Einkäufen bevorzugen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig andere Bezahlverfahren als bei größeren Summen: Wie schon 2024 bezahlt fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) in der Verivox-Umfrage Online-Einkäufe im Wert von 25 Euro am liebsten mit Paypal. Für kleine Alltagseinkäufe ist der Bezahldienstleister somit weiterhin mit Abstand die beliebteste Zahlungsmethode.
Nur 14 Prozent bezahlen 25 Euro bevorzugt per Rechnung – auch dieser Anteil blieb gegenüber der letzten Umfrage unverändert. 11 Prozent nutzen zum Bezahlen ihre Debit- oder Kreditkarte (2024: 14 Prozent).
Bei 100 Euro Einkaufswert sind die Bezahlvorlieben ähnlich verteilt – für 42 Prozent ist Paypal erste Wahl (2024: 40 Prozent), 20 Prozent möchten auf Rechnung einkaufen (2024: 21 Prozent) und 13 Prozent mit der Karte bezahlen (2024: 17 Prozent).
Die Ratenzahlung spielt bei diesen niedrigeren Einkaufsbeträgen nur eine untergeordnete Rolle: Bei 100 Euro Einkaufswert bevorzugen lediglich 3 Prozent und bei 25 Euro nur noch 2 Prozent den Kauf auf Raten.
Methodik
Im Auftrag von Verivox hat das Meinungsforschungsinstitut Innofact im Juli 2026 insgesamt 1.002 Personen im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt. Die Befragten entstammen einem ISO-zertifizierten Online-Panel mit rund 500.000 Teilnehmenden. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ in Bezug auf Alter, Geschlecht und Bundeslandzugehörigkeit.
Gefragt wurde: Wenn Sie die Wahl hätten: Wie würden Sie einen Online-Einkauf in Höhe von 25 Euro / 100 Euro / 1.000 Euro bevorzugt bezahlen?