Kreditnachfrage von Unternehmen vorerst wieder abgeebbt

19.09.2020 | 05:04

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Auf dem Höhepunkt der Corona-Krise schnellte auch die Nachfrage nach Unternehmenskrediten in die Höhe. Wie Untersuchungen der Unternehmensberatung PwC zeigen hat sich die Nachfrage allerdings recht schnell wieder normalisiert. Allerdings könnte die Nachfrage schon im Herbst wieder spürbar steigen.

Erste Kreditwelle schon wieder abgeebbt

Durch den Covid-19-Sondereffekt, haben deutsche Banken Ende März erstmals Unternehmenskredite in Höhe von mehr als 1,1 Billionen Euro ausgereicht. Das ist ein Ergebnis der PwC-Studie "Wer finanziert die Covid-19 Krise“. Nachdem sich das Wachstum im Kreditgeschäft Anfang des Jahres zunächst verlangsamt hatte, sorgten die Folgen der Covid-19-Pandemie für einen rapiden Anstieg der Kreditnachfrage.

So legte das Wachstum im Mai 2020 kurzfristig wieder bis auf 8,7 Prozent zu. Die plötzlich einsetzende Zusatznachfrage im März wurde zunächst durch kurzfristige Kredite gedeckt, deren Volumen um 19 Milliarden Euro gegenüber Februar anstieg. Die Ergebnisse verdeutlichten, dass es im März kurzfristig dringenden Finanzierungsbedarf gegeben habe, resümiert Tomas Rederer von PwC Deutschland.

Steigende Nachfrage ab Herbst wahrscheinlich

Doch schon ab Juni sei diese erste Covid-19-Welle wieder abgeebbt. Gegenüber dem Vormonat sank der Bestand an Unternehmenskrediten um 0,4 Milliarden Euro. "Eine zweite Kreditwelle im Herbst erscheint aktuell wahrscheinlich, wenn viele Unternehmer ihre Finanzplanung erneut überprüfen und entsprechenden Handlungsbedarf erkennen“, sagt Rederer. „Sollte es zudem noch zu einer starken zweiten Virus-Welle kommen, wird der Kreditbedarf umso stärker steigen.“