Unter der Hautkrankheit Rosacea leiden hierzulande circa zwei bis fünf Prozent aller Erwachsenen. Die Erkrankung betrifft vor allem Frauen und beginnt in den meisten Fällen im Alter zwischen 30 und 40. Männer erkranken dagegen seltener und für gewöhnlich erst ab dem 50. Lebensjahr, dafür jedoch häufig schwerer. Auch wenn Rosacea nicht vollständig heilbar ist, lassen sich Symptome durch verschiedene Maßnahmen deutlich reduzieren.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition: Was ist Rosacea?
  3. Ursachen
  4. Symptome
  5. Behandlung
  6. Die richtige Ernährung
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Private Krankenversicherung: Vergleich der Tarife

Das Wichtigste in Kürze

  • Rosacea ist eine chronisch verlaufende Hauterkrankung, die das Gesicht und hier vor allem die Nase, das Kinn, die Wangen sowie die Stirn betrifft.
  • Die meisten Forscher ordnen Couperose als Frühstadium einer Rosacea ein, wobei es auch Stimmen aus der Wissenschaft gibt, die sie als eigenständige Krankheit betrachten.
  • Auch wenn die genauen Ursachen noch unbekannt sind, gehen Forscher davon aus, dass der Entstehungsprozess von Rosacea auf einem Zusammenspiel aus mehreren Faktoren beruht.
  • Je nach Ausprägung der Rosacea behandelt der Arzt Patienten mit speziellen Cremes und/oder Antibiotika.

Definition: Was ist Rosacea?

Rosacea (auch oft Rosazea geschrieben) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut, die schubweise verläuft. Das bedeutet, dass sich durch Beschwerden geprägte Intervalle und symptomfreie Phasen abwechseln. Im Volksmund ist die Krankheit unter verschiedenen Namen bekannt, beispielsweise Kupferrose oder Kupferfinne. Die Bezeichnungen Acne rosacea und Gesichtsrose gelten dagegen als falsch beziehungsweise veraltet.

Das für Rosacea charakteristische Merkmal sind Hautrötungen und erweiterte Äderchen im Gesicht, die insbesondere im Bereich Wange, Stirn, Nase und Kinn auftreten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung können zusätzliche Symptome wie Pusteln, Knötchen und Bläschen hinzukommen. Da weder Bakterien noch Viren die Krankheit verursachen, besteht für andere Personen keine Ansteckungsgefahr.

Der Unterschied zwischen Rosacea und Couperose

Immer wieder kommt es zu Verwechslungen der Begriffe Rosacea und Couperose. Das geht im Wesentlichen darauf zurück, dass es innerhalb der Wissenschaft zwei verschiedene Ansichten über den Zusammenhang zwischen den beiden Hautkrankheiten gibt. Die meisten Forscher sind der Meinung, dass Couperose sich als Vorstufe einer Rosacea werten lässt. Dafür spricht, dass die Symptome und Risikofaktoren identisch sind. Manche Wissenschaftler gehen dagegen davon aus, dass es sich bei Couperose um eine eigenständige Krankheit handelt, aus der hin und wieder eine Rosacea hervorgeht.

Ursachen einer Rosacea

Auf welche Ursachen eine Rosacea zurückgeht, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt. Die Mehrheit der Wissenschaftler vertritt jedoch die Auffassung, dass die Erkrankung durch das Zusammenspiel mehrere Variablen entsteht, es sich also um eine multifaktorielle Krankheit handelt. Einen bestimmten Pilz oder Bakterien, welche die Gesichtsrötung auslösen, konnten Forscher bisher nicht finden. Welche Faktoren nach Ansichten der Wissenschaftler beispielsweise als Ursache für Rosacea in Betracht kommen, veranschaulicht die nachfolgende Liste:

  • Genetische Veranlagung
  • Störung des Immunsystems
  • Dichte Besiedelung der Haut mit Demodex-Milben (Haarbalgmilben)
  • Neurogene (von den Nerven ausgehende) Entzündung
  • Fehler bei der Regulation des Gefäßsystems (Hyperreaktivität)
  • Magenbakterien (etwa Helicobacter pylori)

Darüber hinaus existieren verschiedene Risikofaktoren, die einen Schub auslösen können – beispielsweise Produkte mit chemischen Inhaltsstoffen wie Seife oder Make-up, aber ebenso schnelle Temperaturwechsel, hormonelle Umstellungen oder seelischer Stress.

Was sind die Symptome einer Rosacea?

Im Zusammenhang mit Rosacea unterscheiden Hautärzte zwischen verschiedenen Schweregraden, denen sich jeweils charakteristische Symptome zuordnen lassen. Die Beschwerden können jedoch von Betroffenem zu Betroffenem variieren, sodass sich nicht jeder Patient eindeutig in eine Kategorie einordnen lässt. Folgende Schweregrade existieren:

  • Vorstufe (Rosacea-Diathese): Als typische Symptome im Frühstadium der Erkrankung gelten flüchtige Hautrötungen (Erytheme), die anfallsartig im Gesicht auftreten. In seltenen Fällen zeigen sich die Rötungen auch im Bereich von Brust und Nacken.
  • Schweregrad I (Rosacea erythematosa-teleangiectatica): Zusätzlich zur Gesichtsrötung treten Gefäßerweiterungen auf. Viele Betroffene klagen zudem über brennende, juckende oder trockene Haut.
  • Schweregrad II (Rosacea papulopustulosa): Charakteristisch für dieses Stadium sind neben der dauerhaften Rötung der Haut auch temporär auftretende Pusteln, Knötchen und Flüssigkeitsansammlung im Gesichtsgewebe (Lymphödeme).
  • Schweregrad III (Glandulär-hyperplastische Rosacea): Bei diesem Ausprägungsgrad vergrößern sich die Talgdrüsen und das Bindegewebe, infolgedessen sich knollenartige Wucherungen (Phyme) ausbilden – etwa an der Nase, der Stirn oder am Kinn, aber möglicherweise auch am Ohr.

Die Behandlung der Rosacea

Welche Behandlungsmethoden sich anbieten, hängt vor allem von der Schwere der Symptome ab. Mithilfe spezieller Medikamente und kosmetischer Pflege lassen sich die Beschwerden meist deutlich senken. Für die lokale Anwendung empfehlen sich vor allem Cremes und Salben, die für gewöhnlich entweder Metronidazol oder Azelainsäure enthalten. Beide Wirkstoffe tragen dazu bei, Pusteln und Hautknötchen zu reduzieren. Stellt sich keine Verbesserung ein, greifen Mediziner häufig auf unterschiedliche Antibiotika zurück, beispielsweise mit Doxycyclin oder Minocyclin. Oftmals wenden die Ärzte Cremes und Tabletten auch in Kombination an.

Viele Patienten entscheiden sich für eine Laserbehandlung. Ein solche sorgt dafür, dass die Hautrötungen und die erweiterten Äderchen verschwinden. Diesen Effekt erreichen weder Cremes noch Tabletten. Eine Sitzung nimmt lediglich einige Minuten Zeit in Anspruch, wobei im Regelfall mehrere Termine notwendig sind. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Rötungen sich nach einer gewissen Zeit erneut bilden.

Auch mithilfe verschiedener Hausmittel lässt sich das Hautbild verbessern. Verwendung finden beispielsweise Kamille, Apfelessig und Aloe Vera. Allerdings empfiehlt es sich nicht, die Haut noch zusätzlich zu reizen. Außerdem stellen Hausmittel für sich betrachtet kein adäquates Mittel gegen Rosacea dar, sondern eher eine sinnvolle Ergänzung der Therapie in Absprache mit dem Arzt.

Die passende Ernährung bei Rosacea

Auch wenn keine spezielle Rosacea-Diät existiert, können von der Hauterkrankung betroffene Personen durch ihre Ernährung trotzdem Einfluss auf die Beschwerden nehmen. Prinzipiell rät es sich an, auf scharfes Essen, heiße Speisen und Getränke sowie Alkohol zu verzichten. Entsprechende Lebensmittel können nämlich eine Gefäßerweiterung bewirken und damit die Gesichtsrötung noch verstärken. Im Allgemeinen empfiehlt sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Außerdem kann es sich als sinnvoll erweisen, zu testen, wie der Körper auf unterschiedliche Lebensmittel reagiert.

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