Es ist bekannt, dass Fett in jeder Form den höchsten Anteil an Kalorien pro Gramm aufweist. Eine fettreduzierte Ernährung wirkt sich dementsprechend positiv auf das Gewicht aus. Allerdings benötigt der menschliche Organismus eine gewisse Menge an Fett, um einwandfrei zu funktionieren. Hier eine gesunde Balance zu finden, ist nicht immer leicht. Deshalb sind detaillierte Informationen, welche Wirkungsansätze Programme wie die Low-Fat-Diät haben, ausgesprochen wichtig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Low-Fat-Diät ist leicht in den Alltag integrierbar mit 60 Gramm Fett pro Tag
  • Die Gewichtsabnahme erfolgt langsam aber kontinuierlich
  • Im Vergleich zu einer Low-Carb-Diät ist einfacher die Diät durchzuhalten
  • Präventionskurse und Ernährungsberatung der Krankenkassen unterstützen bei der Reduktionsdiät

Formen der Low-Fat-Diät – Was sind die Unterschiede?

Low-Fat, also wenig Fett, bedeutet, dass Sie Ihre Nahrungsmittel nach deren Fettgehalt auswählen. Laut Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte der Fettanteil in der täglichen Nahrung idealerweise nur etwa 30 Prozent der Energiezufuhr betragen. Das gilt besonders dann, wenn Sie Übergewicht abbauen wollen.

Herkömmliche Low-Fat-Diät

Eines vorweg: Low-Fat bedeutet nicht No-Fat. Die normale Low-Fat-Diät erlaubt einen Fettanteil von maximal 60 Gramm pro Tag. Das bedeutet, dass jede dritte Kalorie, die Sie zu sich nehmen, vom Fett stammen darf. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie hochwertige Fette in Ihre Ernährung integrieren. Dabei ist es wichtig, möglichst mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu verwenden. Diese befinden sich zum Beispiel in Oliven-, Raps- oder Leinöl und in frischem Seefisch.

Low-Fat 30

Bei der etwas strengeren Version Low-Fat 30 darf eine maximale Fettmenge von 30 Gramm pro Tag nicht überschritten werden. Betrachten Sie eine Low-Fat-Diät nicht als vorübergehende Maßnahme, sondern als ein Ernährungskonzept, nach dem Sie sich auf Dauer ernähren können.

Priktin-Diät

Sehr rigoros ist die sogenannte Priktin-Diät. Sie wurde in den 1950er Jahren vom Mediziner Nathan Priktin entwickelt. Während bei der Low-Fat-Diät alle Lebensmittel erlaubt sind, solange die maximale Fettaufnahme nicht überschritten wird, müssen Sie bei einer Priktin-Diät konsequent auf Butter, Fleisch, Fisch und Käse verzichten.

Vorteile der Low-Fat-Diät

Eine Low-Fat-Diät lässt sich vergleichbar einfach in den Alltag integrieren, weil Sattmacher wie zum Beispiel Nudeln, Kartoffeln oder Brot durchgängig erlaubt sind. Ein weiterer großer Vorteil ist die Tatsache, dass eine fettreduzierte Ernährung Ihre Blutfettwerte (Cholesterin) senkt und so eine Vorbeugung gegen Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Schlaganfälle darstellen kann.

Nachteile der Low-Fat-Diät

Wenn Sie diese Diät machen, um schnell Gewicht zu verlieren, wird das möglicherweise nicht funktionieren. Die Gewichtsabnahme bei einer Low-Fat-Diät funktioniert langsam, dafür aber kontinuierlich. Zeitaufwendig ist das Erkennen des Fettgehalts in den einzelnen Lebensmitteln. Hier müssen Sie besonders auf versteckte Fette achten, die sich zum Beispiel in Wurst, Käse oder auch in Fertigprodukten verbergen.

Unterschiede zwischen Low-Fat- und Low-Carb-Diät

Weniger Fett, weniger Kohlenhydrate oder beides? Die Vielzahl der angebotenen Diätmaßnahmen verunsichert. Eine Gegenüberstellung von Low-Fat- und Low-Carb-Diät zeigt Folgendes:

Low-Fat hat ein einfaches Prinzip. Die Fettzufuhr wird gesenkt, sodass das Fett in Ihrer Nahrung maximal 30 Prozent der gesamten Kalorienmenge pro Tag ausmacht. Der Abnehmerfolg stellt sich langsam ein, das Gewicht kann bei einer dauerhaften fettarmen Ernährung gut gehalten werden.

Low-Carb (wenig Kohlenhydrate) soll durch das Weglassen von kohlenhydratreichen Lebensmitteln die Fettverbrennung des Körpers ankurbeln. Die Gewichtsabnahme erfolgt rasch. Allerdings fällt es den meisten Menschen schwerer, dauerhaft die Zufuhr von Kohlenhydraten zu reduzieren.

Reduktionsdiäten im Alltag – Durchhaltevermögen ist gefragt

Die Low-Fat-Diät lässt sich vergleichbar einfach realisieren, weil Sie lediglich auf fetthaltige Lebensmittel verzichten beziehungsweise deren Anteil an der täglichen Nahrungsmenge stark einschränken müssen. Bei der Low-Carb-Diät hingegen ist eine wesentlich exaktere Planung und mehr Durchhaltevermögen notwendig. Alles, was richtig satt macht, hat in der Regel einen hohen Kohlenhydratanteil und sollte gemieden werden. Das kann unter Umständen zu Heißhungerattacken und damit zu einem Scheitern der Diät führen.

Wie helfen Krankenkassen bei der Durchführung einer Low-Fat-Diät?

Ob privat oder gesetzlich versichert, Ihre Krankenkasse ist auf jeden Fall daran interessiert, dass Sie gesund sind. Dazu gehört es unbedingt, dass Sie sich richtig ernähren. Viele gesetzliche Krankenkassen bieten deshalb Präventionskurse an oder bezahlen Ihnen eine individuelle Ernährungsberatung. Besonders, wenn Sie sich für eine Reduktionsdiät entscheiden, bei der Sie Ihre gesamte Ernährung dauerhaft umstellen wollen, ist eine solche Beratung extrem wichtig. Ob Ihre private Krankenversicherung solche Maßnahmen bezahlt, richtet sich danach, welchen Tarif Sie abgeschlossen haben. Inzwischen wird die individuelle Ernährungsberatung jedoch von vielen privaten Trägern übernommen.