Leinsamen gelten aus gutem Grund als sogenanntes Superfood, können sie doch bei unterschiedlichen Symptomatiken im Magen-Darm-Trakt helfen. Dies liegt vor allem an ihren Schleimstoffen. Leinsamen in die eigene Ernährung zu integrieren, hat also durchaus Vorteile.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was sind Leinsamen?
  3. Warum sind Leinsamen gesund?
  4. Die Anwendungsgebiete von Leinsamen
  5. Die Einnahme von Leinsamen
  6. Gibt es Nebenwirkungen?
  7. Wer darf keine Leinsamen zu sich nehmen?
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Leinsamen enthalten neben Ballaststoffen, Eiweiß und fettreichem Öl auch Schleimstoffe, die im Darm aufquellen und die Verdauung anregen.
  • Leinsamen können nicht nur bei Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Sodbrennen und Gastritis helfen, sondern einen ebenso beim Abnehmen unterstützen.
  • Erwachsene Personen sollten täglich maximal 45 Gramm Leinsamen (3 x 15 Gramm) zu sich nehmen.
  • Wer Leinsamen bestimmungsgemäß verwendet, muss nicht mit Nebenwirkungen rechnen.

Was sind Leinsamen?

Bei Leinsamen – manchmal auch als Leinsaat bezeichnet – handelt es sich um die Samen des Flachses, auch als gemeiner Lein bekannt. Das Gewächs ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Auch die Samen finden bereits seit langer Zeit Verwendung als Heilmittel. Leinsamen besitzen je nach Sorte eine gelbliche beziehungsweise bräunliche Schale und haben einen leicht nussigen Geschmack.

Warum sind Leinsamen gesund?

Leinsamen beziehungsweise deren Schalen bestehen größtenteils aus Schleim- und Ballaststoffen (etwa 50 Prozent), Eiweiß (etwa 25 Prozent) und fettem Öl (ebenfalls etwa 25 Prozent). Gelangen die Samen in den Darm, quellen die in ihnen enthaltenen Schleimstoffe dort auf, indem sie Wasser binden. Damit bewirken sie, dass sich das Stuhlvolumen vergrößert. Infolgedessen steigt der Druck auf die Darmwand, wodurch die Darmbewegung angeregt wird. Das Öl wirkt hingegen als Schmiermittel und beschleunigt den Weitertransport des Stuhls.

Die Anwendungsgebiete von Leinsamen

Aufgrund ihrer Wirkungsweise bieten sich Leinsamen ebenso wie Flohsamenschalen als natürliches Mittel gegen verschiedene Beschwerden an. In welchen Situationen es empfehlenswert sein kann, auf Leinsamen zurückzugreifen, verraten die nachfolgenden Absätze.

Eine Hilfe – aber kein Allheilmittel – beim Abnehmen

Leinsamen eignen sich definitiv für Personen, die ihr Gewicht reduzieren möchten. Die im Magen aufquellenden Schleimstoffe haben eine sehr sättigende Wirkung. Außerdem sorgen Leinsamen nach ihrem Verzehr dafür, dass der Blutzuckerspiegel konstant bleibt, was Heißhunger entgegenwirkt. Allerdings soll an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass das in den Samen enthaltene Öl relativ viele Kalorien hat. Demnach reicht die bloße Einnahme von Leinsamen keinesfalls aus. Damit es zu einer Gewichtsreduktion kommt, sind außerdem eine kalorienbewusste Ernährung und sportliche Bewegung notwendig.

Eine Unterstützung für die Verdauung

Die in den Leinsamen enthaltenen Inhaltsstoffe überziehen die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt mit einem beruhigenden Schutzfilm. Darüber hinaus halten sie den Nahrungsbrei feucht und fördern die Verdauung.

Hilfreich bei Verstopfung

Da die Samen abführend wirken, eignet sich ihr Verzehr auch für Personen, die unter Verstopfung leiden. Diese sollten täglich sowohl morgens als auch abends jeweils zwei Esslöffel geschrotete Leinsamen konsumieren. Allerdings tritt der Effekt erst 12 bis 24 Stunden nach der Einnahme auf. Die Wirkung lässt sich mit Fruchtmus, Honig oder Milchzucker noch verstärken.

Ein effizientes Hausmittel gegen Durchfall

Die in Leinsamen enthaltenen Schleimstoffe nehmen im Darm Wasser auf, weshalb sie bei Durchfall für einen festeren Stuhl sorgen. Aber Achtung: Während es sich im Allgemeinen empfiehlt, die Samen mit ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, sollten Durchfallerkrankte bei der Leinsamenaufnahme darauf verzichten. Schließlich besteht das Ziel der Einnahme darin, dass die Samen das bereits im Darm vorhandene Wasser zum Aufquellen nutzen.

Auch gegen Sodbrennen empfehlenswert

Bei Sodbrennen hilft in vielen Fällen ein Leinsamen-Aufguss. Als wirksam gelten in diesem Zusammenhang insbesondere helle Leinsamen (Goldleinsamen), da die Schleimbildung bei dieser Sorte besonders stark ausfällt. Füllen Sie etwa einen Esslöffel der Samen in ein Teesäckchen. Übergießen Sie dieses mit siedendem Wasser und lassen Sie die Leinsamen etwa 20 Minuten quellen. Den Aufguss sollten Betroffene am besten in kleinen Schlucken und verteilt über den kompletten Tag trinken.

Ein bewährtes Hausmittel bei Gastritis

Eine Gastritis ist eine Magenschleimhautentzündung. Auch in diesem Zusammenhang gelten Leinsamen als hilfreiches Hausmittel. Dies liegt an der Schleimschicht, die sich nach dem Verzehr der Leinsamen schützend auf die gereizte Magenschleimhaut legt. Wie bei Sodbrennen empfiehlt sich auch hier ein Aufguss.

Die Einnahme von Leinsamen

Es gibt eine ganze Reihe von Arten, um Leinsamen einzunehmen. Viele Menschen verzehren die Samen im Ganzen. Es empfiehlt sich jedoch eher, auf geschrotete Samen zurückzugreifen (beziehungsweise diese vor dem Verzehr zu schroten), um eine möglichst intensive Wirkung zu erzielen.

Ebenso ist es möglich, die Samen in eingeweichter (mit heißem Wasser) oder gequollener Form (mit kaltem Wasser) zu sich zu nehmen. Im ersten Fall warten Sie, bis die Samen das Wasser vollständig aufgesogen haben. Im zweiten Fall reicht es aus, die Leinsamen eine halbe Stunde im Wasser ziehen zu lassen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hält den Verzehr von Leinsamen grundsätzlich für unbedenklich. Allerdings empfiehlt das Ministerium, eine Tagesdosis von 45 Gramm – aufgeteilt auf drei Mahlzeiten – nicht zu überschreiten. Dies hängt damit zusammen, dass die Samen cyanogene Glykoside enthalten, aus denen sich geringe Mengen Blausäure bilden können.

Sind durch den Verzehr von Leinsamen Nebenwirkungen zu befürchten?

Solange der Gebrauch bestimmungsgemäß erfolgt, müssen Konsumenten nicht mit Nebenwirkungen rechnen. Zumindest sind der Wissenschaft bis zum aktuellen Zeitpunkt keine Begleiterscheinungen bekannt. Wer Leinsamen einnimmt, sollte jedoch unbedingt darauf achten, genug Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter pro Tag) zu sich zu nehmen. Wer das nicht tut, riskiert, dass die Schleimstoffe im Darminneren hängenbleiben. Dies führt schlimmstenfalls zu einem Darmverschluss.

Darüber hinaus kann die Einnahme von Leinsamen die Aufnahme von Medikamenten über die Darmschleimhaut behindern. Daher ist es wichtig, die Samen nicht zusammen mit Arzneimitteln zu verzehren, sondern nach der Medikamenteneinnahme im besten Fall drei Stunden zu warten.

Wer darf keine Leinsamen zu sich nehmen?

Es gibt auch verschiedene Personengruppen, die auf Leinsamen verzichten sollten. Dazu gehören vor allem Menschen mit einer verengten Speiseröhre beziehungsweise einem verengten Darm oder Magen. Auch im Falle starker Bauchschmerzen oder bei einer Entzündung des Magen-Darm-Trakts sollten besser keine Leinsamen verzehr werden. Dasselbe gilt für Menschen, die bereits Probleme mit einem Darmverschluss hatten.

Schwangere sollten zudem darauf achten, Leinsamen maßvoll zu dosieren und täglich nicht mehr als einen Esslöffel voll Samen zu sich zu nehmen. Eine höhere Dosis trägt dazu bei, dass die Nebennieren vermehrt das Stresshormon Cortisol produzieren.

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