Seit dem Jahr 1991 waren auf deutschen Straßen bei Nacht merkwürdige Fahrzeugbeleuchtungen zu erkennen. Einige Fahrzeuge boten eine deutlich hellere Ausleuchtung mit einem kalten blauen Licht als andere Autos. Hintergrund war, dass diese Autos mit den damals neuartigen Xenonlampen ausgestattet waren, die ein deutlich helleres Licht boten als die herkömmlichen Halogenscheinwerfer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Xenonscheinwerfer bieten eine deutlich bessere Ausleuchtung der Straße.
  • Die Lebensdauer ist etwa viermal solange wie bei Hallogenscheinwerfern.
  • Der Einsatz datiert sich auf das Jahr 1991.
  • Die Verbreitung von Xenonscheinwerfern ist bei Oberklassefahrzeuge deutlich höher als in anderen Fahrzeugklassen.
  • Eine Nachrüstung auf Xenon ist mit dem Versicherer aufgrund der Kategorisierung als „Sonderzubehör“ abklären.

Die Funktionsweise von Xenonscheinwerfern

Xenonlampen kommen als Frontscheinwerfer beim Abblendlicht und beim Fernlicht zum Einsatz. Bei einem Xenonscheinwerfer handelt es sich um eine Gasentladungslampe. Zwischen zwei Wolfram-Elektroden brennt ein kleiner Lichtbogen. Dabei handelt es sich um eine Gasmischung aus Xenon, Quecksilber und verschiedenen Metallhalogenide. Durch diese Mischung wird eine tageslichtähnliche Farbe erzeugt, die allerdings einen bläulichen Schimmer enthält. Die Xenonscheinwerfer der neueren Generation kommen inzwischen ohne Quecksilber aus.

Um die Lampe einzuschalten, bedarf es eines Vorschaltgerätes. Dieses erzeugt einen elektrischen Hochspannungsimpuls, der wiederum das Gas entzündet.

Xenonscheinwerfer halten ungefähr viermal solange wie klassische Hallogenlampen. Allerdings lässt sich eine defekte Lampe nicht an einem durchgebrannten Glühdraht erkennen, da es sich, wie erwähnt, um Gasentladungslampen handelt.

Die Geschichte der Xenonscheinwerfer

Die Historie dieser Scheinwerfer reicht in das Jahr 1989 zurück. Damals entwickelte Phillips die sogenannte D1-Lampe. Im Jahr 1991 bot BMW erstmals gegen einen Aufpreis Xenonscheinwerfer für die 7er Baureihe an. Seit 1994 war die D2-Lampe, die nächste Generation, Bestandteil im Audi A8 und in der BMW-Baureihe E38. Mercedes folgte mit der „Bi-Xenon Lampe“ für die CL-Baureihe. Bi-Xenon verwendet für Abblendlicht und Fernlicht eine Lampe, welche die jeweilige Beleuchtungsart durch das Umlegen einer Klappe steuert.

In der Weiterentwicklung kam die Xenonlampe mit Kurvenlicht auf den Markt. Bei diesen Scheinwerfern richtet sich der Lichtstrahl nach der Fahrtrichtung und bietet so bei Kurvenfahrten eine deutlich bessere Ausleuchtung der Straße.

Laut DAT-Report 2008 waren im Jahr 2007 rund 30 Prozent der zugelassenen Fahrzeuge mit Xenonlampen ausgestattet. Die Verbreitung fällt in der Oberklasse deutlich höher aus, als bei Mittelklassefahrzeugen und Kleinwagen.

Xenonlampen und Autoversicherung

Für Autobesitzer, die serienmäßig Xenonscheinwerfer in ihrem Auto haben, ändert sich an der Prämie der Kfz-Versicherung nichts. Die Scheinwerfer fallen hinsichtlich des Versicherungsschutzes bei Eigenverschulden unter die Glasversicherung im Rahmen der Kfz-Vollkaskoversicherung.

Anders kann es jedoch bei einer nachträglichen Umrüstung ausschauen. Stichpunkt ist hier der Terminus „mitversichertes Sonderzubehör“. Wer sein Auto abweichend von der serienmäßigen Ausstattung im Nachhinein mit Xenonlampen ausrüsten möchte, sollte mit seinem Versicherer klären, ob diese als Sonderzubehör gelten. Wenn ja, ist es wiederum die Frage, bis zu welcher Höhe das Sonderzubehör mitversichert ist. Unter Umständen, gerade wenn es noch weiteres Sonderzubehör im oder am Auto gibt, beispielsweise Spoiler, muss der Halter mit einer leichten Prämienanpassung rechnen. Eine Rücksprache mit dem Versicherer ist auf jeden Fall angeraten. Einen Prämiennachlass aufgrund der erhöhten Sicherheit des Wagens gibt es jedoch leider nicht.