Wer mit seinem Versicherer eine Werkstattbindung vereinbart, kann die zu zahlende Prämie deutlich senken. Mit der Werkstattbindung erklärt sich der Versicherte dazu bereit, Kaskoschäden ausschließlich in einer Partnerwerkstatt des Versicherers reparieren zu lassen. Die Werkstattbindung gibt es nur bei der Kaskoversicherung. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung werden nur Fremdschäden reguliert und es erfolgt eine freie Werkstattwahl durch den jeweiligen Anspruchsteller.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tarife mit Werkstattbindung können bis zu 20 Prozent günstiger sein.
  • Vor dem Abschluss eines Tarifs mit einer Werkstattbindung, sollte man die Partnerwerkstätten prüfen.
  • Wer sich im Schadensfall trotz bestehender Werkstattbindung gegen eine Partnerwerkstatt entscheidet, bleibt auf einem Teil der Reparaturkosten sitzen.

Maximaler Service: Vorteile der Werkstattbindung bei Kfz-Versicherungen

Von der Werkstattbindung profitiert nicht nur der Versicherer, sondern auch der Versicherungsnehmer:

  • Je nach Anbieter können Tarife mit Werkstattbindung bis zu 20 Prozent günstiger sein.
  • Manche Versicherungen bieten bei Werkstattbindung günstigere Konditionen für den Abtransport des Fahrzeugs vom Unfallort oder für die Bereitstellung eines Ersatzfahrzeugs.
  • Der Versicherer kann sogar den Großteil der Abwicklung der Reparatur übernehmen: Bei einem Schaden meldet sich der Kunde beim Versicherungsunternehmen und dieses organisiert dann je nach Schaden die Abholung des Fahrzeugs.
  • Oft können Versicherungsnehmer auch einen Mietwagen kostenfrei in Anspruch nehmen, wenn das eigene Auto durch einen Kaskoschaden nicht fahrbereit ist. Im Normalfall werden diese Kosten durch die Kaskoversicherung nicht ersetzt.
  • Mitunter wird auch die Reinigung des versicherten Fahrzeugs übernommen, wenn es durch den Unfall oder die anschließende Reparatur verschmutzt wurde.

Die zusätzlichen Serviceleistungen können von Gesellschaft zu Gesellschaft variieren. Es lohnt sich also, sich vor Abschluss der Police über die jeweiligen Konditionen bei seinem Wunschversicherer zu informieren. Ein entscheidendes Kriterium für den Abschluss einer Werkstattbindung ist, dass in den meisten Fällen auf die Reparaturen eine Garantie gegeben wird, die bis zu sechs Jahre betragen kann.

Nachteil der Werkstattbindung: Begrenzte Auswahl

Die Kfz-Versicherer haben mit ihren Partnerwerkstätten Vereinbarungen über die Höhe der Reparaturkosten getroffen, die normalerweise deutlich unter den üblichen Marktpreisen liegen. Diese Ersparnis geben die Versicherer an ihre Kunden weiter. Doch da Partnerwerkstätten günstige Preise anbieten, handelt es sich oft um freie Werkstätten ohne spezielle Markenbindung.

Vor dem Abschluss Netz der Partnerwerkstätten prüfen

Bevor Versicherungsnehmer jedoch eine Werkstattbindung vereinbaren, sollten sie sich darüber informieren, ob es in der Nähe ihres Wohnortes eine Partnerwerkstatt des Versicherungsunternehmens gibt. Informationen zu den zur Verfügung stehenden Werkstätten im Umkreis ihres Wohnorts erhalten die Kunden bei den Versicherern. Das Netz der Partnerwerkstätten ist in Großstädten oft flächendeckend, in ländlichen Regionen ist dies allerdings nicht immer der Fall. In diesem Fall ist die Vereinbarung einer Werkstattbindung nicht unbedingt lohnenswert.

Wenn die Werkstattbindung nicht beachtet wird

Wer sich im Schadensfall trotz bestehender Werkstattbindung gegen eine Partnerwerkstatt entscheidet, bleibt auf einem Teil der Reparaturkosten sitzen – egal, ob er sein Fahrzeug in der Werkstatt um die Ecke oder in einer Vertragswerkstatt reparieren lässt. Denn der Versicherer ersetzt nur den Teil der Kosten, für den er in der Partnerwerkstatt aufgekommen wäre. Darüber hinaus muss der Versicherungsnehmer bei Nichtbeachtung der Werkstattbindung mit schweren Vertragsstrafen rechnen. Je nach Versicherer kann etwa die vereinbarte Selbstbeteiligung verdoppelt oder verdreifacht werden.

Für wen eignet sich die Werkstattbindung?

Die Vereinbarung der Werkstattbindung ist besonders sinnvoll, wenn es sich beim versicherten Fahrzeug nicht mehr um ein Neuwagen handelt. Zwar sind die Partnerwerkstätten der Versicherer oft TÜV-geprüft, leisten in der Regel qualitativ hochwertige Arbeit und gewähren eine Garantie auf die durchgeführten Arbeiten. Bestehende Neuwagengarantien dürfen durch eine Reparatur in einer freien Werkstatt nicht eingeschränkt werden. In der Praxis fahren Neuwagenbesitzer aber mit einem Tarif ohne Werkstattbindung besser, da die ausschließliche Reparatur in einer Vertragswerkstatt des Herstellers den Wiederverkaufswert stabiler halten kann und mehr Möglichkeiten für Kulanzleistungen der Werkstatt bietet.

Vorsicht bei Leasingfahrzeugen

Auch Leasingnehmer verzichten lieber auf Policen mit Werkstattbindung. In den meisten Fällen entscheidet der Leasinggeber, in welcher Werkstatt das Fahrzeug nach einem Kasko-Schadensfall repariert werden soll. In den Leasingverträgen sind oftmals auch ausschließlich Vertragswerkstätten des Herstellers vorgeschrieben.

Die Werkstattbindung ist je nach Fahrzeugalter und Versicherungsumfang sinnvoll

Letztendlich muss jedoch jeder Kunde selbst entscheiden, ob eine Kfz-Versicherung mit Werkstattbindung sinnvoll ist oder nicht. Es gibt sicherlich Vorteile bei der Prämiengestaltung und bei der Abwicklung, dafür aber nur eine begrenzte Auswahl an verschiedenen Werkstätten und unter Umständen nicht die Qualität einer Vertragswerkstatt. Grundsätzlich gilt: Je älter das Fahrzeug ist, desto eher ist ein Tarif mit Werkstattbindung empfehlenswert.

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