Eine Umweltzone ist ein genau umrissenes Gebiet, in dem nur als schadstoffarm gekennzeichnete Fahrzeuge verkehren dürfen. Umweltzonen liegen meist in städtischen Ballungsräumen. Ob die Einrichtung von Umweltzonen wirklich sinnvoll ist, wird in der Öffentlichkeit nicht einheitlich gesehen. Befürworter weisen auf Untersuchungen hin, die eine Senkung des Feinstaubgehaltes von 10 Prozent und eine geringe CO2-Reduzierung ermittelt haben. Die Gegner legen Messungen vor, deren Ergebnisse die Wirkungslosigkeit der schadstoffarmen Verkehrsbereiche belegen. Außerdem weisen sie auf den volkswirtschaftlichen Schaden durch den Wertverlust älterer Fahrzeuge und den Verwaltungsaufwand hin. Dennoch müssen Autofahrer sich an die Bestimmungen halten. Die Anzahl der Umweltzonen wird in den nächsten Jahren wachsen und die Auflagen werden strenger werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Februar 2016 gibt es in Deutschland mehr als 50 Umweltzonen.
  • Wer ohne die richtige Plakette in eine Umweltzone einfährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro.
  • Ein Dieselfahrzeug zu einer Zulassung zur Umweltzone zu verhelfen, ist die Nachrüstung eines Partikelfilters möglich und nötig.

Umweltzonen in Deutschland

Seit dem 01.2.2016 gibt es in Deutschland 52 Umweltzonen. Eine aktuelle Liste ist auf der Seite des Umweltbundesamtes zu finden. In 50 dieser Zonen dürfen ausschließlich Fahrzeuge mit grüner Plakette verkehren, in zwei sind auch gelbe Plaketten zugelassen. Die Limitierung der Umweltzonen auf Fahrzeuge mit grüner Plakette resultiert aus den strengen europäischen Auflagen zur Senkung des Stickstoffdioxid-Gehalts. Das Umweltbundesamt räumte im Februar 2015 ein, dass die Senkungseffekte niedriger als erwartet ausfallen würden. In derselben Mitteilung wurde betont, dass der Feinstaubgehalt durch die alleinige Zulassung von Fahrzeugen mit grüner Plakette um 10 bis 12 Prozent gesenkt werden könne. Das wäre ein ebenso erfreulicher wie notwendiger Fortschritt, denn die schädlichen Schwebpartikel werden nach dem Einatmen nicht mehr ausgeschieden und dringen bis in die menschliche Blutbahn vor.

Öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Tatsächlich haben Besitzer alter Fahrzeuge ohne grüne Plakette ein Problem. Wer ohne die richtige Plakette in eine Umweltzone einfährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro. Den Besitzern alter Fahrzeuge bleibt nichts anderes übrig, als ihr Auto am Rand einer Umweltzone stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

Förderung für Partikelfilter

Eine Möglichkeit, seinem Dieselfahrzeug zu einer Zulassung zur Umweltzone zu verhelfen, ist die Nachrüstung eines Partikelfilters. Wer darüber nachdenkt, sollte sich schnell entscheiden: Noch stellt der Bund Fördermittel bereit – aber nur, solange die Fördermittel ausreichen. Der Einbau eines Filters wird mit bis zu 260 Euro gefördert. Der Antrag ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu stellen. Bedingungen für eine Förderung sind wie folgt:

  • die Zulassung des Fahrzeugs vor dem 01.1.2007
  • die Nachrüstung bis zum 30.09.2016
  • die Antragstellung spätestens bis zum 15.11.2016
  • ausreichend vorhandene Fördermittel
  • Gasfahrzeuge, Oldtimer und ein Blick ins Ausland

Fahrzeuge, die mit Gas fahren, unterliegen der Schadstoffplaketten-Pflicht, denn sie besitzen einen Ottomotor. Oldtimer mit dem H-Kennzeichen (mindestens 30 Jahre alt, guter Erhaltungszustand) müssen keine Plakette vorweisen.

Umweltzonen gibt es nicht nur hierzulande, sondern auch im Ausland. Viele Städte erheben Mautgebühren, die sich nach der Schadstoffeinstufung richtet. Einige Stadtkerne dürfen bei nicht vorhandener grüner Plakette gar nicht befahren werden.