Zertrümmerte Dachziegel, entwurzelte Bäume, vollgelaufene Keller und Unterführungen: Wenn ein Unwetter über einer Stadt oder einem Landkreis wütet, hinterlässt es oft eine Schneise der Verwüstung. Denn ein solches, extremes Wetterphänomen wird häufig von Starkregen, Hagel, Blitzeinschlägen, orkanartigen Windböen und Überschwemmungen begleitet. Diese können enorme Schäden an Fahrzeugen und Gebäuden hinterlassen. Im Jahr 2016 haben Teil- und Vollkaskoversicherungen für gut 615 Millionen Euro Fahrzeugschäden reguliert, die durch Sturm, Hagel sowie Überschwemmung verursacht wurden. Das geht aus dem Naturgefahrenreport 2017 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wann haben Sturm oder Orkan Saison?
  3. Welche Schäden kann ein Sturm verursachen?
  4. Welche Versicherung zahlt bei einem Sturmschaden?
  5. Sturmschaden: Was ist zu tun?
  6. Sturmschäden vorbeugen – aber wie?
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Teilkaskoversicherung reguliert Schäden bei Unwetter und Sturm; jedoch greift der Schutz erst ab Windstärke 8 und höher.
  • In der Vollkaskoversicherung sind Schäden durch herumfliegende Gegenstände bereits bei geringeren Windstärken sowie selbstverschuldete Schäden abgesichert.
  • Nach einem Sturmschaden sollten Betroffene den Schaden am Fahrzeug dokumentieren und diesen unverzüglich ihrer Versicherung melden.

Wann haben Sturm oder Orkan Saison?

Sturm oder doch nicht? Meteorologen haben eine klare Antwort auf die Frage: Sie bezeichnen mit dem Begriff „Sturm“ oder „Orkan“ ein Wetterereignis mit starken bis extrem starken Windböen. Um die Stärke des Windes und mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu beschreiben, wird die Beaufort-Skala genutzt. Diese ist nach dem britischen Gelehrten Sir Francis Beaufort benannt. Die Skala beginnt mit der Stärke 0 (Windstille) und endet mit der Stärke 12 (Orkan).

In Mitteleuropa bilden sich Stürme und Orkane bevorzugt in den kühleren Monaten – also im Herbst und Winter. Der Grund dafür ist: In diesen Jahreszeiten ist der Temperaturunterschied zwischen den Luftmassen aus der Polarregion und den südlicheren Breiten besonders groß. Trifft nun kalte Polarluft auf warme, feuchte Tropenluft vom Äquator, schieben sich die leichteren, warmen Luftmassen über die kalten Luftschichten. Dabei gilt: Je größer die Temperaturunterschiede sind, desto größer sind die Luftdruckunterschiede zwischen den Luftschichten.

Als Folge daraus entstehen Winde, die sehr unterschiedliche Windgeschwindigkeiten erreichen können. Wir merken diese dann entweder als leichte Brise, Sturm oder als Orkan. Normalerweise fegen die ersten Herbststürme ab Mitte Oktober über Deutschland, die stärksten Stürme sind aber in den Wintermonaten zu erwarten.

Meist werden Sturmböen von extremen Unwetterphänomenen wie Gewitter, Starkregen oder Hagel begleitet. Diese lösen eventuell weitere Gefahren wie Schlammlawinen oder Überschwemmungen aus. Welche zerstörerische Kraft die Natur hat, haben die Orkane „Kyrill“ (Januar 2007) und „Friederike“ (Januar 2018) sehr eindrucksvoll gezeigt.

Von „stürmischer Wind“ bis „Orkan“: Das sind die Windstärken

  • Windstärke 8: stürmischer Wind (62–74 km/h Windgeschwindigkeit) – Zweige brechen von Bäumen ab
  • Windstärke 9: Sturm (75–88 km/h Windgeschwindigkeit) – Äste brechen von Bäumen, kleinere Schäden an Häusern (Dachziegel oder Rauchhauben abgehoben)
  • Windstärke 10: schwerer Sturm (89–102 km/h Windgeschwindigkeit) – Wind bricht Bäume, größere Schäden an Häusern
  • Windstärke 11: orkanartiger Sturm (103–117 km/h Windgeschwindigkeit) – Wind entwurzelt Bäume, verbreitet Sturmschäden
  • Windstärke 12: Orkan (ab 118 km/h Windgeschwindigkeit) – schwere Verwüstungen

Quelle: Deutscher Wetterdienst, DWD

Welche Schäden kann ein Sturm verursachen?

Die entfesselte Kraft eines Sturms sollte nie unterschätzt werden. Denn eine solche Naturgewalt lässt armdicke Äste von Bäumen abbrechen, deckt ganze Hausdächer ab und kann Verkehrszeichen aus der Verankerung reißen sowie – im schlimmsten Fall – haushohe Bäume entwurzeln. Für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, die im Sturm unterwegs sind, besteht in solchen Fällen Lebensgefahr. Für am Straßenrand geparkte Autos und Motorräder droht der Totalschaden.

Treffen Äste, Dachziegel oder andere Gegenstände auf das Fahrzeug, hinterlassen sie meist tiefe Beulen und Kratzer auf der Motorhaube, dem Autodach oder dem Kofferraumdeckel. Darüber hinaus können sturmbegleitende Wetterphänomene wie Starkregen mit Überschwemmungen oder große Hagelkörner dem Fahrzeug noch mehr zusetzen: Einschläge von Hagelkörnern können Front- und Heckscheiben zerbersten lassen und eindringendes Wasser kann die Fahrzeugelektronik lahmlegen.

Hat ein umgestürzter Baum mit voller Wucht das Fahrzeug getroffen, wird ein Gutachter meist nur noch den „wirtschaftlichen Totalschaden“ feststellen können. In diesem Fall lohnt sich eine Reparatur nicht mehr, weil die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Autos übersteigen.

Welche Versicherung zahlt bei einem Sturmschaden?

Ist ein Orkan übers Land oder die Stadt gefegt und haben abgebrochene Äste, herumfliegende Dachziegel oder entwurzelte Bäume geparkte Fahrzeuge beschädigt, gilt für Kaskoversicherte: Die Reparatur des Sturmschadens wird von der Teilkaskoversicherung übernommen, wenn diese unmittelbar von dem Sturm verursacht wurden; Versicherte, die nur eine Kfz-Haftpflicht für ihr Fahrzeug abgeschlossen haben, gehen leer aus.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Regulierung von Sturmschäden schließt die gesetzliche Kfz-Haftpflicht ebenso aus wie Schäden durch Hagel, Überschwemmung oder Blitzschlag. Diese Versicherung greift nur, wenn Sie andere Verkehrsteilnehmer, zum Beispiel durch einen Unfall, schädigen. Für Blech- oder Glasschäden durch herumfliegende Gegenstände ist die Haftpflichtversicherung nicht zuständig. Diese Reparaturkosten müssen Sie selbst übernehmen, wenn Sie Ihr Auto nur haftpflichtversichert haben.

Teilkaskoversicherung

Die Kaskoversicherung kommt immer für Schäden auf, die direkt durch einen Sturm verursacht wurden. Abgesichert sind also Beschädigungen, die durch umherfliegende Äste, umgestürzte Bäume, herabfallende Dachziegel oder aus der Verankerung gerissene Verkehrszeichen verursacht wurden – jedoch nur unter einer Voraussetzung: Der Sturm hatte mindestens eine Windstärke von 8 oder mehr. Selbst wenn ein Auto von einer Sturmböe erfasst wird und im Graben landet, ist die Teilkaskoversicherung in der Regulierungspflicht.

Darüber hinaus sind unmittelbare Schäden durch Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmung durch die Teilkaskoversicherung abgesichert. Manche Versicherer bieten sogar eine „erweiterte Elementarschadenversicherung“ an. Hierbei sind dann auch noch direkte Schäden durch Lawinen aus Eis und Schnee sowie Geröll, Schlamm- und Gesteinslawinen – sogenannte Muren – mitversichert.

Übrigens: Wird Ihr Auto durch einen entwurzelten Baum beschädigt, ist das normalerweise ein Teilkaskoschaden. Ihre Versicherung zahlt erstmal den Schaden. Aber sie darf im Nachgang prüfen, ob der Baum morsch gewesen ist. Dann muss möglicherweise die Haftpflichtversicherung des Grundstücksbesitzers für den Schaden aufkommen.

Die Reparatur der defekten oder beschädigten Fahrzeugteile übernimmt die Kaskoversicherung vollständig. Sie zieht aber die Selbstbeteiligung von meist 150 Euro ab, die üblicherweise in der Teilkaskoversicherung vereinbart wird.

Gut zu wissen: Fahren Sie mit Ihrem Fahrzeug gegen einen umgestürzten Baum oder ein anderes Hindernis, welche aufgrund des Sturms schon längere Zeit auf der Fahrbahn liegen, gilt kein Teilkasko-Versicherungsschutz. Auch wenn Sie vor Schreck das Lenkrad verreißen und so einen Unfall oder Sachschaden verursachen, haben Sie die Kosten für die Reparatur selbst zu tragen.

Vollkaskoversicherung

Mit dem Rundumschutz einer Vollkaskoversicherung sind Versicherte gegen so gut wie alle möglichen Sturmschäden abgesichert. Denn die Versicherung reguliert sowohl Fahrzeugschäden unterhalb der Windstärke 8 als auch selbst verschuldete Schäden am Auto, wie zum Beispiel durch eine Kollision mit einem auf der Fahrbahn liegenden Baum oder wenn Sie durch ein Ausweichmanöver Ihr eigenes Fahrzeug beschädigen.

Unser Tipp: Reichen Sie einen Sturm-typischen Schaden immer zuerst als Teilkaskoschaden ein. Der Versicherer kann nicht verlangen, dass Sie direkt vor Ort die Sturmstärke nachweisen. Vielmehr kommt es darauf an, ob Wetterstationen in der Umgebung Sturm gemessen haben und ob es in der Nähe weitere Sturmschäden gegeben hat. Diese Informationen holt in der Regel der Versicherer ein.

Gut zu wissen: Im Schadensfall aufgrund eines Sturms werden Vollkaskoversicherte immer in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Das heißt für Sie: Es werden für die kommenden Jahre höhere Versicherungsbeiträge fällig. Daher kann es sich für Sie sogar lohnen, die Reparatur aus eigener Tasche zu bezahlen, anstatt in einen teureren Versicherungstarif hochgestuft zu werden. Das sollten Sie sich aber individuell von Ihrer Versicherung ausrechnen lassen.

Sturmschaden: Was ist zu tun?

Ist das Unwetter vorübergezogen, heißt es für Sturmgeschädigte: keine Zeit verlieren! Zuerst sollten alle sichtbaren Schäden, die herumfliegende Gegenstände wie Fassadenteile, Dachziegel oder Äste am Fahrzeug hinterlassen haben, detailliert dokumentiert werden. Danach gilt es, die Versicherung über den Schadensfall zu informieren. Dieses sollte am besten innerhalb einer Woche nach dem Sturmschaden erfolgen, damit der zeitliche Zusammenhang zwischen Unwetter und den Schäden am Auto für die Versicherung klar ersichtlich ist.

Unser Tipp: Machen Sie Fotos von den Dellen und Beulen in der Karosserie sowie von Rissen oder Schäden in der Front- oder Heckscheibe. Wenn möglich, sollten auch die „Verursacher“, wie zum Beispiel Äste, Ziegel oder Fassadenteile, fotografiert werden. Haben Hagelkörner Ihr Auto beschädigt, machen Sie auch Bilder von diesen.

Gut zu wissen: Nachdem Sie den Sturmschaden Ihrer Kfz-Versicherung gemeldet haben, wird sich ein Gutachter bei Ihnen melden. Dieser wird sich im Auftrag des Versicherers Ihren Schadensfall genauer ansehen.

Sturmschäden vorbeugen – aber wie?

Ein Sturmschaden am eigenen Fahrzeug ist für Geschädigte frustrierend. So nehmen die Schadensmeldung beim Versicherer, die Begutachtung durch einen Sachverständigen und die fachgerechte Reparatur in einer Werkstatt kostbare Zeit in Anspruch. Dabei hätte der ganze Aufwand zur Schadensregulierung bereits im Vorfeld eines angekündigten Orkans vermieden werden können. Wer sein Fahrzeug vor einem drohenden Totalschaden schützen will, sollte folgende Hinweise beherzigen:

  1. Wettervorhersagen verfolgen
  2. Das Auto unterstellen
  3. Ein Parkhaus in der Nähe nutzen

Bei Unwetter-, Sturm- oder Orkanwarnungen durch den Wetterdienst sollten Autofahrten vermieden werden. Ist das nicht möglich, gilt:

  • Tempo runter
  • Licht an und
  • Ruhe bewahren.

Heftige Lenkbewegungen bei starken Sturmböen machen das Auto unkontrollierbar – ein Unfall wäre dann unvermeidbar.

Während der Fahrt sollten Sie außerdem:

  • den Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen vergrößern
  • auf unvorhergesehene Hindernisse wie umgestürzte Bäume und umherfliegende Gegenstände oder Äste achten
  • auf das Überholen von Lastwagen oder Kleintransportern verzichten
  • Wälder und Alleen meiden

Dass Stürme und Orkane übers Land ziehen, können Sie nicht verhindern. Mit den genannten Vorsichtsmaßnahmen tragen Sie allerdings erheblich dazu bei, dass Ihr Auto auch heftige Unwetter unbeschadet übersteht und nicht zum Fall für die Versicherung wird.

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