Steigende Spritpreise sind der Albtraum eines jeden Autofahrers, der selbst für seine Treibstoffkosten aufkommen muss. Ratschläge, wie man Benzin sparen kann, finden sich inzwischen überall. Die Start-Stopp Funktion kann eine sinnvolle Lösung für die Drosselung des Treibstoffverbrauchs sein. Der Ölpreisschock in den 70er Jahren führte dazu, dass Toyota als erster Hersteller diese Technik präsentierte. Ein elektronisches Steuergerät schaltete den Motor ab, sobald dieser 1,5 Sekunden im Leerlauf war. Anfang der 80er Jahre brachte der VW-Konzern erste Modelle von Volkswagen und Audi mit einer Start-Stopp Funktion auf den Markt, damals noch mit Knopfdruck.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Hintergrund der Ölpreiskrise erfand Toyota die Start-Stopp Funktion.
  • Volkswagen war der erste deutsche Hersteller, der die neue Technik vorstellte.
  • Die Funktionsfähigkeit hängt allerdings von zahlreichen, unter anderem klimatischen Faktoren ab.
  • Einsparpotenziale variieren je nach Testreihe und lagen in der Spitze bei 12,1 Prozent bei einem Mercedes 500 SL.

Die Funktionsweise der Start-Stopp Funktion

Lange Rot-Phasen an der Ampel oder ein gesperrter Bahnübergang legen es eigentlich nahe, in einer solchen Situation den Motor auszumachen, anstatt im Leerlauf weiter Benzin oder Diesel zu verbrauchen. Der Haken an diesem Vorgehen liegt darin, dass beim Zünden des Motors überdurchschnittlich viel Treibstoff verbraucht wird. Die Kosten-Nutzen-Analyse bei dieser Variante ist schwierig zu ermitteln.

Die technische Weiterentwicklung

Anders verhält es sich bei der Start-Stopp Funktion. Die Frühphase sah noch eine mechanische Handhabung vor. Der Fahrer kommt an eine Ampel und macht den Motor mittels eines Knopfes aus. Springt die Ampel auf Gelb, drückt er den Knopf, der Motor zündet wieder. Technik ist ein dynamischer Prozess. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Start-Stopp Funktion entsprechend weiterentwickelt und perfektioniert wurde. Heute funktioniert sie fast ohne Zutun des Fahrers.

Der Motor geht automatisch aus, wenn das Fahrzeug anhält, der Fahrer den Leerlauf eingelegt hat und er das Kupplungspedal löst. Legt er den Gang ein, springt der Motor wieder an. Bei einem Automatikgetriebe fällt der Vorgang noch schlanker aus. Das Fahrzeug kommt durch Betätigen der Bremse zum Stehen, der Motor geht aus. Der Fahrer löst das Bremspedal, der Motor spring wieder an.

Die Nachteile

Allerdings weist die Start-Stopp Automatik auch Nachteile auf. Die Funktion ist temperaturabhängig. Ist es zu kalt oder zu warm, funktioniert der Sensor nicht mehr. Gleiches gilt, wenn die Innentemperatur und die Motortemperatur des Fahrzeuges noch nicht einen Mindestwert erreicht haben. Der Fahrer muss auch ohne diese technische Lösung zur Benzineinsparung auskommen, wenn die Batterie des Fahrzeuges stark entladen ist.

Die Einsparpotenziale

Es gibt die unterschiedlichsten Messungen hinsichtlich der Einsparmöglichkeiten. Der ADAC geht von einer Einsparung zwischen zwei und drei Prozent aus, BMW geht von höheren Werten aus. Siemens hat mit zwei unterschiedlichen Systemen bei identischen Versuchsfahrzeugen Einsparungen von vier und sieben Prozent ermittelt. Auf der Grundlage des „Neuen Europäischen Fahrzyklus“, der zur Ermittlung der Verbrauchswerte dient, fielen die Einsparung noch größer aus. Bei einem Smart ForFour Diesel, einem Mercedes A200 und einem Mercedes 500 SL lag die Bandbreite des geminderten Treibstoffverbrauchs zwischen 4,3 Prozent und 12,1 Prozent.

Eine Start-Stopp Automatik hat keinerlei Einfluss auf die Versicherungsprämie der Kfz-Versicherung. Die Einsparmöglichkeiten beschränken sich auf den Benzin- oder Dieselverbrauch.