Schutzbriefe sind aus dem Automobilbereich sowohl von Versicherungen als auch von Automobilclubs (zum Beispiel ADAC) und Verkehrsclubs bekannt. Der Schutzbrief bietet dem Inhaber unterschiedliche Leistungen, die in der Regel deutlich über die Leistungen einer gewöhnlichen Versicherung hinausgehen. Solche Leistungen können sich auf Unfälle, Defekte oder auch den Diebstahl eines Fahrzeugs beziehen, sie können aber auch personenbezogen gewährt werden. Somit ist der Inhaber des Schutzbriefs auch dann versichert, wenn er gerade nicht mit seinem Fahrzeug unterwegs ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diese Leistungen deckt ein Schutzbrief ab: Bergekosten, Abschleppkosten, Pannenhilfe, Weiterfahrt oder Rückfahrt, Pick-Up-Rücktransport, Ersatzfahrer-Service, Fahrzeugunterstellung, Versand von Ersatzteilen, Kosten für Übernachtungen, Sonstige Leistungen.
  • In der Regel deckt der Schutzbrief nur Vorfälle ab, bei denen das Fahrzeug beschädigt wird. So zählen beispielsweise ein leerer Tank oder ein im Fahrzeug vergessener Schlüssel (nachdem die Tür zugeworfen wurde) meist nicht zu den im Schutzbrief inkludierten Leistungen.

Die üblichen Leistungen eines Kfz-Schutzbriefs

Zwar variieren die Leistungen eines Schutzbriefs von Anbieter zu Anbieter im Detail, die Grundleistungen sind jedoch fast überall gleich. Hier eine Übersicht:

Bergekosten

Nach einem Unfall wird das Fahrzeug wieder auf die befestigte Fahrbahn gebracht, zum Beispiel durch einen Abschleppwagen oder einen Kran. Die Kosten dafür übernimmt der Anbieter des Schutzbriefs.

Abschleppkosten

Das Fahrzeug wird vom Unfallort oder bei einem Defekt vom Pannenort in die nächstgelegene Werkstatt gebracht. Auch diese Kosten übernimmt der Schutzbrief-Anbieter.

Pannenhilfe

Bleibt das Fahrzeug mit einer Panne liegen, wird entsprechende Hilfe vor Ort geleistet. Auch nach Unfällen kann die Pannenhilfe in Anspruch genommen werden, wenn dadurch die Fahrtüchtigkeit des Fahrzeugs wieder hergestellt werden kann.

Weiterfahrt oder Rückfahrt

Bleiben der Inhaber des Schutzbriefs beziehungsweise die berechtigten Insassen des Fahrzeugs mit diesem liegen, organisiert und/oder finanziert der Schutzbrief-Anbieter die Weiterfahrt zum Zielort sowie die Rückfahrt zum reparierten Fahrzeug. Dabei können verschiedene Verkehrsmittel in Anspruch genommen werden, zum Beispiel Bahn, Bus, Flugzeug oder auch ein Mietwagen. Diese Option ist jedoch nicht in allen Schutzbriefen enthalten.

Pick-Up-Rücktransport

Ist das Fahrzeug defekt beziehungsweise nach einem Unfall so stark beschädigt, dass es vor Ort nicht repariert werden kann, wird es von einem Abschleppwagen beziehungsweise Fahrzeugtransporter zurück an den Heimatort gebracht. Teilweise können auch die Insassen auf diese Art wieder nach Hause gebracht werden.

Ersatzfahrer-Service

Wenn der Fahrer des Fahrzeugs und Inhaber des Schutzbriefs aufgrund eines Unfalls oder einer plötzlich auftretenden Krankheit nicht mehr weiterfahren kann, übernimmt der Anbieter des Schutzbriefs die Kosten für einen Ersatzfahrer, der Fahrzeug und Insassen entweder an den gewünschten Zielort oder wieder nach Hause bringt.

Fahrzeugunterstellung

Muss das Fahrzeug für mehrere Tage oder gar Wochen bei einer Werkstatt oder auf einem Parkplatz abgestellt werden, übernimmt der Schutzbrief-Anbieter die Kosten für die Unterstellung. Diese werden in der Regel pro Tag berechnet.

Versand von Ersatzteilen

Sind Ersatzteile für ein beschädigtes oder verunfalltes Fahrzeug am Schadenort nicht vorhanden beziehungsweise lieferbar, übernimmt der Anbieter durch seinen Schutzbrief die Kosten für den Versand der benötigten Teile aus dem Ausland.

Kosten für Übernachtungen

Müssen der Schutzbriefinhaber beziehungsweise seine Mitfahrer (sofern über den Schutzbrief mit abgesichert) aufgrund eines Unfalls oder Defektes bis zur Reparatur oder einem Rücktransport am Standort übernachten, übernimmt der Schutzbrief-Anbieter die Hotelkosten, eventuell auch inklusive Verpflegung.

Sonstige Leistungen

Teilweise beinhalten Schutzbriefe weitere Leistungen, zum Beispiel eine Entschädigung für den Nutzungsausfall, Kostenerstattungen für Verschrottungen und Zollgebühren, Mautgebühren und so weiter.

Welche Leistungen werden nicht von einem Schutzbrief abgedeckt?

In der Regel deckt der Schutzbrief nur Vorfälle ab, bei denen das Fahrzeug beschädigt wird. So zählen beispielsweise ein leerer Tank oder ein im Fahrzeug vergessener Schlüssel (nachdem die Tür zugeworfen wurde) meist nicht zu den im Schutzbrief inkludierten Leistungen. Gleiches gilt für die eigentlichen Reparaturkosten – diese muss der Versicherte stets selbst übernehmen.

Teilweise gewähren Schutzbriefe erst dann eine Leistung, wenn der Schaden oder die Panne mehr als 50 oder 100 km entfernt vom Wohnort des Versicherten geschieht. Des Weiteren werden Hotel- und Übernachtungskosten fast immer nur bis zu einer festgelegten Höhe übernommen, der Versicherte muss sich also ein Hotel in einer passenden Preisklasse suchen. Oft kommen diesbezüglich nur einfache Pensionen infrage.

Mann in Cabrio auf Landstraße im Close-up von hinten

Automobilclub-Vergleich

Wer keinen Schutzbrief besitzt, sollte sich über die Mitgliedschaft in einem Automobilclub absichern.