Als Schadensregulierung bezeichnet man den kompletten Ablauf im Rahmen eines Schadenersatzes. Das ist grundsätzlich auch ohne eine Versicherung möglich, bei den meisten Schadensabwicklungen ist aber ein Versicherer involviert. Je nach Art der Versicherung gibt es dabei für alle beteiligten Parteien einige Details zu beachten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einer Haftpflichtversicherung verpflichtet sich der Versicherer, dem Kunden in selbstverschuldeten Schadensfällen zu helfen.
  • Bei bestimmten Arten von Schäden ist es nicht immer eindeutig, über welche Versicherung sie zu regulieren sind.
  • Der Versicherte selbst hat im Schadensfall immer auch eine Pflicht zur Mitwirkung.

Die Schadensregulierung in der Haftpflichtversicherung

Bei einer Haftpflichtversicherung verpflichtet sich der Versicherer, dem Kunden in selbstverschuldeten Schadensfällen zu helfen. Kommt eine dritte Person oder deren Eigentum zu Schaden, zahlt die Versicherung Schadensersatz bis zu einer vertraglich festgelegten Summe. Der Versicherte kann diese Leistungen jedoch nur in Anspruch nehmen, wenn er sich an alle Bedingungen aus dem Versicherungsvertrag hält. Diese können unterschiedlich ausfallen, allgemeingültig sind aber folgende Dinge:

  • Der Schaden darf nicht vorsätzlich entstanden sein. Bei grober Fahrlässigkeit kann die Leistung seitens des Versicherers gekürzt werden. Zudem verpflichtet sich jeder Versicherte, Schäden nach Möglichkeit zu vermeiden.
  • Der Versicherer muss zeitnah von dem Vorfall unterrichtet werden. Spätestens nach 14 Tagen muss bei den meisten Verträgen eine Meldung vorliegen.
  • Der Schaden muss von der Versicherung anerkannt werden. Hier kommen teilweise Gutachter zum Einsatz, denn der Versicherer muss sich vor Betrugsfällen schützen.

Schadensregulierung bei anderen Versicherungen

Bei bestimmten Arten von Schäden ist es nicht immer eindeutig, über welche Versicherung sie zu regulieren sind. So ist etwa die Teil- oder Vollkaskoversicherung für Schäden zuständig, die am eigenen Fahrzeug entstehen. Wer dagegen ein fremdes Fahrzeug beschädigt, wendet sich an die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dennoch ist es empfehlenswert, auch nicht selbstverschuldete Schäden bei der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung zu melden.

Die Wohngebäudeversicherung dient der Regulierung von Schäden an Wohngebäuden und deren feste Bestandteile, etwa Anbauten oder Einbaumöbeln. Werden jedoch freistehende Möbel, Gebrauchs- oder verbrauchsgegenstände beschädigt, haftet die Hausratversicherung. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere spezialisierte Versicherungen. Die Versicherten müssen hier insbesondere darauf achten, die richtigen Policen zu wählen, da sie sonst im Ernstfall nicht abgesichert sind. Denn eine Versicherung, die pauschal sämtliche Schäden reguliert, gibt es nicht.

Rechte und Pflichten bei der Schadensregulierung

Der Versicherte selbst hat im Schadensfall immer auch eine Pflicht zur Mitwirkung. Das bedeutet, dass er sich um die genaue Aufklärung eines Schadens bemühen muss, soweit ihm dies möglich ist. So muss er beispielsweise bei einem Unfall den genauen Hergang schildern und mögliche Zeugen benennen. Sollte der Hergang ihm nicht genau bekannt sein, ist auch dies der Versicherung mitzuteilen. Macht der Versicherte bewusst falsche Angaben oder unterschlägt er Informationen, kann die Versicherung im Extremfall die Auszahlung von Leistungen verweigern.

Geschädigte können eine Vielzahl von Schäden geltend machen. Neben der Reparatur oder dem Ersatz eines Schadens zählen dazu mitunter auch Wertminderungen – etwa wenn ein beschädigtes Fahrzeug als „Unfallauto“ an Wiederverkaufswert verliert – oder Schmerzensgeld. Die Schadensregulierung verläuft in allen diesen Fällen identisch. Sollte die Versicherungsgesellschaft die Zahlung monatelang auszögern, die freie Werkstattwahl abstreiten oder sonstige Rechte des Geschädigten missachten, können Unfallopfer die Sache auch mit Nachdruck verfolgen und zum Teil ihre Rechte einklagen.

Direktregulierung

Eine vereinbarte Direktregulierung ermöglicht dem Versicherungsnehmer eine schnelle und unkomplizierte Schadensabwicklung. Die Kosten eines durch einen Dritten verursachten Schadens werden zunächst umgehend von der Kfz-Versicherung des Geschädigten übernommen. Die Versicherung geht somit zunächst in Vorleistung. Anschließend setzt sie sich mit dem Versicherer des Unfallverursachers in Verbindung, um die entstandenen Kosten zurückzufordern.

Von Vorteil ist die Direktregulierung insbesondere bei Schadensfällen im Ausland, da sich hier die Schadensregulierung häufig über einen langen Zeitraum erstreckt.