Täglich sind Millionen Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen unterwegs. Das große Verkehrsaufkommen bedeutet auch eine große Menge an Abgasen, die an die Umwelt abgegeben werden. Bei Fahrzeugmotoren ohne Partikelfilter gelangen die umwelt- und gesundheitsschädlichen Partikel über den Auspuff in die Umgebungsluft. Mit der Atemluft nehmen Menschen sie auf und gefährden so ihre Gesundheit. Spezielle Rußpartikelfilter, die in die Motoren vieler Autos integriert sind, reduzieren die Schadstoffe in den Abgasen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rußpartikelfilter sollen verhindern, dass schädlicher Feinstaub aus den Abgasen eines Fahrzeugmotors in die Umwelt gelangt.
  • Partikelfilter ermöglichen, dass auch Dieselfahrzeuge die grüne Umweltplakette erlangen und in ausgewiesenen Umweltzonen fahren dürfen.
  • Dieselpartikelfilter können in älteren Fahrzeugen nachgerüstet werden.

Was ist ein Rußpartikelfilter?

Ein Rußpartikelfilter befreit die beim Autofahren entstehenden Abgase weitgehend von Ruß. Die schädlichen Feinstaubpartikel, die bei der Kraftstoffverbrennung im Motor entstehen, bleiben in dem Filter haften. Um zu verhindern, dass dieser verstopft, werden die angesammelten Partikel bei bis zu 600 Grad Celsius verbrannt. Dabei entsteht Kohlenstoffdioxid, das anstelle der ursprünglichen Rußpartikel an die Umwelt abgegeben wird.

Welche Vorteile bringt ein Rußpartikelfilter noch mit sich?

Die positiven Aspekte eines Rußpartikelfilters sind vielfältig: Vor allem schont er die Umwelt und die Gesundheit des Menschen. Wer sein Fahrzeug mit einem Partikelfilter nachrüstet oder ein Neufahrzeug mit integriertem Dieselpartikelfilter kauft, profitiert außerdem von:

  • einer steuerlich günstigeren Einstufung des Fahrzeugs
  • der Möglichkeit, wieder oder weiterhin Umweltzonen zu befahren, für die eine grüne Umweltplakette Voraussetzung ist
  • einem gesteigerten Wiederverkaufswert des Fahrzeug

Warum gibt es Rußpartikelfilter?

Die Europäische Union hat für ihre Mitgliedstaaten in der Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG Richtlinien zur Luftqualität und den erlaubten Abgaswerten festgehalten. Diese gelten für alle Fahrzeuge in den beteiligten Ländern gleichermaßen und sollen gewährleisten, dass sich die Luftverschmutzung deutlich verringert. Bis zum Jahr 2020 sollen Werte erreicht sein, deren Auswirkungen auf Umwelt sowie Mensch und Tier vertretbar sind.

Damit die vorgegebenen Grenzwerte überall eingehalten werden können, ist in vielen städtischen Ballungsgebieten die grüne Umweltplakette (Schadstoffgruppe 4) Pflicht. Damit ein Fahrzeug die Abgasnormen für die Plakette erfüllt, ist ein eingebauter Rußpartikelfilter im Motor eines Fahrzeugs unerlässlich – ob von Werk aus oder nachgerüstet.

Wo kommen Rußpartikelfilter zum Einsatz?

Rußpartikelfilter sind vor allem bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren vorzufinden. Aus diesem Grund werden sie häufig auch als Dieselpartikelfilter bezeichnet. Neuwagen enthalten einen solchen Filter standardmäßig. Wer ein älteres Auto besitzt, muss seit einigen Jahren einen entsprechenden Filter nachrüsten, um eine Umweltzone befahren zu dürfen. Wer die Umweltzone ohne Abgasplakette befährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro. In einigen Innenstädten herrscht sogar ein Verbot für sämtliche Dieselfahrzeuge, unabhängig von deren Umweltplakette.

Bis zum Jahr 2016 war es möglich, für das Nachrüsten eine staatliche Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zu erhalten. Seit 2017 gibt es für den nachträglichen Einbau eines Partikelfilters jedoch keinen Zuschuss mehr (Stand: 2018).

Wie lange hält ein Rußpartikelfilter?

Die Haltbarkeit eines Dieselpartikelfilters hängt davon ab, wie Sie Ihr Fahrzeug nutzen. Wer mit seinem Auto ausschließlich kurze Strecken fährt, läuft wesentlich schneller Gefahr, dass der Rußpartikelfilter verstopft. Grund dafür ist die Betriebstemperatur, die erst bei längerem Fahren komplett erreicht wird. Nur dann wird der Kraftstoff inklusive Rußpartikel vollständig verbrannt – man spricht vom sogenannten Freibrennen. Erreicht der Motor diese Temperatur nicht oder nur für einen sehr kurzen Zeitraum, setzen sich die Rußpartikel im Filter fest und verstopfen ihn mit der Zeit. Wer mit seinem Fahrzeug regelmäßig auch längere Strecken zurücklegt, verlängert demnach die Haltbarkeit des Partikelfilters.

Einige Modelle sind darauf ausgelegt, dass sie auch bei durchschnittlicher Nutzung eine lange Lebensdauer erreichen. Dies ist allerdings von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich. Sollte es nötig sein, den Filter auszutauschen, leuchtet bei den meisten Modellen die Motorkontrolllampe im Fahrzeugcockpit auf. Zudem deuten eine verminderte Fahrzeugleistung sowie ein Ruckeln während der Fahrt auf einen verstopften Filter hin.

Welche Kosten entstehen für eine Nachrüstung?

Jede Werkstatt, die Abgasuntersuchungen bei Fahrzeugen durchführen darf, ist auch dazu berechtigt, Rußpartikelfilter nachzurüsten. Der Fahrzeugbesitzer bekommt dann eine Bescheinigung über die Nachrüstung und eine entsprechend angepasste Umweltplakette. Die Kosten liegen je nach Fahrzeugtyp zwischen mehreren hundert bis weit mehr als tausend Euro. Bei Fahrzeugen, die zum Zeitpunkt der Umrüstung älter als fünf Jahre sind oder bereits mindestens 80.000 Kilometer auf dem Tacho haben, muss meist auch der sogenannte Oxidations-Kat erneuert werden.