Kfz-Versicherung Regionalklassen

Die Regionalklassen finden Anwendung in der Autoversicherungsbranche. Dort werden Sie, genau wie die Typklassen, dazu verwendet, um Fahrzeuge nach Risikomerkmalen einzustufen und so die Höhe der Versicherungsprämie zu berechnen. Festgelegt werden die Regionalklassen einmal im Jahr vom GDV. Der GDV ist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mit Sitz in Berlin und die Dachorganisation der privaten Versicherungen. Insgesamt erfasst der GDV 415 deutsche Zulassungsbezirke, für die er Regionalklassen definiert. Sie zeigen ein Bild der Schadensbilanz über das gesamte vergangene Jahr in jedem einzelnen der 415 Bezirke.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Regionalklassenzuordnung des GDV gibt den Versicherungsunternehmen viele wichtige Anhaltspunkte.
  • In der Regel sind die Regionalklassen bei verschiedenen Versicherern jedoch vergleichbar.
  • Die Regionalklasse ist zusammen mit der Typklasse und der Schadensfreiheitsklasse einer der wichtigsten Indexwerte zur Kfz-Versicherungsprämie Berechnung.

Was bedeuten die Regionalklassen in der Praxis?

Die Regionalklassenzuordnung des GDV gibt den Versicherungsunternehmen viele wichtige Anhaltspunkte. Berücksichtigt wird in der Kfz-Haftpflichtversicherung u.a. das Fahrverhalten der Autofahrer im Zulassungsbezirk. Einfluss auf die Kaskoversicherung haben zum Beispiel die Diebstähle, die Häufigkeit von Wildunfällen sowie die Anzahl der Sturm- und Hagelschäden. Auch die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge, die durchschnittliche Motorisierung und die regionalen Straßenverhältnisse spielen bei der Berechnung eine Rolle.

Um das regionale Risiko auszugleichen, wird die Versicherungsprämie je nach Schadenbilanz entsprechend angepasst. Allerdings sind die Versicherungsunternehmen hier frei in der Gestaltung. Einige Versicherer tarifieren nicht nach Regionalklasse, sondern nach der Postleitzahl. Dadurch entstehen innerhalb derselben Stadt Unterschiede beim Kfz-Beitrag. Die Versicherer orientieren sich dabei aber an den Regionalklassen.

In der Regel sind die Klassen bei verschiedenen Versicherern jedoch vergleichbar. Die Regionalklassen werden von den Versicherungsgesellschaften mit der Abkürzung R0, R1, R2, R3, und so weiter bezeichnet. Manche Versicherungsgesellschaften beginnen allerdings mit der Regionalklasse R1, sodass es den Anschein hat, dass die einzelnen Regionalklassen voneinander abweichen.

Wie viele Regionalklassen gibt es?

Insgesamt gibt es für die Kfz-Haftpflichtversicherung 12 Regionalklassen. Wer sein Fahrzeug in der Kasko versichert hat, findet in der Teilkasko 16 und in der Vollkasko 9 Klassen vor. Der GDV ermittelt für die Regionalklassen einen Index, bei dem 100 der Bundesdurchschnitt ist. Das entspricht in der Haftpflicht der Regionalklasse 6, in der Teilkasko der 7 und in der Vollkasko der 4. Liegt der Wert der Regionalklasse darunter, ist die Schadenbilanz in der eigenen Region besser als im Durchschnitt.

Die Regionalklasse ist zusammen mit der Typklasse und der Schadensfreiheitsklasse einer der wichtigsten Indexwerte, um die individuell zu zahlende Kfz-Versicherungsprämie zu berechnen. Grundsätzlich gilt, je niedriger die Einstufung bei der Regionalklasse erfolgt, desto weniger muss der Versicherungsnehmer für seine Autoversicherung bezahlen.