Wer gerne abrupt bremst und beschleunigt oder die zulässige Höchstgeschwindigkeit für eine unverbindliche Empfehlung hält, der wird diesen Kfz-Tarif meiden: "Pay-as-you-drive" ("Zahle wie du fährst"). ay-as-you-drive (PAYD) ist ein neues Modell der Kfz-Versicherung, bei dem sich das Fahrverhalten direkt auf die Beitragshöhe auswirkt. Die Rechnung ist einfach: Riskantes Fahren verursacht Kosten, vorsichtige Fahrer werden mit Rabatten belohnt.

Das Wichtigste in Kürze

  • PAYD ist ein Modell der Kfz-Versicherung, bei dem sich das Fahrverhalten direkt auf die Beitragshöhe auswirkt.
  • In Spanien oder Großbritannien ergänzen Pay-as-you-drive-Tarife bereits das herkömmliche Produktangebot.
  • 40 Prozent der deutschen Autofahrer können sich vorstellen, künftig in einem Pay-as-you-drive-Tarif versichert zu sein.

Wie Pay-as-you-drive funktioniert

Damit ein verhaltensabhängiges Prämienmodell funktioniert, müssen eine Reihe von Daten erfasst, gespeichert und zur Auswertung an die Versicherung übermittelt werden. Daher wird das Modell auch als Telematik-Versicherung bezeichnet. Zu den erfassten Daten zählen beispielsweise Geschwindigkeit, Brems- und Beschleunigungsverhalten, Art der befahrenen Straße, Distanzen, Uhrzeit und Datum. Die Aufzeichnung der Daten erfolgt mithilfe von im Fahrzeug installierten Blackboxen oder über das private Smartphone. Beide Varianten sind bereits technisch ausgereift.

Verbraucher sind neugierig, Datenschützer schlagen Alarm

Was für deutsche Ohren ungewohnt klingen mag, ist in Spanien oder Großbritannien schon Alltag. Dort ergänzen Pay-as-you-drive-Tarife bereits das herkömmliche Produktangebot. Hierzulande zögern Versicherer jedoch noch mit der Einführung.

Ein Grund sind die erheblichen Bedenken beim Thema Datenschutz. So befürchtet der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, dass Daten zweckentfremdet genutzt werden könnten – etwa für strafrechtliche, steuerrechtliche oder zivilrechtliche Belange. Dass böte angesichts der zu erwartenden riesigen Datenmengen großes Missbrauchspotential. Darüber hinaus könnten sich ökonomische Zwänge ergeben, nämlich dann, wenn andere Tarife nur zu einem wesentlich höheren Preis angeboten und PAYD-Tarife folglich alternativlos werden würden.

Trotz aller Vorbehalte: 40 Prozent der deutschen Autofahrer können sich vorstellen, künftig in einem Pay-as-you-drive-Tarif versichert zu sein. Das hat eine Studie des Kölner Marktforschungsinstituts YouGov ergeben. Denn neben der Angst vor Datenmissbrauch und Überwachung herrscht auch der Gedanke einer gerechteren Tarifierung vor. So können insbesondere junge Fahrer von einem PAYD-Tarif profitieren. Aufgrund ihrer Unerfahrenheit und des statistisch höheren Unfallrisikos werden sie in der Kfz-Versicherung ordentlich zur Kasse gebeten. Wer aber von Beginn an rücksichtsvoll fährt, kann im flexiblen PAYD-Tarif unmittelbar sparen – ohne einen zeitintensiven Aufstieg in den Schadenfreiheitsklassen.

Auch ohne PAYD bis zu 60 Prozent der Kfz-Prämie einsparen

Aber auch ohne Pay-as-you-drive können Autofahrer sparen. Denn kaum eine andere Versicherungssparte bietet so viele Einsparmöglichkeiten wie die Kfz-Versicherung. Allein für eine Werkstattbindung gibt es in der Regel 20 Prozent Nachlass auf den Normaltarif. Darüber hinaus gewähren Versicherer u.a. Rabatte für Familien, Haus- und Garageneigentümer, für Besitzer einer Bahncard oder Mitglieder in einem Automobilclub. Auch wer nur selten sein Fahrzeug nutzt, kann ordentlich sparen.

Großes Einsparpotential haben auch Fahranfänger, zum Beispiel durch die Teilnahme an einem Fahrsicherheitstraining oder dem begleitenden Fahren. Weitere Sparmöglichkeiten finden Sie in unserem Ratgeber Fahranfänger: 10 Tipps für eine günstige Autoversicherung.

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