Der Begriff Maut bezeichnet eine Gebühr für die Nutzung von Bauwerken, beispielsweise von Autobahnen, Tunneln und Brücken. Der Begriff stammt vom gotischen „mota“ ab, was so viel wie Zoll bedeutet. Bereits im 11. Jahrhundert wurden mithilfe der Maut Straßenbauten finanziert.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Pauschale Maut oder nur Einzelbauwerke
  3. Die Lkw-Maut in Deutschland
  4. Verwandte Themen
  5. Weiterführende Links
  6. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Während die Lkw-Maut in Deutschland völlig leise umgesetzt wurde, liefert die Pkw-Maut immer wieder Potenzial für Schlagzeilen.
  • Bereits seit 1990 wird über eine Pkw-Maut diskutiert.
  • Der letzte Versuch Deutschlands wurde im Jahr 2019 vom Europäischen Gerichtshof untersagt, da er ausländische Fahrer diskriminiere.
  • Stand März 2021 steht auf Vorschlag von Bayern und Baden-Württemberg eine allgemeine „Straßennutzungsgebühr“ zur Diskussion.

Pauschale Maut oder nur Einzelbauwerke

Pkws benötigen beispielsweise in Österreich das „Pickerl“ für die Benutzung von Autobahnen. Gleiches gilt für die Schweiz. In Italien haben Autofahrer die Wahl zwischen fallweiser Bezahlung in bar oder dem Telepass. Eine pauschale Maut wie in Österreich oder der Schweiz gibt es dort nicht, da unterschiedliche Autobahnbetreiber unterschiedliche Gebühren berechnen. In Deutschland scheiterte die Einführung einer Maut für Pkw auf Autobahnen zunächst, ist aber weiterhin in Arbeit. Einige Einzelbauwerke, beispielsweise der Warnow-Tunnel bei Rostock oder der Herrentunnel bei Lübeck, sind bereits kostenpflichtig.

Für Lkw galt dagegen auf deutschen Autobahnen schon seit 1995 das Eurovignettensystem. Nach diversen Modifikationen gilt nun in Kooperation mit dem Unternehmen Toll Collect in Deutschland für Autobahnen und Bundesstraßen die Lkw-Maut.

Pkw-Maut seit 1990 in der Diskussion

Für die Pkw-Maut gab es in Deutschland zahlreiche Ideen, beispielsweise die Ausländermaut. Diese wurde dahin gehend favorisiert, als nur ausländische Fahrer die Maut zu entrichten hätten, deutsche Fahrzeughalter jedoch nicht.

Bereits im Jahr 2013 plante der damalige Verkehrsminister Dobrindt (CSU) die Umsetzung bis 2015. Schon damals warnten Experten, das geplante Gesetz würde vor dem Europäischen Gerichtshof keinen Bestand haben.

Das am 12. Juni 2015 in Kraft getretene Infrastrukturgesetz sieht auch eine generelle Mautpflicht für Pkws vor (Paragraf 1, Abs. 1). Allerdings hat der Europäische Gerichtshof das Gesetz im Jahr 2019 in der aktuellen Form für nichtig erklärt, da es zu einer Benachteiligung ausländischer Autofahrer führe.

Hintergrund war, dass deutsche Autofahrer zwar die Maut entrichten sollten, aber im Umkehrschluss durch Erleichterungen bei der Kfz-Steuer diese wieder zurückerhalten sollten, so dass letztendlich nur ausländische Pkws tatsächlich eine Maut entrichten würden.

Der zwischenzeitlich zum Verkehrsminister ernannte Andreas Scheuer (CSU) verkündete 2018 die Vergabe des Auftrags zur Erstellung eines Mautsystems für vollzogen. Der Konzertkartenverkäufer Eventim und der österreichische Mautbetreiber Kapsch TrafficCom erhielten den Zuschlag. Obwohl die Österreicher vorschlugen, mit der Vertragsunterzeichnung bis zum Urteil des EuGH zu warten, drängte Scheuer auf Vollzug. Der Deal platzte. Eventim und Kapsch forderten Schadensersatz.

Die Argumente des ADAC als prominentester Maut-Gegner

Der ADAC stellt sich massiv gegen eine Maut für Pkw. Er führt als Argumente an, dass

  • ausländische Fahrzeuge auf deutschen Autobahnen gerade einmal einen Anteil von 5,2 Prozent der Pkw ausmachen.
  • die Ausgaben des Staates für Infrastrukturmaßnahmen im Straßenverkehr nur zwischen 30 und 35 Prozent der Einnahmen aus Kfz-Steuer, Mineralölsteuer und Lkw-Maut ausmachen, hier also noch finanzielles Potenzial vorhanden ist.
  • ausländische Pkw-Fahrer rund 195 Prozent der auf sie entfallenden Infrastrukturkosten durch die Besteuerung von in Deutschland getanktem Mineralöl finanzieren.

Die Lkw-Maut in Deutschland

Während die Pkw-Maut eine Never-ending-story zu sein scheint, ist die Lkw-Maut in Deutschland schon lange implementiert. Die Einnahmen aus der Maut müssen dazu verwendet werden, die Verkehrsinfrastruktur zu optimieren. Private Mautbetreiber wie vom erwähnten Warnow-Tunnel bezahlen daraus die vorfinanzierten Gestehungskosten und möglichen notwendigen Wartungsarbeiten. Die Tarife orientieren sich bei Lkws an der Anzahl der Achsen, der Höhe des Fahrzeugs und dem Umstand, ob noch ein Hänger gezogen wird. Der Betreiber unterscheidet auch, ob es sich um ein Ganzjahresticket oder ein saisonales Ticket handelt.

Anders verhält es sich bei der von Toll Collect erhobenen Lkw-Maut für Bundesstraßen und Autobahnen. Der zu zahlende Mautsatz setzt sich aus dem Anteil für Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Infrastruktur zusammen - wobei der Anteil für die Infrastruktur meist den größten Betrag bildet und sich nach Achs- und Gewichtsklasse des LKW richtet. Je nach Schadstoffklasse reichen die Mautsätze von 9,3 cent/km bis 26,1 cent/km. Ein LKW der Schadstoffklasse 6 mit mehr als 18 t bis 3 Achsen zum Beispiel bezahlt einen Mautsatz von 17,3 cent/km.

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