Lkws müssen hierzulande bereits seit einigen Jahren für die Nutzung der Straßen bezahlen, und zum 1. Januar 2016 hat der Gesetzgeber auch eine Pkw-Maut in Deutschland eingeführt. Die Infrastrukturabgabe – so die offizielle Bezeichnung – wird jedoch erst erhoben, wenn das für die Erfassung der Fahrzeuge notwendige technische System einsatzbereit ist. Voraussichtlich startet die Maut in Deutschland im Oktober 2020.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wer muss die Maut in Deutschland zahlen?
  3. Auf diesen Straßen soll die Maut gelten
  4. Wie wird die Maut erhoben?
  5. Mautgebühren in Deutschland
  6. Keine City-Maut
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Zukünftig fällt auf allen Autobahnen und Bundesstraßen in Deutschland eine Maut an.
  • Von der Maut in Deutschland sind bis auf Motorräder alle Fahrzeuge der Klassen M und M1G unter 3,5 Tonnen betroffen.
  • Die Abgabe erhebt der Gesetzgeber mittels einer elektronischen Vignette.
  • Die Höhe der Gebühr richtet sich nach dem Hubraum und den Emissionswerten des Fahrzeugs, ist jedoch auf 130 Euro pro Jahr gedeckelt.

Wer muss die Maut in Deutschland zahlen?

Grundsätzlich betrifft die geplante Maut in Deutschland alle Fahrzeuge der Klassen M und M1G – also Personenkraftwagen, Wohnmobile und Geländewagen – mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen. Von der Maut ausgenommen sind Motorräder sowie die Fahrzeuge der Polizei, Bundeswehr und Feuerwehr. Eine weitere Ausnahme stellen teilweise oder komplett von der Kfz-Steuer befreite Fahrzeuge dar, wozu beispielsweise Elektroautos gehören. Auch Busse und Kleintransporter zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen müssen keine Pkw-Maut entrichten.

Auf diesen Straßen soll die Maut in Deutschland gelten

Ursprünglich plante das Verkehrsministerium lediglich eine Autobahn-Maut in Deutschland. Die aktuellen Pläne sehen jedoch vor, dass die Abgabe zusätzlich auch auf Bundesstraßen anfällt. Landstraßen und Kommunalstraßen sind dagegen nicht mautpflichtig. Ausländische Fahrzeughalter sollen zudem lediglich für das Befahren des Autobahnnetzes zahlen.

Um inländische Fahrzeugführer nicht zusätzlich zu belasten, kompensiert der Gesetzgeber die neue Gebühr mit niedrigeren Kfz-Steuern, sodass keine Mehrkosten entstehen. Während Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen Gewicht bis Juli 2018 lediglich auf Autobahnen zur Kasse gebeten wurden, gilt die Lkw-Maut nun auch auf allen Bundesstraßen.

Wie wird die Maut in Deutschland erhoben?

In den meisten Ländern mit Maut müssen Autofahrer eine Klebe-Vignette erwerben und diese an der Innenseite der Windschutzscheibe anbringen. In Deutschland kommen dagegen elektronische Vignetten (E-Vignetten) zum Einsatz. Sobald ein Fahrzeughalter die Gebühr gezahlt hat, schaltet das System das jeweilige Autokennzeichen frei. Die Kontrolle erfolgt über einen elektronischen Kennzeichen-Abgleich.

Mautgebühren in Deutschland

Wie hoch die Kosten für die Infrastrukturabgabe ausfallen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber zwischen inländischen Pkw und im Ausland zugelassenen Fahrzeugen. In beiden Fällen bedingen sowohl der Hubraum als auch die Umwelteigenschaften des Autos oder Wohnmobils den Abgabensatz. Für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge fallen je 100 Kubikzentimeter angefangenem Hubraum bis zur Höchstgrenze von 130 Euro folgende Kosten an:

Emissionsklasse Ottomotor Dieselmotor
Euro 0, 1, 2, 3 6,50 Euro 9,50 Euro
Euro 4, 5 2,00 Euro 5,00 Euro
Euro 6 1,80 Euro 4,80 Euro
Wohnmobile 16 Euro je angefangene 200 Kilogramm zulässiges Gesamtgewicht
Oldtimer Pauschale von 130 Euro

Die Abgabensätze für im Ausland zugelassene Pkw und Wohnmobile berechnen sich anhand derselben Parameter wie für inländische Fahrzeuge. Fahrzeughalter können außer einer Jahresvignette auch eine 10-Tages-Vignette oder eine 2-Monats-Vignette für das zeitweise Befahren der deutschen Bundesfernstraßen erwerben. Als Bezugsgröße für die Gebühr dienen immer die Kosten, die beim jeweiligen Fahrzeug für eine Jahresvignette anfallen würden:

Stufe Abgabesätze
Jahresvignette 10-Tages-Vignette 2-Monats-Vignette
1 bis 20 Euro 2,50 Euro 7,00 Euro
2 von 20 bis 40 Euro 4,00 Euro 11,00 Euro
3 von 40 bis 70 Euro 8,00 Euro 18,00 Euro
4 von 70 bis 100 Euro 14,00 Euro 30,00 Euro
5 von 100 bis 130 Euro 20,00 Euro 40,00 Euro
6 130 Euro 25,00 Euro 50,00 Euro

Welche Bezahlmöglichkeiten gibt es?

Die zuständige Zulassungsstelle stellt Fahrzeughaltern mit der Einführung der Maut in Deutschland automatisch einen Infrastrukturabgabenbescheid zu. Die Gebühr ist einmal pro Jahr per SEPA-Lastschrift zu bezahlen. Wer nicht zahlt, ist nicht berechtigt, auf Autobahnen oder Bundesstraßen zu fahren.

Ausländische Fahrzeughalter können die gewünschte Vignette sowohl über das Internet als auch per App mit dem Smartphone oder einem anderen mobilen Endgerät buchen. Darüber hinaus sind die Betreiber – der österreichische Maut-Anbieter Kapsch TrafficCom und der deutsche Ticketverkäufer CTS Eventim – ebenso dazu verpflichtet, ein Netz von physischen Zahlstellen aufzubauen und zu betreiben. Demzufolge besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Vignetten auch an Tankstellen im Grenzbereich zu erwerben sein werden. Die Bezahlung kann aller Voraussicht nach sowohl mit Bargeld als auch gängigen Bank- und Kreditkarten erfolgen.

Keine City-Maut in Deutschland

Aktuell gibt es bereits Strecken, auf denen eine Maut anfällt. Allerdings handelt es sich hierbei um privat betriebene Straßen. Dies betrifft zum Beispiel die folgenden Abschnitte:

  • Warnowtunnel
  • Herrentunnel
  • Rossfeld-Panoramastraße
  • Südliches Ufer des Walchensees

Eine City-Maut wie in zahlreichen europäischen Großstädten gibt es in Deutschland derzeit nicht. Die Einführung einer solchen Abgabe wurde zwar im Zusammenhang mit der Luftreinheit diskutiert, jedoch erhielt das Konzept der Umweltzonen den Vorrang. Bei diesem System ist Fahrzeugen mit einem zu hohen Schadstoffausstoß die Einfahrt in die Innenstadt eines Ortes nicht gestattet.

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