Der Steinmarder hat sich vor allem einen Namen als „Automarder“ gemacht. Die Nager steigen mit Vorliebe in den Motorraum von Autos ein und verursachen dort Schäden an Kabeln, Schläuchen und Co. Über 200.000 Schadensfälle wurden alleine 2016 in der Teilkaskoversicherung reguliert. Die beißwütigen Nager kosteten die Versicherer im Jahr 2016 rund 66 Millionen Euro. Doch warum zerbeißen Steinmarder eigentlich Autokabel? Welche Methoden eignen sich zur Marderabwehr? Und welche Versicherung zahlt, wenn es dafür schon zu spät ist?

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Warum beißt der Marder zu?
  3. Welche Autoteile zerbeißt der Marder?
  4. Woran erkenne ich Marderbefall?
  5. Marderschaden – welche Versicherung zahlt?
  6. Tipps & Tricks zur Marderabwehr
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Marderbisse verursachten 2016 über 200.000 Schadensfälle für die Versicherer.
  • Die Teilkaskoversicherung kommt für die Schadensregulierung bei Marderbissen auf. Oft sind Folgeschäden von Marderbissen jedoch nicht in den Basistarifen enthalten, sondern nur in leistungsstarken Policen.
  • Von Motorwäsche bis Ultraschallgerät: Das sind die besten Praxis-Tipps, um den Marder fernzuhalten.

Warum beißt der Marder zu?

Marder steigen nicht etwa ins Auto ein, weil sie die Restwärme des Motors so gemütlich finden. Der eigentliche Grund ist der Konkurrenzkampf der Steinmardermännchen ums Revier, besonders in der Paarungszeit im Frühjahr und Sommer. Steht ein Auto im Revier eines Mardermännchens, wird es einfach markiert. Findet dann ein anderer Nager die Duftstoffe des Konkurrenten, versucht es diese zu beseitigen – indem es alles zerbeißt, was den Geruch trägt.

Schon gewusst? Dann ist Ihr Auto gefährdet

  • Meistens sind Autos betroffen, die nicht in der sicheren Garage, sondern im Freien geparkt sind.
  • Wenn Sie beim Parken häufig den Standort wechseln, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Marderbefalls. Sind Duftmarken im Motorraum, bringen Sie sozusagen einen fremden Eindringling ins Marderrevier.
  • In einem besiedelten Gebiet zu wohnen, reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Marderbesuchs nicht. Der Marder ist ein sogenannter Kulturfolger. Er lässt sich gerne dort nieder, wo auch der Mensch wohnt.

Welche Autoteile zerbeißt der Marder?

Marder haben zwar scharfe Zähne – Metall zerbeißen können sie aber zum Glück nicht. Sie machen sich vor allem an den weichen Teilen des Fahrzeugs zu schaffen. Dazu gehören etwa Schläuche oder Kabel, aber auch Dichtungsmaterial. Besonders häufig betroffen sind:

  • Zündkabel
  • Kühlwasserschläuche
  • Gummimanschetten
  • Niederspannungskabel
  • Isoliermatten

Woran erkenne ich Marderbefall?

Pfotenabdrücke oder Fellbüschel auf der Motorhaube verraten den Übeltäter auf den ersten Blick. Meistens hinterlassen die Nager jedoch keine derart offensichtlichen Spuren am Tatort. Hier hilft ein Blick unter die Motorhaube Ihres Autos. Wenn Sie diese Anzeichen sehen, war der Marder da:

  • Biss-Spuren und Löcher an Kabeln und Schläuchen
  • Zerrupftes Isoliermaterial
  • Austretendes Kühlwasser
  • Längliche Pfotenabdrücke mit 5 Zehen
  • Marderkot oder Urin
  • Abfälle wie Eierschalen oder kleine Tierkadaver

Wichtig: Prüfen Sie Ihr Fahrzeug, bevor Sie losfahren. Die Folgeschäden von Marderbissen können das Auto fahruntüchtig machen, zum Beispiel, wenn der Motor überhitzt oder es zu einem Kurzschluss kommt.

Marderschaden – welche Versicherung zahlt?

Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht übernimmt keine Schadensregulierung bei Marderbissen. Die Reparaturkosten trägt der Autobesitzer in diesem Fall selbst.

Teilkasko reguliert einfache Marderbissschäden

Die Kaskoversicherung kommt für unmittelbare Schäden durch Marderbisse auf. In vielen Teilkasko-Policen ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro vereinbart. Dabei zahlen Sie den vereinbarten Betrag selbst, dann erst greift die Versicherung. Der einfache Austausch kleiner Schläuche oder Manschetten ist allerdings meist nicht teuer. Unter Umständen liegen diese Reparaturen unter der Grenze der Selbstbeteiligung. In diesem Fall können Sie Ihre Kfz-Versicherung nicht in Anspruch nehmen, sondern müssen den Schaden aus eigener Tasche bezahlen.

Folgeschäden von Marderbissen

Teuer sind vor allem die Folgeschäden von Marderbissen. Die Nager können folgenreiche Schäden am Motor verursachen, zum Beispiel, wenn Kühlschläuche oder Zündkabel durchgebissen sind. Die Reparaturkosten bei Motorschäden belaufen sich schnell auf mehrere Tausend Euro.

Zusatzschutz bei Folgeschäden notwendig

Diese Folgeschäden sind in den Basistarifen der Teilkasko häufig nicht mitversichert. Für einen umfassenden Schutz sollten Sie Ihre Kfz-Police um Folgeschäden von Tier- und Marderbissen erweitern. So sind Sie auch bei teureren Schäden, die als Folge von Marderbissen entstanden sind, umfassend abgesichert. Die Versicherungsleistung ist in vielen Tarifen gedeckelt. Die Grenze liegt häufig bei einer Höchstentschädigung von 3.000 oder 5.000 Euro. Hier lohnt sich ein prüfender Blick in die Versicherungsbedingungen – denn sind Folgeschäden nicht oder nicht ausreichend mitversichert, kann es im Schadensfall für den Versicherungsnehmer teuer werden.

Tipps & Tricks zur Marderabwehr

Egal ob simples Hausmittel oder technische Aufrüstung – es gibt einiges, was Sie vorbeugend tun können, damit der Marder gar nicht erst in den Motorraum einsteigt.

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Das sind die häufigsten Methoden, Kosten und Vor- und Nachteile:

1. Motorwäsche in der Werkstatt

Die Duftmarken fremder Mardermännchen sind die Quelle des Übels. Was liegt da näher, als einfach die Duftspuren zu beseitigen? Eine Motorwäsche lässt sich in jeder Werkstatt für ca. 50 bis 100 Euro durchführen. Der entscheidende Nachteil: Wenn der Marder wieder einsteigt, ist eine erneute Motorwäsche notwendig.

2. Einfache Hausmittel für kleines Geld

Weit verbreitet ist es, Duftstoffe wie WC-Steine, Hunde- und Katzenhaare oder Mottenkugeln in den Motorraum zu hängen.

Diese Methoden sind zwar günstig, aber nicht besonders wirksam. Will der Marder unter die Motorhaube, halten ihn auch Mottenkugeln oder spezielle Anti-Marder-Sprays auf Dauer nicht ab.

Katzenbesitzer dürften aber zumindest ein geringeres Risiko von Marderbefall haben. Der Geruch einer Katze treibt die Nager meist in ein anderes Revier – denn Katzen gehören zu den natürlichen Feinden von Mardern. Beim Aufeinandertreffen Katze gegen Marder ziehen letztere in der Regel den Kürzeren.

Marder laufen außerdem nicht gerne auf Untergrund, der Löcher hat und nachgibt. Wer länger draußen parkt, kann deswegen ein Stück handelsüblichen Maschendraht unters Auto legen. Beim ersten Kontakt mit dem unsicheren Untergrund machen die Tiere kehrt. Allerdings gewöhnen sich die Nager nach einiger Zeit daran und überwinden die Barriere.

3. Kabel ummanteln

Vor Mardern ist kein Kabel sicher? Nicht ganz: Werden die Kabel mit Wellblech, festem Kunststoff oder Metall ummantelt, hat der Marder keine Chance.

Geeignete Schutzmaterialien gibt es oft schon für unter 20 Euro im Kfz-Zubehörhandel. Wer sonst auch nicht selbst am Auto schraubt, sollte den Fachmann ranlassen. Für Schläuche und Manschetten ist die Methode allerdings ungeeignet.

4. „Marderschreck“ mit Ultraschall

Marder haben ein feines Gehör und genau das nutzt der sogenannte Marderschreck: Die Ultraschallgeräte erzeugen Töne, die erwachsene Menschen nicht hören können, aber bei denen die Nager das Weite suchen. Der Nachteil: Nach einiger Zeit gewöhnen sich die Tiere an das Geräusch. Manche Geräte modulieren die Töne und sind daher besser geeignet.

Die Geräte lassen sich mit regulärem Werkzeug einfach selbst im Auto installieren. Die Kosten variieren je nach Gerätetyp und Funktionsumfang von etwa 20 bis zu 200 Euro.

5. Elektroschockgeräte

Als eine der wirkungsvollsten Methoden gelten Elektroschockgeräte mit Hochspannung, die mit metallischen Kontaktplatten arbeiten. Das Gerät sollte in einer Zubehörwerkstatt eingebaut werden. Dafür werden an den typischen Stellen, an denen Marder einsteigen, kleine Metallplatten angebracht. Diese stehen unter Spannung. Kommt der Marder damit in Berührung, erhält er einen leichten Stromstoß und tritt den Rückzug an. Was zunächst nach einer drastischen Maßnahme klingt, ist für die Tiere aber ungefährlich.

Die Geräte gelten als äußerst wirksam, sind aber auch nicht ganz günstig. Rund 150 Euro müssen Sie für einen Elektroschocker einplanen, dazu kommen oft noch die Gebühren für den Einbau in der Werkstatt.

6. Motorraum abdichten

Es gibt einige typische Stellen, an denen sich Marder Zugang zum Motorraum verschaffen, zum Beispiel an den Kotflügeln. Einige Hersteller bieten Einbausätze für die Abdichtung des Fahrzeuges an. Die Zusatzteile müssen aber zum jeweiligen Fahrzeugtyp passen. Deswegen sind sie meistens nur beim Fahrzeughersteller erhältlich.

Gut zu wissen: Experten empfehlen, mehrere Methoden zu kombinieren. Gewöhnen sich die Tiere beispielsweise an den Ultraschall, kann sie immer noch der Elektroschock aufhalten. Als eine der bewährtesten Methoden gilt außerdem: Wer das Auto in einer sicher abgeschlossenen Garage abstellen kann, lässt den Nagern kaum eine Chance.

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