Eine der sinnvolleren Ausstattungen bei einem Auto stellt die Leuchtweitenregulierung dar. Die Leuchtweitenregulierung, auch Nickwinkel genannt, ermöglicht es dem Fahrer, den Abstrahlwinkel der Scheinwerfer zu regulieren. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Leuchtweitenregulierung gleicht einen abweichenden Strahlungswinkel bei Beladung des Fahrzeuges aus.
  • Automatische Regulierungen erkennen den veränderten Neigungswinkel von sich aus.
  • Horizontale Veränderungen sollten auf jeden Fall von einem Fachmann wieder justiert werden.

Leuchtweitenregulierung: Damit der Scheinwerfer nicht blendet

Wem schon einmal bei Dunkelheit ein im Heck vollbeladenes Fahrzeug entgegengekommen ist, weiß, wovon die Rede ist. Die Scheinwerfer sind nicht mehr Richtung Straße gerichtet, sondern treffen an einem bestimmten Punkt vollständig auf die Windschutzscheiben der entgegenkommenden Fahrzeuge. Dass dieser hochgradig gefährliche Umstand durch den Fahrzeugführer verursacht wurde, lässt sich bei einem Unfall nur selten nachweisen.

Wozu dient die Leuchtweitenregulierung?

Sinn der Leuchtweitenregulierung ist es zum einen, eine optimale Ausleuchtung der Straße für den Fahrer zu ermöglichen. Gerade bei Überlandfahrten lassen sich so Gefahren wie Wild am Fahrbahnrand oder auf der Straße rechtzeitig erkennen und Unfälle vermeiden.

Zum anderen ermöglicht es die Leuchtweitenregulierung, eine Veränderung des Strahlungswinkels, hervorgerufen durch eine Beladung des Kofferraums oder der Rückbank, zu korrigieren. Zwangsläufig verändert sich der Strahlungswinkel, wenn das Fahrzeug hinten vollbeladen ist und an der Hinterachse „ein wenig in die Knie geht“.

Vor dem Hintergrund, dass eine Veränderung von einem halben Zentimeter auf eine Distanz von 50 Metern eine deutliche Veränderung des Strahlungswinkels verursacht, macht es einleuchten, dass der Fahrer in diesem Fall nachjustieren sollte.

Automatische oder manuelle Leuchtweitenregulierung?

In der Frühphase der Leuchtweitenregulierung fanden sich kleine Hebel an den Scheinwerfern selbst, an denen der Fahrer die Leuchtweite justieren konnte. Im nächsten Schritt wurden die Schalter dafür im Fahrzeuginnern, am Armaturenbrett oder Lichtschalter angebracht. Der Haken an der manuellen Leuchtweitenregulierung war allerdings, dass der Fahrer mit jeder veränderten Beladung die Leuchtweite neu einstellen musste.

Als perfekte Lösung zeigt sich die technische Weiterentwicklung der automatischen Leuchtweitenregulierung. Diese erfasst über Sensoren, wenn sich der Neigungswinkel des Fahrzeuges verändert und nimmt die Anpassung automatisch vor. Seit 1990 sind die Fahrzeughersteller dazu verpflichtet, für in Deutschland verkaufte Fahrzeuge eine Leuchtweitenregulierung einzubauen.

Leuchtweite richtig einstellen

Grundsätzlich gilt, dass der Schalter für die manuelle Regulierung auf „normal“ stehen muss, wenn der Fahrer alleine in einem unbeladenen Fahrzeug unterwegs ist. Kritisch wird es allerdings, wenn die Leuchtweite tatsächlich reguliert werden muss. Als Notlösung, von Experten allerdings kritisch gesehen, gilt die Garagentor-Methode. Dazu steht das Fahrzeug mit eingeschaltetem Abblendlicht zehn Meter vor dem Garagentor. Die Einstellung ist korrekt, wenn der Kern des Lichtpegels zwölf Zentimeter oberhalb des Bodens auf das Garagentor trifft. Voraussetzung dafür ist allerdings ein zu hundert Prozent gerader Untergrund.

Noch schwieriger wird es, wenn die Leuchtweite nicht vertikal, sondern horizontal verstellt ist. Zeigt sie nach rechts, sieht der Fahrer die Fahrbahn weniger gut. Zeigt sie nach links, bedeutet sie jedoch eine echte Gefährdung für den entgegenkommenden Verkehr. Autofahrer sind auf der sicheren Seite, wenn sie die manuelle Leuchtweitenregulierung in beiden Fällen von einem Fachmann vornehmen lassen.

Wer bezahlt, wenn die Leuchtweitenregulierung defekt ist?

In diesem Fall muss zwischen zwei Fällen unterschieden werden. Ist die automatische oder manuelle Regelung einfach defekt, muss der Fahrzeughalter die Reparaturkosten selbst tragen. Resultiert der Defekt aus einem Unfall, der nicht selbstverschuldet wurde, ist es Sache der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Hat der Fahrzeughalter den Unfall verursacht, wäre es Sache seiner Vollkaskoversicherung, auch für diese Reparatur aufzukommen.

Zu guter Letzt bleibt noch das Risiko des Marderbisses. Wurden die Kabel direkt durchgebissen, greift die Teilkaskoversicherung, sofern die Police Schäden durch Marderbisse ersetzt. Neuere Autoversicherungen haben den Schadensbegriff „Marderschäden“ allerdings auf „Schäden durch Nagetiere“ ausgedehnt, so dass in diesem Fall ein erweiterter Versicherungsschutz besteht.