Kindersitz: Bis wann ist er Pflicht?

Im Rahmen der Anschnallpflicht in Deutschland müssen Kinder im Auto durch spezielle Rückhalteeinrichtungen gesichert sein. Wer die Kindersitz-Pflicht missachtet, gefährdet mitfahrende Kinder und riskiert ein Bußgeld von mindestens 30 Euro.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Vorschriften
  3. Bis wann ist der Kindersitz Pflicht?
  4. Welcher Kindersitz eignet sich bis wann: Klasse und Gruppe
  5. Die fünf Gewichtsklassen nach ECE-R 44/04
  6. Die fünf Größenklassen nach ECE/UN-Regelung Nr. 129
  7. Herstellereinteilungen in Kindersitz-Gruppen
  8. Kriterien für den Kauf
  9. Gebrauchte Kindersitze
  10. Kindersitz richtig verwenden
  11. Pflichten und Regeln im Ausland
  12. Verwandte Themen
  13. Weiterführende Links
  14. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis wann der Kindersitz Pflicht ist, regelt die Straßenverkehrsordnung.
  • Kindersitze müssen entweder nach der EU-Norm ECE-R 44 oder der weltweiten Prüfnorm ECE-R 129 zugelassen sein.
  • Die Hersteller übersetzen die Prüfnormen in eigene Kindersitz-Gruppen.

Vorschriften Kindersitz

Die allgemeine Gurtpflicht gilt natürlich auch für Kinder. Zusätzlich zu den vorgeschriebenen Anschnallgurten müssen Kinder nach der deutschen Straßenverkehrsordnung im Auto ihrem Alter und Größe beziehungsweise Gewicht entsprechend durch Rückhaltevorrichtungen gesichert werden. Diese Kindersitze müssen dabei seit 2008 entweder mindestens nach EU-Norm ECE-R 44 oder der weltweiten Prüfnorm ECE-R 129 zugelassen sein.

Bis wann ist der Kindersitz Pflicht?

Laut Paragraf 21 (1a) der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Kinder unter zwölf Jahren und 150 Zentimetern Körpergröße bei der Fahrt im Auto mit geeigneten Kindersitzen gesichert werden. Wenn ein Kind an seinem zwölften Geburtstag kleiner als 1,50 Meter ist, kann es nach der Straßenverkehrsordnung zwar ohne Kindersitz transportiert werden, für optimale Sicherheit ist die freiwillige Verwendung eines Kindersitzes aber sehr zu empfehlen.

Kindersitz - wer haftet bei einem Verstoß gegen die Anschnallpflicht?

Während Erwachsene selbst dafür verantwortlich sind, dass sie richtig angeschnallt fahren, liegt die Verantwortung für das ordnungsgemäße Sichern von Kindern während der Fahrt in der Regel beim Fahrer - im Einzelfall haften auch verantwortliche Mitfahrer wie Eltern.

Strafen bei Verstößen

Wer ein Kind ohne geeigneten Kindersitz, nur mit dem normalen Gurt angeschnallt, im Auto mitnimmt, riskiert ein Bußgeld von 30 Euro. Für mehrere während der Fahrt nicht vorschriftsmäßig gesicherte Kinder steigt das Bußgeld auf 35 Euro insgesamt. Wird ein Kind ohne jede Sicherung im Auto transportiert, also ohne Gurt und ohne Kindersitz, wird ein Bußgeld von 60 Euro fällig. Zusätzlich erhält der Fahrer einen Punkt in Flensburg. Mehrere gar nicht angeschnallte Kinder kosten 70 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister.

Welcher Kindersitz eignet sich bis wann: Klasse und Gruppe

Die Prüfnormen für Kindersitze geben Klassen vor, die von den Kindersitz-Herstellern zu Gruppen modifiziert werden.

Kindersitzklassen

In Deutschland müssen Autokindersitze den Prüfnormen der ECE-Regelung Nr. 44 oder ECE-R 129 (i-Size) entsprechen. Die EU-Kindersitz-Prüfnorm ECE-R 44 orientiert sich am Gewicht und die weltweitgültige Norm ECE-R 129 an der Größe des Kindes. Beide Normen empfehlen rückwärtsgerichtetes Sitzen für Kinder bis 13 Kilogramm beziehungsweise bis zum 15. Monat.

Die fünf Gewichtsklassen nach ECE-R 44/04

Kindersitz-Klasse Gewicht/Größe des Kindes Sitzposition
Klasse 0 bis 10 kg rückwärts
Klasse 0+ bis 13 kg rückwärts
Klasse I 9 - 25 kg vorwärtsgerichtet
Klasse II 15 - 25 kg vorwärtsgerichtet
Klasse III 22 - 36 kg vorwärtsgerichtet

Die fünf Größenklassen nach ECE/UN-Regelung Nr. 129

  • Klasse Q0: geeignet für eine Größe bis zu 59 cm
  • Klasse Q1: geeignet für eine Größe zwischen 60 und 74 cm
  • Klasse Q1.5: geeignet für eine Größe zwischen 75 und 86 cm
  • Klasse Q3: geeignet für eine Größe zwischen 87 und 104 cm
  • Klasse Q6: geeignet für eine Größe zwischen 105 und 125 cm
  • Klasse Q10: geeignet für eine Größe über 125 cm

Herstellereinteilungen in Kindersitz-Gruppen

Kindersitzhersteller übersetzen die EU-Kindersitz-Klassen in Kindersitz-Gruppen. Grund für die eigene Einteilung sind Kategorien, in die auch mitwachsende Kindersitze für bis zu drei Gewichtsklassen eingeteilt werden können. Diese Sitze passen sich etwa durch den Einsatz von abnehmbaren Polstern der wachsenden Größe des Kindes an und können dabei mit Beckengurt und Diagonalgurt genutzt werden.

Gruppe Kindersitze Gewicht Alter
0/0+ bis 13 kg 0 bis 15 Monate
0/1 bis 18 kg bis 3 Jahre
1 9 bis 18 kg 9 bis 36 Monate
2/3 15 bis 36 kg 3 bis 12 Jahre
1/2/3 9 bis 36 kg 9 Monate bis 12 Jahre

Kriterien beim Kauf eines Kindersitzes

Ermitteln Sie die genaue Körpergröße und das aktuelle Gewicht Ihres Kindes und stellen Sie fest, welcher ECE-R 44/04-Klasse beziehungsweise ECE-R 129-Klasse Größe und Gewicht entsprechen. Überprüfen Sie, ob es für Ihr Fahrzeug etwa durch eine spezielle Bauweise Kaufempfehlungen zum Beispiel durch den Hersteller gibt. Informieren Sie sich über Testergebnisse zu Kindersitzen beispielsweise von der Stiftung Warentest, um Qualitätsunterschiede herauszufinden.

Wenn Sie einzelne Kindersitze ausgewählt haben, testen Sie diese in der Praxis. Achten Sie besonders auf eine ausreichende Länge der Sicherheitsgurte und probieren Sie, ob die Gurte am Kindersitz leicht zu verstellen sind. Für sehr junge Babys (Kindersitzgruppe 1) sollte der Sitz sehr guten Seitenhalt bieten. Für Gruppe 2/3 (15 - 36 kg) ist eine verstellbare Kopfstütze wichtig. Wichtig für optimale Sicherheit: Kaufen Sie nur einen passenden Sitz und verzichten Sie auf Kindersitze zum Reinwachsen! Wenn ihr Dreijähriges klein und zart ist, sollten Sie auf den theoretisch schon geeigneten Sitz in Größe 2/3 verzichten.

Sitzkissen bieten keinen Seitenschutz und sollten erst verwendet werden, wenn Ihr Kind dafür wirklich groß genug ist, etwa weil es nicht mehr in einen Kindersitz passt.

Gebrauchte Kindersitze kaufen

Wer einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung gebraucht kaufen oder den gebrauchten Sitz eines größeren Geschwisters weiterverwenden möchte, sollte für mehr Sicherheit folgende Kriterien beachten:

Sitzerhöhungen oder Kindersitze müssen der aktuellen Prüfnorm ECE-R 44/04 entsprechen. Das heißt: Sie finden auf dem orangen Etikett des Kindersitzes eine Prüfnummer, die mit 04 beginnt. Nur Kindersitze verwenden, die nicht beschädigt sind. Sitze mit Brüchen, Rissen oder Verformungen unbedingt vermeiden.

Hosenträgergurte müssen noch mit Gurtpolster ausgestattet sein.

Kindersitz richtig verwenden

  • Nur geeignete Kindersitze in ECE-R 44/04- beziehungsweise ECE-R 129-Prüfnorm verwenden (keinen Kinderwagenaufsatz!)
  • Keine beschädigten oder funktionseingeschränkten Kindersitze nutzen
  • Eignung des Sitzes für Größe und Gewicht des Kindes regelmäßig überprüfen
  • Sitz mit dem richtigen Gurt montieren
  • Alle Gurte straffziehen
  • Für Babyschalen Beifahrerairbag deaktivieren
  • Babyschale nicht in Fahrtrichtung montieren
  • Keine unsachgemäßen Änderungen am Sitz vornehmen

Kindersitz - Pflichten und Regeln im Ausland

  • In der Schweiz und in Italien gilt wie in Deutschland Kindersitzpflicht für Kinder unter zwölf Jahren oder 150 Zentimetern Körpergröße. Ab 1. Juli 2019 dürfen in Italien für Kinder bis vier Jahren nur noch Kindersitze verwendet werden, die mit einem Alarmsignal ausgestattet sind, Das verhindert, dass die Kinder im Auto zurückgelassen werden.
  • In Österreich müssen Kinder unter 14 Jahren mit einem Kindersitz oder einer entsprechenden ähnlichen Rückhaltevorrichtung gesichert werden.
  • In Dänemark und den Niederlanden müssen alle Kinder unter 135 Zentimetern im Kindersitz transportiert werden. In den Niederlanden gilt diese Regelung sogar für Kinder bis zur Volljährigkeit mit 18 Jahren. In Spanien bis zum 12. Lebensjahr.
  • In Belgien dürfen Kinder unter 12 nicht auf dem Beifahrersitz transportiert werden, wenn auf dem Rücksitz noch Plätze frei sind, außer es steht dafür ein spezieller Beifahrer-Kindersitz bereit.
  • In Frankreich müssen Kinder unter zehn Jahren mit einem Kindersitz gesichert werden und dürfen nur in Ausnahmefällen im Kindersitz auf dem Beifahrersitz mitfahren. Der Beifahrer-Frontairbag muss dafür deaktiviert sein.

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