Anhand der Autokennzeichen deutscher Autofahrer lässt sich erkennen, in welchem Ort oder welchem Landkreis der Halter das Fahrzeug zugelassen hat. Denn mit der Kfz-Zulassung erhält jeder Halter ein Kennzeichen, bei dem die ersten ein bis drei Buchstaben über die regionale Zugehörigkeit aufklären. Dabei hängt die Anzahl der Buchstaben meistens von der Größe der Stadt bzw. des Kreises ab. Die Metropolen in Deutschland haben somit oft nur einen Buchstaben, wie zum Beispiel „D“ für Düsseldorf. Die Buchstaben mit regionalem Bezug sind die sogenannten Unterscheidungskennzeichen des Autokennzeichens und können lediglich bei Sonderkennzeichen fehlen. Die von der Zulassungsstelle zugeteilten Kfz-Zulassungsbezirke sind bei Abschluss einer Kfz-Versicherung wichtig. Denn die Versicherung berücksichtigt die Kfz-Zulassungsbezirke auch bei der Zuteilung von Regionalklassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Damit Versicherungen die Schadensaufwendungen eines Versicherten besser einschätzen können, spielen persönlichen Daten, Fahrerfahrung und regionale Zugehörigkeit eine Rolle.
  • Ausschlaggebend für die Beurteilung, welcher Regionalklasse ein Versicherter zugeordnet wird, ist der offizielle Kfz-Zulassungsbezirk.

Von Kfz-Zulassungsbezirken zu Regionalklassen

Damit Versicherungen die Schadensaufwendungen eines Versicherten besser einschätzen können, werden nicht nur die persönlichen Daten, wie zum Beispiel die Fahrerfahrung, zur Einschätzung zugrunde gelegt. Ebenso spielt nämlich beispielsweise die regionale Zugehörigkeit eine Rolle. Denn in den unterschiedlichen Regionen Deutschlands ist die Zahl der Schadensfälle, die sich meistens aus Verkehrsunfällen ergeben, keineswegs immer ähnlich oder gar identisch. Damit dieser Wert mit in den Versicherungsbeitrag einfließen kann, wird eine Regionalklasse ermittelt. Dabei handelt es sich um einen Indexwert. Bei einem Anstieg der Schadensfälle in der jeweiligen Region wird dieser angehoben, damit der Beitrag dementsprechend angepasst werden kann. Im Umkehrschluss bedeutet dies ebenso, dass Versicherte aus Bezirken mit einer geringen Anzahl an Schadensfällen einen geringeren Versicherungsbeitrag leisten müssen als Versicherte, die aus einer Region mit einer hohen Anzahl an Schadensfällen stammen.

Tatsächliche Fahrtwege werden nicht berücksichtigt

Ausschlaggebend für die Beurteilung, welcher Regionalklasse ein Versicherter zugeordnet wird, ist der offizielle Kfz-Zulassungsbezirk. Dieser wird dem Kfz-Kennzeichen entnommen. Dementsprechend spielt es keine Rolle, ob der Versicherte das Fahrzeug vorwiegend in anderen Regionen Deutschlands, die ggf. mit höheren Regionalklassen eingestuft werden, nutzt. Bei der Einstufung der Regionalklasse spielt die Fahrzeugklasse übrigens keine Rolle. Die Versicherer legen die Regionalklassen anhand der Kfz-Zulassungsbezirke selbst fest. Dadurch können sich diese Zuordnungen von Versicherungsunternehmen zu Versicherungsgesellschaft voneinander unterscheiden. Jedoch kommt es in der Regel zu keinen großen Unterschieden. Allerdings unterscheiden sich die Bezeichnungen der zugeteilten Regionalklasse voneinander, da diese ebenfalls frei benannt werden können.

Regionalklassen gelten für Kfz-Kasko- und Haftpflichtversicherungen

In Großstädten mit viel Verkehr gibt es in der Regel mehr Schadensfälle als in kleinen Städten oder auf dem Land. Dementsprechend müssen Versicherte, die ihr Fahrzeug in einer Großstadt zugelassen haben, mit höheren Versicherungsgebühren rechnen, als wenn der Versicherte sein Fahrzeug in einer Kleinstadt zugelassen hat. Dabei werden Regionalklassen für Kfz-Versicherungen wie die Kfz-Haftpflichtversicherung und ebenso für die Teil- und Vollkaskoversicherung genutzt. Allerdings können je nach Versicherungsart unterschiedliche Regionalklassen berechnet werden. Je nach Versicherungsart und zugeteilter Regionalklasse kann sich die Zuteilung für den Versicherten mit einem durchaus höheren Anteil auf den Versicherungsbeitrag auswirken.