Ob durch einen Verkehrsunfall, Hagelkörner oder Steinschlag: Schäden an den Fensterscheiben, Rückspiegeln oder Scheinwerfern führen die Schadensbilanz bei Autos an. In 2.175.000 Fällen kam die Teilkaskoversicherung 2016 für Glasschäden auf, gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Schritt für Schritt – das ist bei Glasschaden zu tun
  3. Welche Versicherung zahlt bei Glasschäden?
  4. Erste Hilfe für den Glasschaden unterwegs
  5. Autoscheibe mit Glasschaden ausbessern
  6. Wann muss ich die Scheibe austauschen lassen?
  7. Kfz-Versicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht schließt Schäden an Ihrem eigenen Auto aus.
  • Glasschäden durch Steinschlag, Hagel oder einen Wildunfall zahlt Ihre Teilkaskoversicherung.
  • Kleine Schäden in der Frontscheibe können oft ausgebessert werden. Bei größeren Schadensstellen ist der Austausch der Scheibe notwendig.

Schritt für Schritt – das ist bei Glasschaden zu tun

Nicht nur die Frontscheibe des Autos ist durch Glasschäden gefährdet, sondern auch alle anderen Autoteile aus Glas. Dazu gehören die Fensterscheiben an den Seitentüren und die Heckscheibe, die Vorder- und Rückleuchten, Außenspiegel oder das Panoramadach. Am gefährlichsten sind Glasschäden an der Frontscheibe. Risse im Glas können die freie Sicht des Fahrers einschränken und damit die Verkehrssicherheit gefährden.

Das sind die wichtigsten Schritte bei einem Glasschaden:

  • „Erste Hilfe“ bei kleinen Schäden: Kleben Sie die Schadensstelle provisorisch mit Klebefolie ab.
  • Bei größeren Schäden, die die Verkehrssicherheit gefährden: Fahren Sie nicht mehr weiter, sondern lassen Sie das Auto abschleppen. Bei einem Verkehrsunfall rufen Sie die Polizei und wenn nötig den Rettungsdienst.
  • Melden Sie den Schaden innerhalb einer Woche bei Ihrer Kaskoversicherung. Reichen Sie auch Fotos vom Schaden mit ein. Sie erreichen Ihren Versicherer telefonisch, schriftlich, online oder per App.
  • Bringen Sie Ihr Auto in eine Autowerkstatt. Je nach aktuellem Tarif innerhalb der Kfz-Versicherung darf der Versicherer eine Vertragswerkstatt festlegen. Dort prüfen Kfz-Experten den Schaden. Schicken Sie den Kostenvoranschlag oder das Gutachten an Ihre Versicherung. Oft übernimmt das auch die Werkstatt.
  • Die Scheibe wird in der Werkstatt repariert oder ausgetauscht. Sie erhalten – je nach Vertrag – während dieser Zeit ein Ersatzfahrzeug. Wird die Scheibe mit "Smart Repair"-Methoden repariert, entfällt der Selbstbehalt und die Werkstatt rechnet mit dem Versicherer ab. Manche Kfz-Dienstleister reparieren auch direkt bei Ihnen zu Hause.
  • Muss die Scheibe ausgetauscht werden, zahlen Sie vor Ort den Selbstbehalt. Die restlichen Kosten rechnet die Vertragswerkstatt mit dem Versicherer ab. Bei freier Werkstattwahl strecken Sie den Betrag vor. Dann reichen Sie die Rechnung bei Ihrem Versicherer ein, damit Ihnen die Kosten erstattet werden. Ein guter Versicherer reguliert den Schaden schnellstmöglich, in der Regel aber innerhalb von zwei Wochen.

Welche Versicherung zahlt bei Glasschäden?

Die gesetzliche Kfz-Haftpflicht schließt Schäden am eigenen Auto nicht mit ein. Sie zahlt nur Schäden, die Sie bei anderen verursacht haben. Hat Ihr Auto einen Glasschaden durch Hagelkörner oder Steinschlag, müssen Sie in diesem Fall selbst für die Reparaturkosten aufkommen.

Wurde der Schaden allerdings durch andere Verkehrsteilnehmer verursacht, – zum Beispiel, wenn der Vorausfahrende nachweislich einen gut sichtbaren Stein aufgewirbelt hat – haftet die Kfz-Haftpflicht des Verursachers. Kleine Steinchen oder Rollsplit gelten dagegen als unabwendbares Ereignis – hier springt die Teilkaskoversicherung ein.

Was zahlt meine Teilkaskoversicherung?

Haben Sie eine Teilkaskoversicherung, so reguliert diese Glasschäden an Ihrem Auto. Dazu gehören Schäden an der Windschutzscheibe, den Seitenfenstern, an Schiebedächern, Scheinwerfern oder Außenspiegeln. Der Versicherungsschutz greift bei Glasschäden, etwa durch Steinschlag, Hagelkörner oder Wildunfälle.

Bei kleineren Schadenstellen reicht es oft, mit Harz aufzufüllen und zu polieren. Bei der einfachen Ausbesserung von Glasschäden verzichten viele Versicherer auf die sonst übliche Selbstbeteiligung. Die Werkstatt rechnet die Kosten dann direkt mit Ihrem Versicherer ab.

Das gilt jedoch nicht, wenn die komplette Scheibe ausgetauscht werden muss. Dann zahlen Sie bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung. Meistens beträgt die Selbstbeteiligung in der Teilkaskoversicherung 150 Euro. Manchmal kommt es auch vor, dass eine frisch reparierte Scheibe wieder beschädigt wird. Auch dann springt Ihre Versicherung erneut ein.

Gut zu wissen: In der Teilkaskoversicherung zahlen Sie eine feste Kfz-Prämie – unabhängig von der Schadenfreiheitsklasse. Das bedeutet, dass Sie nach der Regulierung eines Glasschadens nicht in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft werden. Ihr Versicherungsbeitrag wird also nicht teurer.

Wofür ist meine Vollkaskoversicherung zuständig?

Ihre Vollkaskoversicherung kommt für Glasschäden auf, wenn diese durch Vandalismus verursacht wurden – also zum Beispiel, wenn Fremde die Scheiben einschlagen. So gehen Sie bei Schäden durch Vandalismus vor:

  • Melden Sie den Vandalismusschaden bei der Polizei (110).
  • Der Täter ist unbekannt? Erstatten Sie bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt.
  • Der Täter ist bekannt? Dann haftet er für den Schaden.

Wird der Übeltäter ermittelt, muss er Schadensersatz leisten. Wenn Ihr Wagen bei einem Unfall beschädigt wurde und der Unfallverursacher Fahrflucht begangen hat, kann niemand haftbar gemacht werden. Dann springt Ihre Vollkaskoversicherung ein. Ist der Unfallgegner hingegen bekannt, kommt dessen Kfz-Haftpflicht für den Schaden an Ihrem Fahrzeug auf.

Der Versicherungsschutz besteht auch bei Eigenverschulden. Wenn Sie die Scheibe selbst beschädigt haben, zum Beispiel durch einen selbst verschuldeten Verkehrsunfall. Achten Sie darauf, dass grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist.

In der Vollkaskoversicherung liegt die Selbstbeteiligung oft bei 300 Euro. Bei kleinen Glasschäden liegt die Schadenssumme meist unter diesem Betrag. Dann müssen Sie die Kosten aus eigener Tasche zahlen. Bei größeren Schäden zahlen Sie bis zur Höhe der Selbstbeteiligung, den Rest übernimmt Ihr Versicherer.

Wichtig zu wissen: Wenn Ihre Vollkaskoversicherung für den Schaden aufkommt, werden Sie in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse rückgestuft. Damit wird die Versicherungsprämie teurer.

Erste Hilfe für den Glasschaden unterwegs

Sie sind mit dem Auto unterwegs und plötzlich ist ein kleiner Sprung in der Frontscheibe? In der Regel können Sie die Fahrt bei kleineren Schäden dennoch fortsetzen – das gilt jedoch nicht, wenn die Verkehrssicherheit gefährdet ist.

Moderne Windschutzscheiben bestehen aus sogenanntem Verbundglas, das durch eine Folie im Inneren stabilisiert wird. Als erste Sicherung einer kleinen Schadensstelle empfiehlt sich eine selbstklebende Folie oder ein Aufkleber. Dadurch verhindern Sie, dass Wasser oder Schmutz in die beschädigte Stelle eindringen. Diese Maßnahme ist jedoch provisorisch und ersetzt keine Reparatur.

Autoscheibe mit Glasschaden ausbessern

Wann ist eine Reparatur möglich?

Es sollte immer zuerst geprüft werden, ob sich der Glasschaden ausbessern lässt. Eine kleine Reparatur ist schneller und günstiger als der komplette Austausch der Scheibe. Eine Reparatur ist aber nur möglich, wenn der Schaden nicht zu groß ist. Mit diesen fünf Fragen können Sie abschätzen, ob sich die Frontscheibe noch reparieren lässt:

  • Liegt nur eine Schadenstelle vor? Bei mehreren Stellen oder bei Rissen ist keine Reparatur mehr möglich.
  • Ist die beschädigte Stelle kleiner als eine 2-Euro-Münze?
  • Ist die Stelle nicht tiefer als wenige Millimeter?
  • Befindet sich die Schadenstelle außerhalb des Sichtfelds des Fahrers?
  • Ist der Schaden weit genug vom Rand entfernt? Der Abstand muss mindestens 10 cm betragen.

Wie läuft die Reparatur ab?

Ein Glasschaden ist oft innerhalb eines Tages repariert. Dafür wird die Schadenstelle mit Kunstharz aufgefüllt, poliert und zum Schluss mit UV-Licht ausgehärtet. Manchmal reicht es auch aus, die Schadenstelle abzuschleifen. Die Kosten liegen oft unter 100 Euro. Meistens ist die reparierte Stelle allerdings auch hinterher noch sichtbar.

In manchen Policen besteht eine sogenannte Werkstattbindung in der Kaskoversicherung. Wenn Sie den Schaden in einer anderen Werkstatt als der Vertragswerkstatt reparieren lassen, zahlt die Autoversicherung unter Umständen nicht den kompletten Schaden. Die genauen Konditionen können Sie Ihren Versicherungsunterlagen entnehmen.

Gut zu wissen: Bei Glasschäden sollten Sie den Fachmann ans Auto lassen. Kleine Dellen im Blech können Hobbyhandwerker problemlos selbst ausbessern. Glas kann jedoch bei unsachgemäßen Reparaturen zersplittern. Gerade bei der Frontscheibe würden Sie sich und andere Verkehrsteilnehmer unnötig in Gefahr bringen.

Wann muss ich die Scheibe austauschen lassen?

Wenn Sie diese Schäden am Auto feststellen, muss die Autoscheibe mit großer Wahrscheinlichkeit ausgetauscht werden:

  • Die Stelle ist größer als ein 2-Euro-Stück.
  • Es haben sich bereits Risse in der Scheibe gebildet.
  • Die Scheibe hat mehrere Schadenstellen.
  • Die Schadenstelle liegt direkt im Sichtfeld des Fahrers.
  • Der Schaden ist weniger als 10 cm vom Scheibenrand entfernt.
  • Es handelt sich um Schäden an den Seitenfenstern. Diese bestehen oft nicht aus stabilem Verbundglas und zerbersten leichter.

Bei Rissen und Sprüngen im Glas sollten Autofahrer einen Experten ans Werk lassen. Werden Glasschäden unsachgemäß ausgebessert, kann die Scheibe unter Spannung komplett zerbersten. Dazu reicht schon der Fahrtwind bei normalen Geschwindigkeiten aus. Als Grundregel gilt: Das Fahrzeug muss verkehrssicher sein. Wer dennoch weiterfährt, riskiert die eigene Sicherheit und die anderer – und 90 Euro Bußgeld sowie einen Punkt in Flensburg.

Wie viel kostet der Austausch?

Für den kompletten Austausch der Frontscheibe müssen Sie tiefer in die Tasche greifen als für eine einfache Reparatur. Die Kosten variieren je nach Fahrzeugtyp in der Regel zwischen 400 bis über 1.000 Euro. Der Austausch kann aber bis zu 4.000 Euro kosten, etwa, wenn in der Windschutzscheibe Sensoren oder Fahrerassistenzsysteme eingebaut sind.

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